Wie die User Office 2010 formten

30. Juni 2010, 12:00
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9 Millionen Betatester brachten 2 Millionen Feedbacks und formten so Microsoft neue Bürosoftware

Microsofts Ausflüge in neue Märkte sind nur in seltenen Fällen von Erfolg gekrönt. Online ließ man sich von Google überrumpeln, im Mobilfunksegment fällt man sukzessiv hinter Konkurrenten wie iPhone, Blackberry oder dem Trend nach bald auch Android zurück. Selbst die relativ populäre Spielkonsole Xbox produzierte bislang mehr Schulden als Gewinne. Dennoch, der US-Konzern lässt sich bei seinen Unternehmungen nur selten beirren und hat sich über die vergangenen Jahrzehnte als äußerst beharrlich erwiesen. Der Grund, weshalb es sich Microsoft leisten kann immerzu am längeren Ast zu sitzen, sind die Milliardenerträge durch das Betriebssystem "Windows" und die Bürosoftware "Microsoft Office".

Ein Hit ist Pflicht

Umso wichtiger ist es daher, dass diese beiden Säulen gehegt und gepflegt werden. Mit Windows 7 konnte der Hersteller nach dem wenig beliebten Windows Vista abermals einen durchschlagenden Erfolg feiern -  rekordverdächtige 150 Millionen Lizenzen wurden innerhalb der ersten 8 Monate verkauft. Mit dem im Juni gestarteten Office 2010 sollen die Kunden gleichermaßen begeistert werden. Ein Schlüssel dazu soll die umfassende Zusammenarbeit mit der Community sein, berichtet Wired.

Monate bevor das neue Office-Paket auf den Markt kam, lancierte Microsoft einen öffentlichen Betatest, um so viel Feedback wie möglich von den Usern zu erhalten und dementsprechend Änderungen vorzunehmen. 9 Millionen Mal wurde die Testversion heruntergeladen, was zu 2 Millionen Rückmeldungen führte.

Kundenwünsche

Um die Flut an Kundenwünschen und -beschwerden abarbeiten zu können, mussten eigene Filtersysteme und Datenbanken erstellt werden. 81.000 der partizipierenden Nutzer traten per Email direkt in Kontakt mit Microsoft. Parallel dazu wurde das Nutzerverhalten von 600 Testern in einem virtuellen Labor untersucht. Hier wurde festgestellt, bei welchen Aufgaben es zu Problemen oder Verzögerungen kommt.

Die Arbeit sei damit allerdings auch nach der Veröffentlichung nicht getan. Die neue kostenlose Online-Version - Office Web Apps - etwa werde kontinuierlich erweitert, um den Ansprüchen der Tester gerecht zu werden. Den Tests nach hinke Microsoft hier dem Online-Konkurrenzprodukt Google Docs noch hinterher. Bei 360 Millionen Windows Live-Nutzern dürfte es zumindest am Feedback nicht scheitern. (zw)

  • Office 2010 wurde mit Hilfe der User entwickelt
    foto: epa/keith bedford/handout

    Office 2010 wurde mit Hilfe der User entwickelt

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