Fernost-Leitbörsen schließen tief im Minus

30. Juni 2010, 11:27
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Deutliche Abschläge in Tokio und Shanghai

Wien - Die Leitbörsen in Fernost haben am Mittwoch schwächer tendiert. Der Nikkei-225 Index in Tokio verschlechterte sich um 188,03 Zähler oder 1,96 Prozent auf 9.382,64 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong gab um 119,91 Zähler (minus 0,59 Prozent) auf 20.128,99 Einheiten ab.

Tiefer gingen auch die Märkte in Singapur und Sydney. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 2.824,93 Zählern und einem Minus von 5,41 Punkten oder 0,19 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney sank um 45,8 Zähler oder 1,05 Prozent auf 4.324,8 Einheiten. An der Chinesischen Börse fiel der Shanghai Composite um 1,18 Prozent oder 28,68 Zähler auf 2.398,37 Punkte.

Sorgen um fiskalpolitische Bremsmaßnahmen in China und Indien mit wohl negativen Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum haben Händlern zufolge auf die Stimmung gedrückt. Börsianer verwiesen auch auf überraschend schwache Konjunkturdaten: Die japanische Industrie hatte ihre Produktion wegen geringerer Autoexporte nach Amerika und Asien etwas gedrosselt, während die Arbeitslosenquote gestiegen ist. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt damit trotz Anzeichen einer Konjunkturerholung weiter ernst. In Japan sind zudem die Ausgaben der privaten Haushalte im Mai überraschend gefallen.

In Hongkong standen exportorientierte Werte unter Druck. Li & Fung ermäßigten sich um 3,70 Prozent auf 35,15 Hongkong Dollar. Die Aktie des führenden Logistiker China Cosco sanken um 1,50 Prozent auf 8,03 Hongkong Dollar.

Foxconn rutschten um 6,9 Prozent auf 5,11 Hongkong Dollar ab. Der Zulieferer für Nokia und Motorola steigerte den Halbjahresverlust wegen niedrigeren Absatzpreisen und Abschreibungen deutlich.

In Sydney gingen nach gesunkenen Metallpreisen vor allem Minentitel zurück. BHP Billiton verbilligten sich um 1,20 Prozent auf 37,65 Australische Dollar. Rio Tinto verbuchten einen Abschlag von 2,60 Prozent auf 66,66 Australische Dollar. Nach rückläufigen Ölpreisen gaben Woodside Petroleum um 1,70 Prozent auf 41,84 Australische Dollar nach.

Der japanische Nikkei-225 Index musste damit das schlechteste Handelsquartal seit den drei letzten Monaten des Jahres 2008 im Sog der Pleite von Lehman hinnehmen. Zum letzten Handelstag des ersten Halbjahres steht der Leitindex damit rund elf Prozent tiefer als zu Jahresbeginn.

Unter Druck hätten wegen der schlechten Vorgabe der Wall Street Halbleiterwerte gestanden - der US-Branchenindex PHLX Semiconductor Index hatte mit minus 4,64 Prozent besonders schwach geschlossen. Die negativ aufgenommene Bilanzvorlage von Micron Technology hatte die Aktien des Speicherchipherstellers um 13,47 Prozent abstürzen lassen. In Japan verloren Tokyo Electron 3,1 Prozent auf 4.855 Yen.

Die Agricultural Bank (AgBank) of China hat in Hongkong den heuer voraussichtlich größten Börsengang der Welt gestartet. Mit ihrem Gang aufs Handelsparkett in Hongkong und Shanghai will die AgBank insgesamt 23,2 Mrd. Dollar einnehmen. Die Zeichnung der Anteile der Bank in der Handelsmetropole Shanghai startet am Donnerstag. Das Finanzinstitut will in Hongkong 13,1 Mrd. Dollar und in Shanghai 10,1 Mrd. Dollar einnehmen. (APA)

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