Berggruen bekommt Karstadt

30. Juni 2010, 13:19
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Eine Eingung bei den Mieten für die Warenhauskette steht noch aus, immerhin erlaubt das Kartellamt den Karstadt-Verkauf

Düsseldorf - Der Investor Nicolas Berggruen hat auf dem Weg zur Übernahme der insolventen deutschen Warenhauskette Karstadt eine wichtige Hürde genommen. Das deutsche Kartellamt gab die Pläne Berggruens zum Kauf Karstadts am Mittwoch ohne Auflagen frei, wie ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Da Berggruen bisher nicht im Warenhausgeschäft tätig sei, werde keine Beeinträchtigung des Wettbewerbs befürchtet.

Der Konzern mit 120 Warenhäusern und rund 25.000 Mitarbeitern ist damit aber noch nicht über dem Berg - denn Berggruen muss nun noch im Streit des Warenhauskonzerns mit dessen Vermieter eine Einigung finden. Scheitern die Verhandlungen mit dem Konsortium Highstreet um die US-Bank Goldman Sachs, droht Karstadt doch noch die Zerschlagung. Dann könnte Wettbewerber Metro doch noch zum Zuge kommen, der nur einzelne Karstadt-Warenhäuser übernehmen und mit seiner Kette Kaufhof zusammenlegen will. Sowohl Berggruen als auch Highstreet hatten zuletzt aber signalisiert, dass ein Kompromiss möglich erscheint. Berggruen fordert von Highstreet Mietnachlässe.

Ein Sprecher Berggruens sagte, der Investor habe mit einer Genehmigung durch das Kartellamt gerechnet. Die Gespräche um die Mieten gingen "konstruktiv" voran. Unbegrenzt Zeit für den Miet-Poker haben aber beide Seiten nicht: Das Amtsgericht Essen will am 16. Juli über die Annahme des Insolvenzplans für Karstadt entscheiden. (APA/Reuters)

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    Der Konzern mit 120 Warenhäusern und rund 25.000 Mitarbeitern ist noch nicht über dem Berg.

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