Unmut in Italien wegen Einstieg von Abu-Dhabi-Fonds

30. Juni 2010, 12:52
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Rom - Der Einstieg des staatlich kontrollierten Fonds Aabar aus dem Emirat Abu Dhabi als zweitgrößter Aktionär in die italienische Großbank UniCredit sorgt für Unmut in Italien. Der Bürgermeister von Verona, Flavio Tosi, appellierte an die Regierung Berlusconi, sich zum Schutz der Identität der Bank-Austria-Mutter einzuschalten. Tosi missfällt, dass der Abu-Dhabi-Fonds die Sparkassenstiftung seiner Stadt Cariverona als zweitstärkster UniCredit-Aktionär ersetzt hat.

"Die Regierungen anderer Länder verteidigen das Erbgut ihres Landes, wenn Ausländer einzudringen versuchen. Da UniCredit Erbgut Italiens ist, sollte die Bank verteidigt werden", meinte Tosi nach Medienangaben vom Mittwoch.

Der Fonds habe 4,99 Prozent an UniCredit übernommen, teilte Aabar-Chef Mohammed Badawy Al-Husseini vergangene Woche mit. Der Anteil hat derzeit einen Marktwert von rund 1,85 Mrd. Euro. Der Fonds, der über Vermögenswerte von rund 8 Mrd. Euro verfügt und auch größter Aktionär von Daimler ist, hatte erstmals 2008 bei der Kapitalerhöhung von Unicredit über Wandelanleihen in die Bank investiert. UniCredit-Konzernchef Alessandro Profumo hatte am Montag den Einstieg des Fonds in den Aufsichtsrat der Bank dementiert. Die libysche Zentralbank hält bereits einen 4,9-prozentigen Anteil an der Bank-Austria-Mutter. (APA)

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