Nationalbank-Studie

Für die Masse bleibt der Traum vom Erben unerfüllt

30. Juni 2010, 11:12

Nationalbank-Studie: Zwei Prozent aller Haushalte vereinen fast die Hälfte aller Immobilienerbschaften

Wien - Wer hierzulande ein Haus oder eine Wohnung erbt, steht unter doppeltem Artenschutz. Die Erbschaftsteuer wurde 2008 abgeschafft, die Grundsteuer wird anhand günstiger Uraltwerte berechnet, die nichts mit den Marktpreisen zu tun haben. Weder darf der Häuslbauer belastet, noch den kleinen Leuten die Chance auf vererbten Wohlstand geraubt werden, lautet das verbreitete Credo.

Wen schützt diese Politik wirklich? Profitiert die breite Masse von vererbten Immobilien oder eine schmale Oberschicht? Eine neue Studie der Österreichischen Nationalbank gibt Antworten, die für die künftige Steuerpolitik, die stärker auf Vermögen zugreifen könnte, relevant sind.

Kein Massenphänomen

Auf ein Massenphänomen sind die Forscher, die sich auf eine Umfrage unter 2000 privaten Haushalten stützen, nicht gestoßen. 80 Prozent der Haushalte haben keine Immobilien geerbt, und auch innerhalb der Minderheit der Glücklichen sind die Hinterlassenschaften sehr ungleich verteilt. Nimmt man einen Werterhalt analog zum Verbraucherpreisindex an, dann haben die obersten zehn Prozent der Erben beinahe genauso viel geerbt wie die restlichen 90 Prozent zusammen. "Zwei Prozent aller Haushalte vereinen damit fast die Hälfte des gesamten Erbschaftsvolumens auf sich", sagt Martin Schürz, der die Studie gemeinsam mit Pirmin Fessler und Peter Mooslechner verfasst hat.

Der durchschnittliche Wert eines Immobilienerbes beträgt zwischen 219.000 und 294.000 Euro - je nachdem, ob man den Wertanstieg mit moderaten zwei Prozent im Jahr oder in der Höhe der Inflationsrate annimmt. Erst im Top-Zehntel gehen die Nachlässe in die Millionen. Daraus lässt sich schließen, dass diverse Konzepte für ein Erbschaftsteuer-Comeback einen großen Teil der Empfänger ungeschoren ließen. Die Arbeiterkammer etwa würde im Familienkreis einen Freibetrag von 300.000 Euro vorsehen - gemäß den OeNB-Zahlen wären rund 70 Prozent der Erben bzw. 94 Prozent aller Haushalte aus dem Schneider.

Je reicher, desto mehr Erbe

Insgesamt geht es um stolze Summen. Das private Immobilienvermögen beträgt laut Nationalbank 880 Milliarden Euro, zwischen 17 und 23 Prozent wurden vererbt. Pro Jahr mache das Erbschaftsaufkommen aus Immobilien etwa drei Milliarden aus, schätzen die Experten, die sich der gleichen demoskopischen Methoden bedienen, wie nun die europäische Zentralbank für ihre europaweite Vermögenserhebung.

Starthilfe sind Erbschaften eher nicht: Von den 18- bis 29-Jährigen kommen nur fünf Prozent in den Genuss, am größten ist die Chance im Alter von 50 bis 69 Jahren (26 Prozent). Bauern erben mit einer Quote von 58 Prozent besonders häufig. Bei Freiberuflern und Beamten profitiert jeweils ein Drittel, spärlich sind Erben unter den Arbeitern (14 Prozent).

Erben biete weniger Betuchten zwar eine (kleine) Chance, Immobilienbesitz anzuhäufen, heißt es in der Studie, doch generell gelte: Je höher Nettohaushaltseinkommen und Vermögen, desto zahlreicher die Hinterlassenschaften. "Erben entspricht dem Matthäusprinzip", urteilt Schürz: "Wer hat, dem wird gegeben." (Gerald John, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.6.2010)

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20 Postings
ElGuancho
00
25.7.2010, 22:34
der Artikel

ist wirklich nur da um die Masse einzufangen und nicht um eine richtige Meinung zu bilden.

ElGuancho
00
25.7.2010, 22:33
was kann

meine Familie dafür das andere Familien nicht fast ihr ganzes Leben lang Raten fürs Haus abstottern und am Wochenende mit der Scheibtruhe mit den Kindern an der Mischmaschine rumrennen?

Sollen jetzt andere davon profitieren das ich mit 10 schon für die Maurer die Leberkässemmerl und das Bier geholt hab nach der Schule und ihnen Wasser in den Kübel gefüllt hab usw...

Dafür hab ich mir auch mit 2 Geschwistern ein 2 Meter breites Bett geteilt.

Ich seh nicht ein warum irgendwer anderer davon profitiern sollte, was sich meine Familie aufbaut.

Die sollen selber schuften.

Heavyweather
02

Na dann sollten sich die Leute doch bitte endlich Immobilien kaufen...wie kommen die Kinder dazu dass es nix zum erben gibt...

Chocoholic
12
und wie viele verkaufen ihr Haeusl wenn sie in Pension gehen, kaufen sich was kleineres oder mieten an,

und mit dem Rest wird dann den Kindern oder Enkelkindern ein Grund oder ein Haus gekauft, ganz noch VOR dem Erben. Bloedsinnige Studie, und da fallen alle reihenweise darauf rein.

Alleine am Land gibt es mehr Eigentum als Miete. Also was machen die alle? Auffressen?

B/5_Müller
12
30.6.2010, 16:29
Haben die nur Wiener befragt?

... am Land ist Haus- und Grundbesitz doch die Regel und nicht Mietwohnungen. Ich kenn in meinen Bekanntenkreis kaum jemanden, der nie was geerbt hätte. Die und auch ich sind daher von einer Erbschaftsteuer sicher nicht begeistert.

Ich habe ja leider mein Erbe vor der Abschaffung der Erbschaftsteuer angetreten...

Feles
00
26.7.2010, 08:56
dann ist ihr Bekanntenkreis

wohl nicht sozial repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ;-) ?

Chocoholic
13
Hier wird doch immer nur bloed stimmung gemacht fuer die armen Armen gegen die reichen Reichen.

Ich kenne ganz viele, die sind soooo arm, aber die Eigentumswohnung von den Eltern gekauft bekommen, als sie studiert haben.... oder die Friedenszinswohnung von der Omi.

Fleisch
00

Dann sind ihre Bekannten vermutlich schon in der 50+ Altersgruppe.

ruamzuzler
11
30.6.2010, 16:27
Keine Überraschung!

Umso mehr müssen Politiker zur Verantwortung gezogen werden, die jahrelang das Gegenteil behauptet hätten. Die Probleme Erbschaftsteuer, Vermögensteuer und Stiftungen müssen jetzt gelöst werden!

stefan81
11

wieso probleme? raubt der staat den menschen nicht schon genug?

worry1
17
30.6.2010, 14:00
Wem wundert es

Hätte die ÖVP sonst die Erbschaftssteuer abgeschaft, wenn es den kleinen Leuten nützen würde?
Mann, mich kotzt diese ÖVP dermaßen an...

Chocoholic
11
Sie glauben doch nicht tatsaechlich jedes Wort, das hier steht?

Am Land gibt es hauptsaechlich Grundbesitz. Nur wird der wegen der Grundsteuer oftmals nicht vererbt, sondern vor Todesfall bereits ueberschrieben oder verkauft und was Neues fuer die Kinder gekauft oder geschenkt.

eleonora12
00

ich kenn genug reiche, die von den mieteinnahmen ihrer immobilien ganz gut leben könn(t)en und ihr in stiftungen geparktes geld der wirtschaft entziehen (geld macht nur sinn, wenns in umlauf ist!).
auch wenn am lande noch der überwiegende teil in eigenheimen lebt, so nehmen mieten immer mehr zu. viele reiche kaufen häuser auf und vermieten. die nachfrage nach anlageobjekten steigt ganz schön an. das sind dann die, die einen weit höheren liegenschaftswert zu vererben haben als der "ottonormalverbraucher".
und wer tatsächlich meint, daß reiche ihre liegenschaften nicht auch frühzeitig überschreiben ließen, der ist schon SEHR naiv! gerade die reichen können uns vormachen, wie man "spart" - auch oder gerade steuern!

Chocoholic
10
Die Reichen, die von den Mieteinnahmen ganz gut leben koennen haben diese Immobilien mittlerweile entweder nach 20 oder 30 Jahren abgezahlt,

daher wird von Ihnen ja offensichtlich der geleistete Kapitaleinsatz nicht berechnet./ Auch von einem Sparbuch mit 1 Mio. Euro und 2% Zinsen kann man gut leben, und das ohne Risiko von MIetnomaden, Altbaumieten und anderen Wiener Spezialitaeten.

ElGuancho
00
25.7.2010, 22:41
aber

der Euro ist keine sichere Anlage, und das Geld auf der Bank liegen zu lassen wirklich auf 100 jährige Sicht eine sehr schlechte Idee, besonders jetzt.

also dann ...
03
30.6.2010, 13:54
tja ...damit werden a l l e politischen "totschlagargumente"...

insbes. von pröll, kopf + den trabanten aus der IV und WKÖ...
als auch dem in wirtschaftl. belangen völlig unbedarften bk...
l ü g e n gestragt !

vermutet...hats eh ein jeder.

myschkin
22
30.6.2010, 19:18

ist doch keine Überraschung, das leider übliche Verhältnisse wie sonst auch - dieses System wie es ist, gehört ......... ohne wenn und aber.
Danach kann Neues wachsen, was den Namen Menschheit verdient.

stefan81
42

genau. führen wir ein system ein in dem auch SIE reich sein dürfen.

schon grauslich, wenn man so vom neid zerfressen ist, oder?

myschkin
11

schon traurig, wenn die Aufklärung keinen Spuren an einem hinterlassen hat.
Aber solche Menschen wie sie braucht das System, aktive Mithilfe an der Beseitigung der letzten Reste der Aufklärung.
Lesen ist nicht die Stärke dieser Helfershelfer, Logik auch nicht, aber egal, wir sind stärker, wir tun was wir wollen, und wer nicht spurt, wird ausgelöscht. Die Psychologie hat gute Erklärungen dafür, aber damit wollen wir uns erst gar nicht beschäftigen.
Zwei und zwei ist fünf.

also dann ...
00
Y E P - es ist zeit ! ! !

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