Bei der Albirroja sitzen alle Elfer

29. Juni 2010, 18:59
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Südamerikaner setzen sich in einem schwachen und torlosen Achtel­finale gegen Japan erst im Penaltyschießen durch

Pretoria - Paraguay steht nach einem Elfmeter-Krimi zum ersten Mal im Viertelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Nach erschreckend langweiligen und torlosen 120 Minuten profitierten die Südamerikaner vom Lattentreffer des Japaners Yuichi Komano und gewannen den Shootout aus elf Metern mit 5:3.

Die Albirroja hat die WM in Südafrika damit auch zu einer Copa America mit internationaler Beteiligung gemacht. Als vierte Mannschaft aus Südamerika nach Uruguay, Argentinien und Brasilien zog sie in die Runde der letzten Acht ein.

Im Viertelfinale trifft die Mannschaft am Samstag in Johannesburg auf Spanien oder Portugal. Der Sieger dieses Spiel könnte im Halbfinale auf Deutschland treffen. Paraguay ist schon zum achten Mal bei einer WM dabei, zum vierten Mal in Folge. 1986, 1998 und 2002 war das Achtelfinale noch jeweils Endstation.

Schlafwagenfußball

In der erschreckend ereignislosen Begegnung kam erst nach einer Stunde ein bisschen Leben ins Spiel. Vor allem Barrios entpuppte sich als belebendes Element. Richtig gute Torchancen blieben allerdings auf beiden Seiten eine Mangelerscheinung. Ein Lattentreffer von Daisuke Matsui (22.) war lange der aufregendste von wenigen spärlichen Höhepunkten.

Erst in der Verlängerung ging ein wenig lebhafter zu. Valdez scheiterte in der 98. Minute an Japans Torhüter Seigo Narazaki scheiterte. Praktisch im Gegenzug boxte Paraguays Schlussmann Justo Villar einen Freistoß von Stürmerstar Keisuke Honda zur Seite.

Dabei ging es für beide Mannschaften ging es vor 36.742 Zuschauern im Stadion 'Loftus Versfeld' in Pretoria um ihr erstes WM-Viertelfinale, die Japaner spielten darüber hinaus auch noch um die Fußball-Ehre Asiens. Noch nie in zehn Versuchen war es einer asiatischen Mannschaft bei einer WM gelungen, eine südamerikanische Mannschaft zu besiegen.

Zunächst tat Paraguay alles, um die Serie für Südamerika zu verlängern. Der Dortmunder Bundesliga-Sturm wurde allerdings gesprengt, da Nationaltrainer Gerardo Martino Valdez nicht von Beginn an einsetzte - dieser kam erst in der 60. Minute. Barrios, der im letzten Gruppenspiel von der Bank gekommen war, spielte von Beginn an, war der einzige Angreifer und der auffälligste Spieler.

Keine Möglichkeiten

Die Albirroja kontrollierte zumeist den Ball, sie spielte auch gefällig, war aber selten torgefährlich. Die Japaner versuchten ihrerseits, mit Steilpässen ihren schnellen und torgefährlichen Stürmer Keisuke Honda einzusetzen. Dies gelang aber genauso selten wie paraguayische Kombinationen.

Die Langeweile wurde nur kurz unterbrochen, etwa bei einem genialen Trick von Barrios. Der 25-Jährige drehte sich im Strafraum wie in einem Computerspiel im Moment der Ballannahme durch zwei Gegner hindurch, scheiterte aber an Torhüter Eiji Kawashima (20.). Damit hatte Barrios die Japaner aus dem Dornröschenschlaf gerissen - nur zwei Minuten später traf Mittelfeldspieler Matsui aus 25 Metern die Latte.

Danach waren Großchancen auch mit viel gutem Willen kaum auszumachen. Gegen Ende der zweiten Halbzeit schienen sich beide Mannschaften bereits auf die Verlängerung und ein Elfmeterschießen vorbereiten zu wollen - keine riskierte noch groß etwas. (SID)

Paraguay - Japan 0:0 n.V. - 5:3 im Elferschießen
Pretoria, Loftus-Versfeld-Stadion,
36.742 Zuschauer, Schiedsrichter Frank De Bleeckere
(Belgien).

Paraguay: Villar - Bonet, Da Silva, Alcaraz, Morel - Ortigoza (75.
Barreto) - Santa Cruz (94. Cardozo), Vera, Riveros, Benitez (60.
Valdez) - Barrios

Japan: Kawashima - Komano, Nakazawa, Tulio, Nagatomo - Abe (81.
Nakamura) - Hasebe, Matsui (65. Okazaki), Endo, Okubo (106. Tamada) -
Honda

Gelbe Karten: Riveros bzw. Matsui, Nagatomo, Honda, Endo

Elferschießen:
1:0 Barreto trifft
1:1 Endo trifft
2:1 Barrios trifft
2:2 Hasebe trifft
3:2 Riveros trifft
3:2 Komano vergibt (Latte)
4:2 Valdez trifft
4:3 Honda trifft
5:3 Cardozo trifft

 

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    Cardozo und sein Keeper Villar nach dem entscheidenden Elfer nicht zu bremsen.

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    Unglücksrabe Komano trifft nur die Latte.

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