Strafzettel-Welle für Österreicher im Anrollen

30. Juni 2010, 09:25
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Strafe bleibt in Italien fünf Jahre gültig - Wer nicht bezahlt und beim nächsten Italien-Urlaub von der Polizei aufgehalten wird, muss mit einer Verdoppelung der Strafe rechnen

Wien  - Wer  im Vorjahr mit dem Auto in Italien war und in diesen Tagen Post aus Italien bekommt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Strafzettel zugestellt bekommen.

"Wir erwarten, dass da jetzt  viel nachkommt", erklärt ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Die italienischen Behörden haben 360 Tage ab Übertretung Zeit, eine Anzeige ins Ausland nachzuschicken. 

Strafe bleibt in Italien fünf Jahre gültig

Derzeit können zwar unbezahlte italienische Strafen von heimischen Behörden nicht zwangsweise eingetrieben werden. "Es ist aber möglich, dass die Vollstreckung von italienischen Verwaltungsstrafen in Österreich demnächst Realität wird", erklärte Pronebner. In Italien selbst können offene Geldstrafen fünf Jahre lang rückwirkend eingefordert werden. "Wer also nicht bezahlt und beim nächsten Italien-Urlaub von der Polizei aufgehalten wird, muss sogar mit einer Verdoppelung der Strafe rechnen", sagte die Juristin.

Bußgeld-Falle in der Altstadt

Viele Urlauber tappen vor allem in den Fahrverbotszonen der italienischen Altstädte in die Bußgeld-Falle. "Diese Zonen sind teilweise schlecht ausgeschildert oder die Leute erkennen die Verkehrszeichen nicht", erklärt die Juristin. Ein österreichischer Autofahrer wurde gleich viermal zu je 114 Euro bestraft, weil er auf der Suche nach einem Parkplatz, immer wieder aus der Zone heraus- und wieder hineingefahren ist.

"Zona traffico limitato"

Die sogenannte "zona traffico limitato" (ZTL) ist eine verkehrsberuhigte Zone, die das Einfahren nur mit Sondergenehmigung erlaubt. Mittlerweile gibt es derartige Fahrverbote in zahlreichen italienischen Städten, etwa in Bologna, Bozen, Florenz, Genua, Mailand, Pisa, Rom, Triest, Turin und Verona. Wer ohne Genehmigung hineinfährt, muss mit einer Strafe von mindestens 74 Euro rechnen.

Erkennbar ist die Zone durch Verkehrsschilder mit einem Fahrverbotszeichen und der Aufschrift "zona traffico limitato". Die genauen Zeiten des Fahrverbots sind entweder unter dem Schild angebracht oder finden sich auf einer Zusatztafel. In vielen Städten sind bei der Einfahrt Überwachungskameras angebracht. Die Kennzeichen aller Fahrzeuge werden auf diese Weise erfasst und überprüft, ob eine Einfahrtsgenehmigung vorliegt.

Liegt das gebuchte Hotel innerhalb einer ZTL und man will direkt zufahren, gibt es die Möglichkeit einer temporären Einfahrtsgenehmigung, so der ÖAMTC.(APA)

 

 

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