Neue Studie

Web 2.0 ändert Arbeit der Führungskräfte schon erheblich

Marietta Türk, 01. Juli 2010 11:08
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    Foto: 'society for management and internet'

    "Österreichs Unternehmer müssen mit Web 2.0 wie mit jedem anderen betriebswirtschaftlichen Thema umgeben: Verständnis zum Thema gewinnen, klare Strategie der Geschäftsführung entwickeln, projektbasierte Umsetzung durchführen, und dann kommt konkretes Messen und Optimieren", so Martin-Hannes Giesswein.

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    Chancen oder Risiken des Web 2.0

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    Geänderte Geschäftsprozesse

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    Social Media Richtlinien

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    Personalsuche

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    Marketing- und PR-Strategien

Die Einbindung von Social Media ins Unternehmen ist häufig dem Engagement von Mitarbeitern zu verdanken

Social Media Plattformen wie Facebook, Youtube und Xing haben erheblichen Einfluss auf die heimischen Führungskräfte - Personalsuche, betriebliche Abläufe und Kommunikationsstrategien ändern sich dadurch. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Studie "Führungskräfte & Wirtschaft im Web 2.0" unter 277 österreichischen Managern, die im Auftrag der 'Society for Management and Internet' durch das Meinungsforschungsinstitut checkboxx.com von Mai bis Juni 2010 durchgeführt wurde.

"Wichtig war uns ein Vergleich zwischen Managern, die direkt ihr Geld mit Internetbusiness (digitale Wirtschaft) verdienen, und solchen, die ein nicht-digitales Geschäft betreiben ", so Martin-Hannes Giesswein von der Society. Für den Erfolg ihres Unternehmens erachten 87 Prozent der teilnehmenden Chefs in der traditionellen Wirtschaft (97 Prozent bei den digitalen Chefs) das Internet als wichtig (47 Prozent sogar sehr wichtig). Befragt, ob die Verwendung des Web 2.0 eher Chancen oder eher Risiken für das Unternehmen mit sich bringt, votieren leitende Personen in traditionellen Firmen mit über 70 Prozent für Chancen. Nur vier Prozent sehen Risiken.

Die persönliche Nutzung sozialer Medien durch Führungskräfte ist hoch: 81 Prozent (93 Prozent digitale Wirtschaft). Fast die Hälfte der Befragten (74 Prozent digitale Wirtschaft) nutzt (beinahe) täglich soziale Plattformen. Führend sind Facebook, Xing und Youtube, im einstelligen Prozentbereich Twitter und Linkedin. 

Neue Marketing- und Kommunikationsstrategien

Rund ein Drittel der Führungskräfte hat die Marketing- und PR-Strategie bereits geändert, um den geänderten Medienkonsum der Kunden Rechnung zu tragen, ein gutes weiteres Drittel plant eine solche Änderung. Umgesetzt wird diese Anpassung über klassische online Maßnahmen (Website, Online Werbung) kombiniert mit Web 2.0 Werkzeugen (Blog-Management, Online Reputation Management). Kontakt zu Bloggern haben rund 20 Prozent (43 Prozent) aufgenommen. 

Personalsuche

Auch die Personalsuche verschiebt sich teilweise in die Web 2.0 Sphäre. Fast ein Drittel der digital-orientierten Führungskräfte und fast die Hälfte der traditionellen suchen Personal auch mit Hilfe von Web 2.0 Plattformen. Meistgenannte Wege zur Mitarbeiterrekrutierung bleiben aber Printmedien, klassische Online-Stellenmärkte und Inserate in Online Medien.

Engagierte Mitarbeiter

In den Firmen der befragten Führungskräfte sind es die Mitarbeiter, die eine führende Rolle dabei haben, den Betrieb in die Web 2.0 Welt zu führen. In drei Viertel aller Fälle waren es engagierte Mitarbeiter, die diesen Schritt vollzogen haben. Nur in 20 Prozent der Fällen war es ein definierter Changeprozess oder ein Projekt. Über 40 Prozent der Befragten aus traditionellen Firmen haben bereits dezidierte Mitarbeiter für das Themenfeld Web 2.0.

Die Verantwortung für Web 2.0 Aktivitäten haben hingegen Geschäftsführung, Marketing und PR-Abteilungen. Diese Organisationen sind auch die Leiter der geplanten Projekte in 2010. "In neu gestarteten Projekten ist es ratsam, klare Definitionen zu treffen: Wer ist das Gesicht nach außen? Basierend auf den Regeln des Web 2.0 ist eine Person immer authentischer als ein Logo", so Erich Morawek von der Society.

Mangel an Guidelines birgt Risiken

Obwohl sich Führungskräfte wenig Sorgen um Risiken unkontrollierter Web 2.0 Nutzung in ihren Betrieben machen, birgt die digitale Kommunikation mit Mitarbeitern und Kunden laut den Studienautoren auch eine Gefahr für Unternehmen. Ein Beispiel dafür ist das Umfrageergebnis zu Social Media Guidelines (Verhaltensregeln für Mitarbeiter im Web 2.0): Nur 17 Prozent der Befragten geben an, dass es in ihrem Unternehmen eine solche Guideline gibt, bei rund 20 Prozent ist eine in Planung, über 60 Prozent haben nicht vor eine zu erstellen.

Auf die Frage 'Hat Ihr Unternehmen einen Prozess, mit dem überprüft wird, was im Web 2.0 zu Ihrem Unternehmen geschrieben wird?' antworten über 40 Prozent in traditionellen Unternehmen mit "nein/nicht geplant" oder "weiß nicht". "Eine Social Media Guideline sollte aber wie Geheimhaltungspflichten oder Regelungen zur externen Repräsentanz der Firma Basisbestandteil einer Unternehmenskultur sein", so Morawek. (derStandard.at, 1.7.2010)

Siehe

"Freiheit für die Kommunikation": Stimmen aus Wirtschaft und Politik zum Stellenwert von Web 2.0

Infos zum Auftraggeber der Studie

Die 'Society for Management and Internet' ist ein Netzwerk von Managern, Experten und Unternehmern aus der Internet- und Innovationsbranche. Ihr Ziel ist es die sozio-ökonomischen Auswirkungen der neuen Medien auf das Handeln von Kunden, Unternehmen und Institutionen zu erforschen und erfahrungsbegründete Hilfestellung bei Web 2.0 Projekten zu geben. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut checkboxx.com durchgeführt.

Links

Die Studie im Detail und Diskussion über die Ergebnisse sind unter facebook.somain.org und somain.org nachzulesen. Kontakt: office@somain.org

Anleitung zu Social Media Guidelines

seine mama
22.09.2010 19:05

Alleine die Charts machen schon mal Gusta, dass man sich den Artikel nicht durchliest. Wurde auch dort so gearbeitet?

Wie der Kollege Hrn. Tufte empfiehlt - Hr. Hichert ist auch toll:

http://www.hichert.com/

ThomasKreiml
02.07.2010 14:46
Unternehmen 2.0? Klar!

web2.0 und Social Media im Unternehmen bzw. am Arbeitsplatz? Klar! Aber bitte dabei auch den MitarbeiterInnen Eigenverantwortung und Freiheiten zugestehen und immer komplizierter werdende Fragen der Privatsphäre nicht außen vor lassen!

Social Media-Policies? O.K.! Aber bitte nicht auf die arbeitsrechtlichen Grundlagen und die Mitbestimmungsrechte der Belegschaftsvertretung bei solchen Regelwerken vergessen?

Mehr Infos dazu? Klar: http://blog.gpa-djp.at/arbeitund... eitsplatz/

yomellamo
02.07.2010 00:07
allen coole-3D-balken-springen-aus-dem-bild-diagramm-erstellern

sei folgendes Buch von Edward Tufte empfohlen:
"Visual display of quantitative information"
http://www.edwardtufte.com/tufte/books_vdqi

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