Computer sorgen für Mini­crash bei Citigroup-Aktie

30. Juni 2010, 13:17
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Die Papiere stürzten um bis zu 17 Prozent ab, aber die installierte "Notbremse" griff

New York - Schon wieder Schrecksekunden an der Wall Street: Die Aktien der Citigroup sind am Dienstag nach Panikverkäufen durch elektronische Handelssysteme um bis zu 17 Prozent abgestürzt. Dann griff eine neue "Notbremse", die die Börsenaufsicht SEC nach dem tiefen Fall des Dow Jones Anfang Mai installiert hatte. Die Papiere wurden für fünf Minuten vom Handel ausgesetzt, die Lage beruhigte sich. Letztlich schlossen Citigroup-Aktien in einem ohnehin schwachen Markt um knapp 7 Prozent im Minus.

Als Auslöser für den plötzlichen Absturz machten die Börsenwächter einen einzelnen, ungewöhnlichen Verkaufsauftrag ausfindig. Gegen Mittag hatte ein Anleger 8.821 Aktien zu 3,3174 Dollar (2,72 Euro) abstoßen wollen - das war fast 13 Prozent billiger als der Kurs davor. Die elektronischen Handelssysteme reagierten mit Massenverkäufen. Nach Angaben einer Sprecherin der Finanzmarkt-Regulierung wurde der Auftrag später gelöscht.

Am 6. Mai war der Dow Jones binnen Minuten ohne ersichtlichen Grund um rund 10 Prozent eingebrochen. Gerüchten zufolge hatte die Citigroup das Chaos mit einem Verkaufsauftrag ausgelöst, Anhaltspunkte für diese These fanden sich bei einer späteren Untersuchung aber keine.

Als Reaktion führte die Börsenaufsicht ein neues Sicherungssystem ein: Aktien aus dem wichtigen Index S&P 500 werden vom Handel ausgesetzt, wenn sich der Kurs binnen fünf Minuten um mehr als 10 Prozent verändert. Das soll Menschen die Möglichkeit geben, mögliche Fehler elektronischer Handelssysteme auszubügeln.  (APA)

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    Angst und Bange wurde so manchem Händler, doch die "Notbremse" verhinderte Schlimmeres.

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