Lebensmittel-Infektionen sind oft "hausgemacht"

30. Juni 2010, 10:32
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Hygienischer Umgang mit Lebensmitteln ist besonders wichtig - Eine neue Kampagne wurde vorgestellt

Wien - Die meisten Lebensmittel-bedingten Infektionen durch Salmonellen & Co. sind "hausgemacht". Richtiger Transport, Lagerung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln würde den größten Teil der Erkrankungen verhindern. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und Gesundheitsminister Alois Stöger stellten in Wien eine neue Informationsinitiative zu diesem Thema vor.

Hygienischer Umgang wichtig

"Der fehlerhafte Umgang mit rohen Lebensmitteln kann für die Gesundheit des Menschen gefährlich werden, nämlich dann, wenn er zur Lebensmittelvergiftungen führt. Daher ist der hygienische Umgang mit Lebensmitteln besonders wichtig. Darüber wollen wir aufklären" sagte Stöger bei der Präsentation der Initiative "Richtig und sicher kochen".

Rohe Lebensmittel rasch verbrauchen

Zumeist gehen Lebensmittelinfektionen mit Magenkrämpfen, Durchfall und Erbrechen einher und heilen von selbst aus. Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem (kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen) können sie im Extremfall aber auch lebensbedrohlich sein. "Neben der Küchenhygiene ist auch wichtig, dass man rohe Lebensmittel möglichst rasch verbraucht und keinesfalls nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums verwendet. Bakterien sollen keine optimalen Bedingungen haben um sich zu vermehren," betonte der Minister.

Informationsoffensive

Deshalb wurde vom Gesundheitsministerium gemeinsam mit der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der Lebensmittelaufsicht der Bundesländer eine Informationsoffensive gestartet, die sich speziell den Möglichkeiten zur Vermeidung von lebensmittelbedingten Krankheiten im privaten Haushalt widmet. Leitl betonte, dass Produzenten, Transporteure, Großhandel, Einzelhandel und Verbraucher "Teil der Lebensmittelkette" wären und somit Verantwortung hätten.

Tipps für den sicheren Genuss

  • Um sichere Speisen genießen zu können, sollten man folgende Grundsätze im Haushalt beachten.
  • Die Ware nach dem Einkauf kühl transportieren und im Kühlschrank bis zur Verarbeitung lagern.
  • Hände vor dem Kochen und nach jedem Hantieren mit rohen Lebensmitteln gründlich waschen.
  • Beim Hantieren mit rohen Lebensmitteln auf die Küchenhygiene achten.
  • Gekochte und für den Konsum fertige Lebensmittel, nicht auf Brettern schneiden oder zerteilen, auf denen vorher rohe Lebensmittel bearbeitet wurden.
  • Rohe Lebensmittel, besonders Geflügel (Salmonellen), vollständig durcherhitzen (auf mehr als 70 Grad).
  • Umgang mit rohen Eiern: Möglichst keine Speisen bereiten, die rohe Eier enthalten und nicht durcherhitzt werden (Mayonaise, Tisamisu). Keine Lebensmittel mit rohem Eiern vor dem Erhitzen "kosten" (z.B. Teig vor dem Backen).

Die Empfehlungen liegen in Filialen von verschiedenen Lebensmittelketten und Fachgeschäften auf und sind auch auf Homepage des Gesundheitsministeriums (http://www.bmg.gv.at) veröffentlicht. (APA)

  • Im Umgang mit rohen Eiern ist Vorsicht geboten. (Es gibt häufig Alternativen: Hier zum Rezept Tiramisu ohne Ei).
    foto: derstandard.at/schersch

    Im Umgang mit rohen Eiern ist Vorsicht geboten. (Es gibt häufig Alternativen: Hier zum Rezept Tiramisu ohne Ei).

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