Wien

Grüne: 1,452 Millionen Euro für Microsoft sind "verschwendetes Geld"

1. Juli 2010, 00:30
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Trotz Wienux und Co. setzt die Stadt Wien auf MS-Office

Seit einigen Jahren setzt die Stadt Wien Linux auch am Desktop ein. Seit 2005 wird das eigens entwickelte Wienux eingesetzt. Das Projekt hatte Vorzeigecharakter und sorgte für weltweite Schlagzeilen.
Im Sommer 2008 wurde allerdings beschlossen, zahlreiche der auf Linux umgestellten Computer wieder mit Microsoft-Lizenzen auszustatten. Grund dafür ist der Einsatz einer Software zur Sprachbeobachtung in den Kindergärten, die nur mit dem Internet Explorer von Microsoft genutzt werden könne. 

1,452 Millionen Euro

Anfang Dezember des vergangenen Jahres beschloss der Gemeinderat, dass man weiter auf Microsoft Office setzt und entsprechend Lizenzen erworben werden. Die Kosten dafür liegen bei 1,452 Millionen Euro.
Am Mittwoch segnete der Gemeinderat den Ankauf dieser Lizenzen ab. 

Openoffice

In einer Presseaussendung üben die Grüne Kritik an dem Deal. "Die vergangenen zwei Tage behandelten wir im Gemeinderat den Rechnungsabschluss. In vielen Redebeiträgen war von Einsparungsmaßnahmen zu hören. Am Tag darauf geben wir fast 1,5 Millionen Euro für 4.650 Microsoft-Lizenzen aus, obwohl es kostenfreie Open Source Alternativen gibt. Das ist verschwendetes Geld", so der Gemeinderat Marco Schreuder. Er sieht Openoffice als gleichwertigen Ersatz für Microsoft Office an.

Auch stellt er die Frage, ob Open Source Initiativen der Stadt eingeschlafen seien. Dem Widersprach die regierende SPÖ in einer Aussendung. Es sei ein Ziel der Stadt Wien, die "Balance zwischen "Anbietern" weit verbreiteter Anwendungen wie Microsoft und Open-Source Produkten zu wahren und so weit als möglich Herstellerunabhängigkeit zu bewahren."

"Notwendigkeit einer längerfristigen Koexistenz von MS-Windows und Linux"

Ende 2009 wurde die Studie "Open Source Software am Arbeitsplatz im Magistrat Wien" veröffentlicht.  Demnach hat die „technische Untersuchung hat gezeigt, dass auf Linux und OpenOffice.org basierende PC-Arbeitsplätze sich grundsätzlich in die Systemlandschaft des Magistrats der Stadt Wien integrieren lassen." Allerdings werden auf mehr „als der Hälfte der PC-Arbeitsplätze Software-Produkte verwendet, für die keine unter Linux lauffähigen Alternativen ohne Umstellungsaufwand verfügbar sind." Daraus ergibt sich die weitere „Notwendigkeit einer längerfristigen Koexistenz von MS-Windows und Linux", so die Studie.

Wienux oder Openoffice

Die Mitarbeiter der der Stadtverwaltung können übrigens Wienux und/oder Openoffice nutzen - wenn sie das wollen. Allerdings wird dieses Angebot kaum genutzt. Im Serverbereich setzt man intensiv Open Source ein. (sum)

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Christos Da Silva
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seinerzeit

Seinerzeit wusste mans ja warum die b/s-Regierung kurz vor Ablauf der Verträge mit MS nochmal verlängert hat .. auch KH Grasser wollte seine Anteile stärken .. und dieses mal ists dasselbe :-) nur heissen die Lobbyisten anders x-D

klobe
 
00
21.7.2010, 13:31
M$ ewig alt

leider entscheiden leute aufgrund einer grafischen oberflaeche und von computerwissen keine spur.

funktion von linux ueberzeugt wesentlich mehr, oder ist die M$machine sosehr ausschlaggebend!!!!

meine frau, aus dem öffentlichen dienst arbeitet zuhause mit linux u. es ist kein problem mit der umstellung! im gegenteil - M$hänger sind ausgeblieben.

M$ macht arbeit
linux befreit!

Galaga Tralala
00

kann man die lizenzen für die kindergärten nicht seperat kaufen? oder gibt es über 4000 kindergärten in wien?

linux/ubuntu sind halt leider immer 8-10 monate hinterher, da "noch" microsoft die innovationen und standards setzt wird sich da nicht schnell etwas ändern. sowie apple mit seinen iphone. das ist ein reiner kaufdrang, so wie die vielen verrückten die sich sofort das neueste am 1. Tag windows kaufen müssen, in der angst etwas zu verpassen.

je größer die open source community wird desto schneller wird man da mithalten können..

dasBeobachter.blogspot.com
01
microsoft setzt standards?

wie z.b. das open document format?

linux hinkt hinterher?
wie beim 3D desktop?

ich nehme an, du beziehst dich auf die treiber. - aber auch da muss ich dich enttäuschen:
*) linux hängt mit den treibern, wenn überhaupt, ca. 1-2 monate hinten nach.
*) und das liegt nicht daran, dass microsoft schneller wäre, sondern die hersteller zuerst die MS treiber schreiben. - zuerst wird der große markt bedient.

natürlich hängt es von der hardware ab, welche man verwendet. - bei allen eingesetzten HP/nvidia/ATI produkten der letzten zeit hatten wir mit linux fast nie probleme.

Po Polos
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Die Wiener Beamten wollen halt ihre Dienst-iPods mit iTunes synchronisieren. Kann man verstehen, mach ich ja auch, obwohl ich sonst lieber Linux verwende.

Christos Da Silva
00
meineswissens

läuft MSOFFICE dortn in VMware .. also totaler overkill :-p

Po Polos
00

Ja, und mein Canon 5600F Scanner wird leider auch noch nicht von Sane unterstützt.

high contrast
04

Grund dafür ist der Einsatz einer Software zur Sprachbeobachtung in den Kindergärten, die nur mit dem Internet Explorer von Microsoft genutzt werden könne.

Vielleicht sollte man den Entwicklern deswegen jeweils eine Ananas in den Po stecken?

Woodpecker
00
Apropos :)

$ cabextract DigitalesOesterreichExplorer_WindowsXP_Install_x86.exe
Extracting cabinet: DigitalesOesterreichExplorer_WindowsXP_Install_x86.exe
extracting ieakcust.dll
extracting iedkcs32.dll
extracting iesetup.cif
extracting BRANDING.CAB
extracting INSTALL.INS
extracting iesetup.ini
extracting IE-REDIST.EXE
extracting IE-Setup.cmd
extracting CUSTOM0.cab

sprich, das ist nur eine gebrandete Version vom IE8-Setup, das da von der help.gv.at-Seite runtergeladen werden darf :))

Woodpecker
00
Eine ähnliche Software ("Digitales Österreich-Explorer") gibt es nun auf help.gv.at

Auf https://explorer.digitales.oesterreich.gv.at/, ein Klick
auf der Startseite. "Powered by Internet Explorer" und eine *.exe-Datei runtergeladen ... und "gefangen"!

Deno
 
00
Das Zeug ist nur deswegen so Windows-lästig, weil...

... es für unsere Beamten offensichtlich keinen Grund gibt in Ausschreibungen die Platformunabhängigkeit zu verlangen...

"Developed by a global Information Technology (IT) company in cooperation with the Austrian Federal Chancellery, the 'Digital Austria Explorer' is a toolbar that once freely downloaded and installed on a PC, offers a virtual office environment, combining the services of the national eGovernment portals for businesses 'USP.gv.at' and for citizens 'HELP.gv.at'."

Wer mit Linux, Mac, oder smart phone surft - selber schuld.

dasBeobachter.blogspot.com
02

ballmer lässt sich diese treue sicherlich was kosten.

Bastian Balthasar Bux
02

eher eine Stange Dynamit, mit möglichster kurzer Lunte.

Ich bin der Meinung...
43
Linux ist im Desktop Bereich MAUSETOT

und wird entgegen den seit 15 Jahren angekündigten "Das Jahr von Linux" auch nie in diesem Bereich lebendig.

Als Webserver, für Satelittenreceiver, Handys, meinetwegen Netbooks wird oft Linux verwendet und dort hat es auch seinen Platz.

Als Desktop wird es (sicher) nichts mehr. Denn erstens ist Windows 7 gut. Sehr gut sogar. Und zweitens wäre die brauchbare Alternative MacOS Leopard. Ich habe beide OS zu vollsten Zufriedenheit im Einsatz. Jegliche Linuxversuche unterlasse ich seit einem Jahr weil noch keine auch nur annähernd zufriedenstellende Ergebnisse brachte.

(PS: Ich bin kein "Linux ist chic" Student, sondern brauche meine PCs/Macs beruflich und produktiv!!)

dasBeobachter.blogspot.com
12
sei weiterhin dieser meinung.

mich stört dies auf meinem produktiven linux desktop überhaupt nicht.

ganz zu schweigen davon, dass ich MacOS X wirklich befürworte: durch darwin hat nämlich ein weiteres linux kompatibles unix derivat in die IT welt einzug gehalten,
was mir ermöglicht auch Macs zu betreuen. ;)

BTW: sich selbst zu stricherln muss gelernt sein. - es gibt sowas, wie eine natürliche streuung.
aber übung macht den meister. ;)

Woodpecker
01
Eine Meinung eben ...

Ich würde sagen, das GUI ist Geschmackssache. Ich bin mit meinem (schillernde halbtransparente Compizrahmen in Grüntönen, verlaufend, KDE4 mit dynamischen Ansichten und Oxygen) recht zufrieden und verwende das Design zuhause und am Arbeitsplatz. Openoffice und Firefox/Chrome etc. sehen ansonst den Windows-Ausgaben recht ähnlich aus.
Wenn auch Linux am normalen Desktop nicht die Mehrheit gewinnen kann, sieht man es doch immer öfter auf kleineren (Smartphone-, Netbook-, E-Reader) Schirmen - wegen der unglaublichen Anpassungsfähigkeit durch Offenheit: die Sourcen sind für jeden verfügbar, der eine Spezialversion z.B. aus einem Debian-Gerüst bauen will, und die Rechtssicherheit ist auch besser als bei proprietärer Software.

Bastian Balthasar Bux
02
Bin ich auch kein Linux-Chic Student

sondern unternehmer.
setz ich auf linux, tut jetzt nach der umstellung nix mehr weh.
der fehler liegt wohl irgendwo zwischen tastatur und stuhl.

high contrast
04

Ubuntu funktioniert auch gut, sehr gut sogar. Es reagiert deutlich schneller als Windows7, fährt schneller hoch und runter. Alle Komponenten meines Schleppis wurden sofort korrekt erkannt inklusive meiner ATI. Ich kann massig Software per Paketmanager supereinfach runtersaugen und am letzten Stand halten.

Warum ich trotzdem Windows7 verwende? Da nicht jede Software läuft die ich brauche. Thats it.
Ich gebe Ihnen recht das Windows7 echt ok ist. Aber es ist noch immer zu lahm und das Interface ist völlig überladen.
Linux ist schon lange reif genug, solange aber Softwarehersteller exklusiv für größere Betriebssysteme herstellen wird sich da nichts tun.

"die nur mit dem Internet Explorer von Microsoft genutzt werden könne"

Woodpecker
12
Schon mal in letzter Zeit help.gv.at besucht?

... und ein AHA-Erlebnis gehabt?
Microsoft hat da wohl einiges an Lobbying investiert und mal wieder so ein (active-X) Progrämmchen gestrickt, das die getreuen Nutzer auf IE8+ festnagelt.
Alleine die Werbekampagne, die derzeit für IE8 abgezogen wird, soll ja nicht nur die Endkunden, sondern auch Werbe- und Entscheidungsträger beeinflussen ... mit dem Geld, das da flüssig gemacht wird. Nicht mit dem "sicher ins Internet"-Slogan ...

dasBeobachter.blogspot.com
14
der unterschied zwischen münchen und wien ist, dass in münchen die leute vernünftig und mit realen vorstellungen an die arbeit gingen,

und sich die politiker auch kritik über die führung der ämter und den (gewachsenen) fleckerlteppich gefallen haben lassen.

dadurch war es in münchen möglich, die arbeitsprozesse endlich zu optimieren und hat so - unabhängig von der umstellung selbst - bereits eine große einsparung als nebeneffekt erhalten.

ich hätte auch nichts dagegen, wenn sich die stadt wien für microsoft entschieden hätte, weil sie damit besser arbeiten können. (lizenzkosten sind ja nicht alles)
ich befürchte aber, dass die entscheidung für microsoft aus dem beweggrund heraus entstand, weiter wursteln zu können.
versteckte kosten haben ja den vorteil, versteckt zu bleiben.

im falle einer umstellung könnten diese ja an die oberfläche kommen. ;)

marty fink
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Danke!

Ihr Posting solle auch noch ein Grüner lesen!

dasBeobachter.blogspot.com
01

nicht nur ein grüner, sondern auch ein schwarzer und roter.
bei den blauen bin ich mir nicht sicher, ob sie diese dinge auch lesen können, oder ob es ihnen strache vorlesen müsste...

Po Polos
00
???

Die Frage ist eigentlich, wer es DEM Strache vorlesen KANN!

dasBeobachter.blogspot.com
01

dafür gibt's das, aus öffentlicher hand geförderte, FP bildungszentrum. :)
http://derstandard.at/127733749... ueckzahlen

Georg Danton
112
Falsche Argumentation...

...schon vom Ansatz her muss das Hauptargument sein, dass die öffentliche Verwaltung einfach offene Standards einsetzt und sich nicht in die Abhängigkeit eines Monopolistn begibt.
Geringer Kosten sind vielleicht(langfrisitg) ein angenehmer Nebeneffekt.
München ist ein echtes Vorbild. Die nehmen jetzt vielleicht sogar mehr Geld für die Umstellung in die Hand. Haben dann aber eine offene zukunftssichere (und langfristig wahrscheinlich sogar billigere) Lösung als Wien.
Aber von den Grünen (Schreuder und Ringler) ist da leider nichts zu erwarten. Wer ein I-Phone verwendet hat in Sachen open sourcce seine Glaubwürdigkeit verspielt!

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