Empörung über Kongos Unabhängigkeitsfeiern

30. Juni 2010, 17:39
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Belgiens König Albert II. besucht Kinshasa

Kinshasa - Amnesty International (AI) ließ kein gutes Haar an der Regierung des Kongo. "Es ist vollkommen scheinheilig von der Demokratischen Republik Kongo, Feierlichkeiten zu organisieren, ohne die himmelschreiende Lage der Menschenrechte in diesem Land anzuerkennen" , kommentierte die Menschenrechtsorganisation mit Sitz in London die pompösen Festlichkeiten, mit denen Kinshasa am Donnerstag das 50-Jahr-Jubiläum der Unabhängigkeit des afrikanischen Staates beging.

Das Staatsoberhaupt der ehemaligen Kolonialmacht Belgien, König Albert II., ließ sich aber auch mit solchen Argumenten nicht davon abhalten, samt Gattin Paola persönlich nach Kinshasa zu fliegen und unter anderem der großen Militärparade beizuwohnen, die vor tausenden Menschen durch die Staaten der Hauptstadt defilierte. Des Königs Kompromiss: Er hielt keine Rede. Die Feier sei zuallererst ein Fest der Kongolesen, hieß es aus dem Königshaus zur Begründung.

AI erklärte, die Lage im Kongo werde für Menschenrechtskämpfer immer gefährlicher. Erst vergangene Woche war der bekannte Aktivist Floribert Chebeya ermordet worden. (DER STANDARD, Printausgabe, 1.7.2010)

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    Der belgische König Albert II. mit roter Sonnenbrille (Mitte) bei der Militärparade in Kongos Hauptstadt Kinshasa.

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