Schwangerschaft

Geringere Spermaqualität durch Alkoholkonsum der Mutter

30. Juni 2010, 12:04
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    foto: apa/epa photo pa / hm

    Alkoholkonsum werdender Mütter beeinflusst laut Studie die Fruchtbarkeit des männlichen Nachwuchses.

Regelmäßiger Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft mindert Samenqualität männlicher Nachkommen

Rom - Trinkt eine Schwangere regelmäßig Alkohol, so hat das für den männlichen Nachkommen langfristige Konsequenzen. Im Erwachsenenalter wird der Sohn eine um ein Drittel schlechtere Spermaqualität aufweisen als wenn seine Mutter in der Schwangerschaft nüchtern geblieben wäre. Das berichteten dänische Forscher am Jahrestreffen der europäischen Reproduktionsmediziner (ESHRE) in Rom. Die Forschung wurde zudem auch im Fachjournal "Human Reproduction" publiziert.

15 Millionen Spermien weniger

Untersucht wurden 350 Männer der Geburtsjahrgänge 1984 bis 1987. Ihre Mütter hatten in der 36. Schwangerschaftswoche an einer großen Studie teilgenommen und dabei unter anderem angegeben, wie viel Alkohol sie pro Woche konsumierten. Im Jahr 2005 wurden bei den jungen Männern Sperma- und Bluttests durchgeführt und man verglich, ob ein Zusammenhang besteht. Dieser wurde deutlich sichtbar.

Männer, deren Mütter damals vier Getränke Alkohol pro Woche getrunken hatten, hatten nur eine halb so gute Spermaqualität wie jene, deren Mütter weniger als ein Getränk konsumiert hatten. In Zahlen waren dies 25 Millionen Spermien pro Milliliter Samenflüssigkeit, verglichen mit 40 Millionen bei abstinenter Mutter. Nach Bereinigung möglicher Störfaktoren betrug der Unterschied noch immer ein Drittel. Als "Getränk" werteten die Forscher zwölf Gramm Alkohol, was 0,33 Liter Bier, einem Achtelliter Wein oder 40 Milliliter Schnaps entspricht.

Alkohol schädigt Hodengewebe des Embryos

Mit der Konzentration der Spermien steigt die Fruchtbarkeit eines Mannes. Die WHO sieht einen Wert über 20 Millionen als "normal" an. Damit liegt die Gruppe der Männer, deren Mütter als Schwangere moderat tranken, bereits fast am Limit. "Einiges deutet darauf, dass Alkohol das Hodengewebe des Embryos schädigt, in dem später die Samen erzeugt werden", so Studienleiterin Cecilia Ramlau-Hansen vom Uniklinikum Aarhus. Bestätigt sich der Zusammenhang auch in weiteren Studien, könnte dies vielleicht den Rückgang der Samenqualität in den vergangenen Jahrzehnten erklären.

Interessant sind allerdings auch die weitere Ergebnisse der Studie. So waren Spermavolumen und -zahl bei den Männern am höchsten, deren Mütter ein Alkoholgetränk pro Woche zu sich genommen hatten, was ein Hinweis auf einen positiven Effekt von sehr kleinen Mengen Alkohol sein könnte. Zudem wurden auch die Folgen des Alkoholkonsums des Vaters vor dem Zeitpunkt der Zeugung erhoben - jedoch ohne erkenntlichen Zusammenhang. (pte)

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Schneeglöckchen
 
32
Konsequente Schädigung

Und daß saufende Schwangere auch später im Erziehungsstil zu schädigenden Verhaltensauffälligkeiten neigen könnten - mit Auswirkungen auf die Reproduktionsfähigkeit der Söhne - scheint den Studienautoren nicht einmal wert, im Konditional mitdiskutiert zu werden.

Warum erhält man den Eindruck, medizinische Forschung wird hauptsächlich von Stockholmsyndromisierten durchgeführt?

Ein Mann sucht unter einer Laterne seine Brille.
"Haben Sie die Brille hier verloren?"
"Nein, eher dort hinten im Dunklen, aber da sieht man ja nichts!"

sari1
02

sie werten eine frau, die vier alkoholische getränke in der woche trinkt als säuferin?

scheint mehreren postern hier so zu gehen. dann können wir gleich alle österreicherInnen als säuferInnen abstempeln...

Schneeglöckchen
 
31

Doch, "saufen" paßt ganz gut, weil werdende Mütter von Ärzten zum "Nullkonsum" angehalten werden - Alkohol gelangt durch die Blutbahn direkt zur Plazenta.

Noch was: Da dies keine anonym durchgeführte Studie war, glaube ich auch, daß viele werdende Mütter bei den Angaben über den tatsächlichen Konsum nicht ganz die Wahrheit gesagt haben, um weniger verantwortungslos darzustehen.

Dagmar Rehak
 
01

Wir wissen schon, Schneeglöckchen, nur die allergutesten Mütter können so sprechen wie du.
Die grausame Wahrheit aber ist folgende: Solange die Frau nicht dauernd blunznfett ist, kommt das Kind gesund zur Welt. Es haben sich schon viele gewundert, warum ihr Kind völlig gesund ist. Und von Nullkonsum kann keine Rede sein. Kein ernst zu nehmender Arzt empfiehlt das. Im Gegenteil ist ein Bier oder Wein ab und zu auch für Schwangere UND das Kind in ihrem Bauch gesund.

Schneeglöckchen
 
00
Daß Söhne trinkender Schwangerer geschädigt werden, ist ja das Ergebnis der Studie!

Die Frage ist, wie wird interpretiert:
A) Alkohol in der Schwangerschaft schädigt Söhne biologisch
B) Alkohol in der Schwangerschaft ist Indiz für späteres, verantwortungsloses Erziehungsverhalten
C) Kombi aus A+B

Es empört mich, daß in allen medizinischen Studien im 21.Jhd. psychodynamische Faktoren nach wie vor ausgeklammert werden - selbst diese elternkritsche Studie tut dies.
MÜn sind jedoch ganz, ganz viele Krankheiten psychosomatisch und (Spät) Folge von elterlichem Erziehungsverhalten.

Dagmar Rehak
 
01

D) Alkohol auch in geringen Mengen stimuliert die Bildung von Östrogenen, wodurch die Bildung der männlichen Urkeimzellen behindert wird.

Die 40 mio/ml der Abstinenzlersöhne sind übrigens auch sehr wenig. Noch vor wenigen Jahren galten 100 mio/ml als normal, und das ist auch die Menge, die 40-jährige Männer zusammenbringen. Die jüngeren haben generell weniger Spermien. Man muss die Gründe also ganz woanders suchen.

Echte Säuferinnen sind sicher keine guten Mütter, aber Frauen, die das Leben zu genießen verstehen, die besseren als die, die sich alles verkneifen. Und da stimme ich durchaus zu, dass manche Krankheiten Folgen von elterlichem Erziehungsverhalten sind.

Advaita0
10
30.6.2010, 18:54
Handystrahlung vermindert auch die Spermenzahl

Da sind wir aber ungeschützt!

Lectrice
00
23.1.2012, 15:03

Diverse Chemikalien ebenso - deshalb, die Studie ist wie alle ein Teilausschnitt.

Dagmar Rehak
 
00
30.6.2010, 22:27

Mit welchem Körperteil telefonierst du denn so?

ko mika
00
30.6.2010, 18:30
das ist die erste gute

verhütungsmöglichkeit

Doug Heffernan
00
30.6.2010, 17:50
Meine Mutter hat in ihrem Leben noch keinen Tropfen Alkohol getrunken!

Also, und wer will jetzt ein Kind von mir? :)

Ava Tar
06
30.6.2010, 18:47

Wieso von dir? Poste mal ein Bild von deiner Mudda!

mika33
12
30.6.2010, 17:49
Wer will eigentlich eine gute Spermaqualität????

Wenn ich einen Kinderwunsch habe, dann is mir auch eine mittelschlechte Qualität lieber, denn dann kann ich öfter bis es soweit ist. Wenn gleich nach dem ersten Schuss der Bauch wächst ist das suboptimal.

Herr J.K.
00
30.6.2010, 16:29

"It provokes the desire, but it takes away the performance."

Hotzenplotz 4 President
00
30.6.2010, 15:19
ich glaub wenn die werdende mutter regelmäßig alkohol konsumiert...

ist die geringere spermienproduktion wohl das geringste risiko was dabei eingegangen wird.

maverick
01
30.6.2010, 15:17
wow...

...was man so alles erforschen kann... ich dachte immer, wenn die mutter in der schwangerschaft säuft, dann wird das kind lustiger und schläft länger. aber nach dieser erkenntnis muss ich jetzt wirklich meiner schwangeren frau sagen, dass sie ja keine 3 doppler am tag mehr saufen darf, bis wir wissen, obs ein bub oder mädel wird. just in case ;-)

so ein schmarren echt! dass alkohol generell schlecht für mutter und ungeborenes sind ist hinlänglich bekannt. wofür weiterforschen? gäbs da nicht zig andere themen, die für die menschheit wichtiger wären?

salzmen1
00
andere Themen!!

Noch nicht gechekt, der Frauen tag naht, heuer Faschings dienstag!

da wird es lustig zugehn.

Grösseres Spermavolumen = Mädchen.

alexanderletten
 
11
30.6.2010, 19:31

Vieleicht lässt sich manch Schwangere von solchen Meldungen inspirieren und verzichtet auf Alkohol, was sie wohl sonst nicht getan hätte.

Man kann es ja auch so sehen:
Für Frauen, die in der Schwangerschaft auf ihre frühere ungesunde Lebensweise verzichten im Wissen, dass die Beibehaltung von gewissen "Sünden" dem Kind schaden würde, ist die Studie nichts Neues. ;-)

jumpingjack flash
10
15.1.2012, 20:57

aber es ist eminent wichtig aufzuklären.
das bestärkt die, die sich an gesund lebensweise halten und hilft ihnen notfalls auch leichter durchzuhalten.

Lectrice
11
12.1.2012, 16:41

Was täterten wir denn, wenn wir das schöne "Sünden"-Konzept nicht hätterten und leben taterten.

alexanderletten
 
00
16.1.2012, 22:18

Wir?
Wen repräsentierst Du denn ursprünglich so?

jumpingjack flash
10
15.1.2012, 20:59

das wär in der tat eine richtige katastrophe - aber das ergibt sich anscheind automatisch.

baroli
12
12.1.2012, 21:03

Hauptsache, die Männer dürfen weitersaufen, wenn sich nur die Schwangeren schön schuldig fühlen...

VoK
00
23.1.2012, 12:50

Und die Ungleichbehandlung Frau/Mann ist ihr Argument gegen Alkoholkonsum von werdenden Müttern?

baroli
00
23.1.2012, 12:57

Ich bin nirgendwo gegen Alkoholkonsum.
Da habens was falsch verstanden.

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