Nur mehr eine Rufnummer für medizinische Notfälle

30. Juni 2010, 11:32
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Ab Juli werden "144 Notruf NÖ" und "NÖ Ärztenotdienst 141" zusammengelegt

St. Pölten - In Niederösterreich wird es künftig nur mehr eine Notrufnummer für medizinische Notfälle geben: "144 - Notruf NÖ" und der "NÖ Ärztenotdienst 141" werden ab 1. Juli - vorerst einmal in Form eines Pilotprojekts - zusammengelegt. Ab dann werden alle Notrufe von beiden Nummern automatisch ins Call-Center von Notruf NÖ weitergeleitet, wo über die Zuständigkeit für den speziellen Fall entschieden wird. Das berichtete die Tageszeitung "Kurier" in ihrer Dienstagsausgabe.

"Es sind weiterhin zwei Ärzte im Call-Center tätig", wird Gerrit Loibl, Vizepräsident der NÖ Ärztekammer, in dem Bericht zitiert. Wenn der Notruf von den speziell geschulten Disponenten des Call-Centers an diese weitergeleitet wird, führen diese auch wie bisher ein Arzt-Patienten-Gespräch und entscheiden, ob ein Hausbesuch des Nacht- oder Wochenenddiensts notwendig ist.

Für Patientenanwalt Gerald Bachinger ist die Zusammenlegung laut der Zeitung eine deutliche Verbesserung: "Fachlich geschulte Personen sitzen ab jetzt am Telefon. Die wissen, was zu tun ist. Das geht binnen Sekunden. Bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit wird der Anrufer an einen Arzt von 141 weitergeleitet. Das haben wir 1 zu 1 gefordert." Wichtig sei für ihn auch die genaue Dokumentation der Anrufe, die bei "144 - Notruf NÖ" erfolgt.

Die Umstellung sei "schon länger in Planung" gewesen, so die Ärztekammer. Dass eine Fehldiagnose des Ärztenotdienstes, nach der im April ein 36-Jähriger an einem Herzinfarkt starb, mitverantwortlich sei, wurde offiziell zurückgewiesen. (APA)

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