IWF warnt wieder

29. Juni 2010, 18:04
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Wenn der Währungsfonds über Osteuropa spricht, wird man hellhörig

Wenn der Währungsfonds über Osteuropa spricht, wird man hellhörig. Vor allem in Österreich. Der IWF hat vor gut einem Jahr mit seinem Verweis auf die hohen Risiken für österreichische Banken die Reputation der Republik bei internationalen Investoren arg beschädigt. Später musste er einräumen, dass er sich verrechnet hatte und die Gefahren stark überhöht dargestellt worden waren. Die Rechnung beglich der Steuerzahler, der zeitweise für stark gestiegene Zinsen auf Staatsanleihen aufkommen musste.

Wenigstens eines hat der Irrtum gebracht: Die Regierung erkannte angesichts der Skepsis der Geldgeber, dass sie bei der Verschuldung langsam, aber sicher auf die Bremse steigen muss. Auf das Öffnen der Schleusen durch das "Antiteuerungspaket" kurz vor den Wahlen im Herbst 2008 folgte ein strikter Budgetvollzug. Bei Defizit und Verschuldung steht Österreich inzwischen weit besser da als der Durchschnitt der Eurozone.

Nun spricht der Fonds das Thema wieder an. Das Risiko des Ostengagements sei weiterhin beträchtlich, meinen die Experten. Die Aussage sollte - frühere Irrtümer hin oder her - ernst genommen werden. Vor allem Staaten in Südosteuropa kommen nicht aus der Rezession heraus. Das Thema wird die Banken noch länger beschäftigen. Und somit die Republik. Umso mehr sollte die Regierung in Sachen Budgetkonsolidierung Farbe bekennen. (Andreas Schnauder, DER STANDARD, Printausgabe, 30.6.2010)

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