Organisierte Kriminaltiät

Wiener Mafia - Die Paten an der blauen Donau

29. Juni 2010, 19:43
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    foto: der standard/andy urban

    Von links: Maximilian Edelbacher, Petra Reski, Gerfried Sperl, Jürgen Roth, Max-Peter Ratzel - Ihr Befund beim Standard-Montagsgespräch im Haus der Musik fiel wenig erfreulich aus: Die Mafia hat sich auch in Österreich längst niedergelassen

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Österreich in den Fängen der Mafia? "Ersetzen Sie das Fragezeichen durch ein Rufzeichen", hieß es auf dem Podium des Standard-Montagsgesprächs

Gerät Österreich in die Fänge der Mafia? Es war natürlich purer Zufall, dass die zentrale Frage des Standard-Montagsgesprächs im Haus der Musik keine 100 Meter entfernt von jenem Ort gestellt wurde, an dem im Jahr 1996 in der Wiener Innenstadt der georgische Oligarch David Sanikidse (siehe Eintrag im Mafia-Lexikon) erschossen worden war. Eine Bluttat, "die die österreichische Polizei geradezu aufgeweckt hat", wie sich der damalige Chef des Wiener Sicherheitsbüros, Maximilian Edelbacher, erinnert. Die Eskalation der Gewalt, die vor allem aus Ländern des zerfallenen Ostblocks überschwappte, bekamen die Sicherheitsbehörden zwar in den Griff. Dass mafiose Strukturen dennoch auch in Österreich Fuß fassen konnten, ist für Edelbacher unumstritten.

Und mit dieser Einschätzung steht der Topkriminalist im Ruhestand nicht allein da. "In den Geldwäscheskandal der Telecom Italia waren 14 Auslandsbanken involviert, zwölf davon aus Österreich", eröffnete die deutsche Buchautorin und Mafia-Spezialistin Petra Reski den Reigen der Vorwürfe. Reski, die in Venedig lebt, kritisiert vor allem den "guten Glauben", dass die italienische Mafia ein Problem Italiens sei: "Mafiose Strukturen in Österreich und Deutschland gibt es seit 40 Jahren." Vor allem die kalabresische `Ndrangheta habe sich im Ausland im Schatten der sizilianischen Cosa Nostra zu einer Wirtschaftsmacht entwickelt. "Und die 45 Milliarden Euro Jahresumsatz werden auch fleißig in die legale Wirtschaft investiert."

"Das Fragezeichen in der Eingangsfrage können Sie getrost durch ein Rufzeichen ersetzen", machte Reskis Kollege, der deutsche Buchautor Jürgen Roth, Standard-Moderator Gerfried Sperl keine Illusionen. Für Roth, spezialisiert auf die organisierte Kriminalität aus dem Osten, ist Wien seit den 1990er-Jahren ein Stützpunkt der Paten. "Fast alle kriminellen Bosse, die heute in Russland im Kampf um die Macht der Oligarchen mitmischen, hatten oder haben Residenzen an der schönen blauen Donau", so Roth.

Einmal mehr, und diesmal vor einem großen Publikum beim Standard-Montagsgespräch, erneuerte Roth die Behauptung, dass der in Österreich recht bekannte russische Wirtschaftsmagnat und Oligarch Oleg Deripaska in einem Nahverhältnis zur russischen kriminellen Vereinigung Ismajlowskaja stehe. Wie berichtet, weist Deripaska diesen Vorwurf entschieden zurück. Üblicherweise reagiert er mit Klagen wegen Rufschädigung. Konkret behauptet Roth nicht, dass Deripaska ein Mafiamitglied sei, sondern dass er von kriminellen Geschäften profitiert habe. Der deutsche Autor beruft sich dabei auf ein rechtskräftiges Urteil der 5. Großen Strafkammer am Landgericht Stuttgart. In Österreich liegt - wie berichtet - nichts strafrechtlich Relevantes gegen Deripaska vor.

Polizei politisch gefesselt

Auch in der Causa Alijew nahm sich Roth kein Blatt vor den Mund: Die Bemühungen des ehemaligen Botschafters Kasachstans in Wien, Rakhat Alijew, sich als Freund demokratischer Reformen in Kasachstan darzustellen, bezeichnet Roth als "Show" für die Medien. Den "gespielten" Einsatz für die Menschenrechte dürfe man Alijew nicht abnehmen. Die österreichische Polizei habe offenkundig Erkenntnisse über Alijew, sei aber "offenbar politisch gefesselt", meinte Roth. Wie berichtet, fordert die Republik Kasachstan von Österreich die Auslieferung Alijews wegen der angeblichen Entführung zweier Manager der kasachischen Nurbank.

Auch Max-Peter Ratzel, bis 2009 Direktor von Europol und jetzt im Ruhestand, sieht in der Causa Alijew "noch viel Aufklärungsbedarf". Immerhin, zitierte er Medienberichte, sei auch von Geldwäsche bis zu 100 Millionen Euro die Rede.

"Verdachtsberichterstattung"

Sonst fungierte Ratzel auf dem Podium eher als Gegenpol zu Roth und Reski. Er warf den Autoren vor, oft nur "Verdachtsberichterstattung" zu betreiben. "Mit Vermutungen können Polizei und Justiz nichts anfangen. Was wir brauchen, sind konkrete Hin- und Beweise", so Ratzel. Was Roth und Reski wiederum mit der stets existenziellen Bedrohung durch Privatklagen zurückwiesen. Und: "Sie können von uns doch nicht verlangen, dass wir Staatsanwälte spielen", empörte sich Roth.

"Mehr Aufklärung" wünschen sich alle Diskussionsteilnehmer. Reski: "Aber so lange die Leute mit Mafia nur Mario Puzos Paten assoziieren, ist das schwierig." (Michael Simoner/DER STANDARD, Printausgabe, 30. Juni 2010)

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Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 94
1 2 3
jona li
 
00
16.6.2011, 20:42
Organisierte Kriminalität in Wien 2011 – Infos – Weg aus der Krise

*

Artikel, "Wien ... jenseits vom Traum"

http://jonahli1freedom4vienna.wordpress.com/

*

Mirstetta Toni
00
Wiener Mafia?

halb guntramsdorf wird von einem baumeister gebaut; wr. neudorf ebenfalls. zufall?

Mario Rutar
45
30.6.2010, 17:02
Der beste Freund der OK...

Solange AI, Caritas, die Grünen, UBock, SOSMitmenschIn und diverse andere Gutmenschenvereine ihr Unwesen treiben, solange wird es in diesem Land auch nicht möglich sein, effektiv, robust und effizient gegen die OK vorzugehen. Stichwort: AI und dessen Aversion gegen das "Ethnic Profiling"...

gbtoe
00
13.7.2010, 21:06

was für eine erfrischende naivität. mmh :-)

Tschuri Cazzino
 
75
30.6.2010, 16:56
Kriminelle Strukturen stellen in Ö. vor allem innerhalb der Polizei

und seit Karl-Heinz und seinen Freunden auch in der Politik ein Problem dar. Ndranghetta und Russenmafia sind dazu vergleichsweise harmlos.

Im Übrigen gelten für Karl-Heinz Grasser zahlreiche Unschuldsvermutungen.

Bonobo
12
30.6.2010, 18:13
Passt wunderbar.

Ex-Minister Hubert Gorbachs Schwiegersohn fährt mit einem über €100 000.- teuren Wagen herum.
(Kein Neid, er wurde NICHT in Österreich gekauft)
In seiner Heimatgemeinde ist bekannt wie Gorbach im Geld schwimmt. Woher es kommt ?

Was können wir tun, damit diese Gelder den Österreichischen Steuerzahlern wieder zugeführt wird?

Der Weise von Zion
00
15.7.2010, 19:38

die gorbachs sind ein reicher clan in vorarlberg, das ist jetzt nur heiße luft

Laín Coubert
02
30.6.2010, 15:03
Geschäfte in Russland und Naheverhältnis zum organisierten Verbrechen...

= absolut verpflichtend, man würde sonst den Kopf verlieren.

empfehle hierzu die sehenswerte Arte-Doku "Die Ehre der Diebe"

...aber alles höchst ehrenwerte Herren und harmlos gegen Wall Street und die Goldman-Sachs-Bande.

Der_Klingone
00
30.6.2010, 16:50

Habe diese Doku gesehen. Hochinteressant war vor allem diese Entwicklung vom kleinen Straßengangster über den Mafiaboss bis hin zum "wertvollen Mitglied der Gesellschaft", welches nur noch legale Geschäfte macht und für Witwen und Waisen Unsummen spendet.

Dabei brauchen wir uns da gar nicht wundern. Haben in aller Welt nicht viele so angefangen?

Laín Coubert
01
30.6.2010, 20:07
Ja, hochinteressant!

Ich finde es demonstriert schön den Prozess, wenn ein Imperium zerfällt und sich neue Eliten herausbilden - vermutlich wars seit Beginn der Menschheit gleich:

- alte Gesellschaftsstruktur zerfällt
- die Skrupellosesten nehmen gewaltsam an sich was sie wollen
- Phase von Verteilungskämpfen
- Beruhigung und Festigung neuer hierarchischer Strukturen
- Voilá! neuer Adel ist da.

z.B. nach dem Zerfall des römischen Imperiums und Völkerwanderung gings ähnlich zu, der Aufstieg der mittelalterlichen Feudalherren und des späteren Adels war wahrscheinlich ähnlich unglamourös wie der der russischen Oligarchen.

Spannend die Frage was dieser Tage mit der westlichen Zivilisation passieren wird - heutige Eliten werdens auch nimmer lang machen... :-)

1116er
00
30.6.2010, 14:50
ist in guantanamo kein platzerl mehr frei?

was für den fahrer von osama gut ist, muss doch auch für deripaska und co billig sein!

andreas lamers
 
00
30.6.2010, 17:16
2 gruende dagegen

erstens kriegen ist gar nicht so einfach fragen sie die mafiajaeger in italien (abgesehen davon ist das mordsgefaehrlich)
und zweitens hilft es nur bedingt fuer jeden der festgenommen wird kommen 4 neue nach.

Allmächtiger Satan
68
30.6.2010, 14:08

Gegen Don "Kutscher" Häupl und seine rote Familia kommt kein Italostrizzi je heran.

Tschuri Cazzino
 
31
30.6.2010, 16:51
Welches kriminelle Verhalten unterstellen Sie Häupl konkret?

Und können Sie dieses belegen?

Im Übrigen gelten für Karl-Heinz Grasser zahlreiche Unschuldsvermutungen.

til eulenspiegel
00

häupl ist ein schweine-möda. (100 stözn/jahr).

Allmächtiger Satan
00

Ich belege höchstens meinen Grill mit Ihrer Seele und der Vorwurf betrifft sein Dasein, das ist Verbrechen genug an der Menschheit.

Tschuri Cazzino
 
00
Danke damit wissen wir nun, wie dieses Post im Speziellen

und Ihre Cyberexistenz im Allgeimeinen zu schubladisieren ist.

Im Übrigen gelten für Karl-Heinz Grasser zahlreiche Unschuldsvermutungen.

rote_tomate
23
30.6.2010, 14:06
Wie viele Netzwerke der Mafia gibt es in Kärnten?

Vielleicht könnte man dort einmal genauere Untersuchungen vornehmen? Hier würden sich Untersuchungen für Jürgen Roth möglicherweise lohnen?

dasBeobachter.blogspot.com
00
30.6.2010, 14:01
zumindest hat der anwalt der beiden georgischen asylwerber in der villa...

keine klage bekommen, weil er ihnen beim ausfüllen der anträge geholfen hat. ;)

unterschichtskind auf dem weg nach oben
77
30.6.2010, 13:25

Mafia in Wien = SPÖ.

jcMaxwell
11
30.6.2010, 15:47

achja, die vorboten des wahlkampfs
(sinnlose propaganda)

unterschichtskind auf dem weg nach oben
31
30.6.2010, 17:28

hab ich Ihre Gefühle verletzt? mea culpa.

til eulenspiegel
00

haha. alleine für das mea culpa hast dir 100 rote stricherl verdient.

Def. Izit
02
30.6.2010, 13:15
Man denke nur daran, wieviel Geld das "Giebelkreuz"

einem gewissen Deripaska gelihen hat und die Rückzahlung seit 18 Monaten nicht fällig stellt. Stattdessen dürfen Steuerzahler mit PS-Kapital die "Bankenlandschaft" vor den Konsequenzen bewahren.

sociovation
00
30.6.2010, 12:54
Dank der notorischen Konsequenz unserer Innenministerin

wird das Problem bald gelöst sein.

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