Vorstoß für Kopftuch auf Ausweisbildern

30. Juni 2010, 13:59
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Innenministerium lehnte entsprechenden Antrag ab - Glaubensvertreter wollen sich nun ans Parlament wenden

Sofia - Muslimische Frauen sollten die Möglichkeit haben, sich für die neuen Personalausweise in Bulgarien mit Kopftuch fotografieren zu lassen. Das haben bulgarische Glaubensvertreter in der Region Smoljan, die hauptsächlich von MuslimInnen besiedelt ist, offiziell vom Innenministerium in Sofia gefordert. Sie begründeten ihren Antrag mit der muslimischen Tradition, wonach Frauen nur Gesicht und Hände bis zum Handgelenk zeigen dürfen, nicht aber ihre Haare.

Das Innenministerium lehnte den Antrag ab und verwies auf das Gesetz für die Personalausweise, das ein Bild verlangt, das Gesicht, Ohren und mindestens ein Zentimeter Haare zeigt.

Die MuslimInnen wollen sich nun an das Parlament wenden, um eine Kompromisslösung zu erreichen. Tschetin Kasak, Abgeordneter der türkischen Minderheitenpartei DPS (Bewegung für Rechte und Freiheiten), meinte allerdings, das Gesetz verstoße auf keinen Fall gegen die Rechte der muslimischen Frauen.

Rund 13 Prozent der 7,7 Millionen BulgarInnen sind MuslimInnen. (APA)

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