Sexueller Übergriff wird neu aufgerollt

29. Juni 2010, 19:53
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Gericht verfügte Wiederaufnahme der Ermittlungen

Wien - Das vor wenigen Monaten eingestellte Verfahren gegen einen Beamten der Wiener Linien, dem sexuelle Nötigung und Belästigung einer Mitarbeiterin vorgeworfen worden war, wird nun neu aufgerollt. Gerichtssprecher Christian Gneist bestätigte einen entsprechenden Bericht der Wiener Zeitung (Dienstagsausgabe). Demzufolge hat das Gericht eine Wiederaufnahme der Ermittlungen verfügt.

"Wir haben dem Fortführungsantrag des Opfers Folge gegeben", sagte Gneist. Was aber noch nicht heiße, „dass es auch tatsächlich zu einem Verfahren kommt". Die Staatsanwaltschaft ermittle nun wieder und könne dann - wie bereits im ersten Anlauf - neuerlich entscheiden, ob die Ermittlungen einstellt werden oder Anklage erhoben wird.

Der Fall war im Herbst vergangenen Jahres bekannt geworden. Ein Beamter der Wiener Linien soll eine ihm unterstellte Mitarbeiterin wiederholt zu geschlechtlichen Handlungen genötigt haben. Die heute 55-Jährige Frau musste daraufhin jahrelang psychologisch betreut werden. Der Mann wurde vom Dienst suspendiert.

Nachdem im März diesen Jahres die Ermittlungen mit der Begründung, dass die Vorfälle bereits verjährt beziehungsweise nicht strafrechtlich verfolgbar seien, eingestellt wurden, kehrte der Beamte an seinen Posten zurück. Die Wiener Linien leiteten ein Disziplinarverfahren ein. Aufgrund der neuerlichen Ermittlungen hat man den Angestellten neuerlich suspendiert. (APA, red/DER STANDARD, Printausgabe, 30. Juni 2010)

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