"Kreuz-Urteil"

Schönborn: Kreuz nicht aus dem öffentlichen Raum verbannen

29. Juni 2010 15:23

Stellung zum Verfahren des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte über "Kreuz-Urteil"

Wien - Kardinal Christoph Schönborn hat sich für das Kreuz in öffentlichen Schulen und im öffentlichen Raum insgesamt ausgesprochen. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung hat der Wiener Erzbischof und Vorsitzende der Bischofskonferenz erneut Stellung zum laufenden Verfahren des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) über religiöse Symbole in öffentlichen Schulen bezogen. "Religionsfreiheit bedeutet im Kern vor allem das Menschenrecht, die religiöse Überzeugung einzeln oder gemeinsam, sowohl privat als auch öffentlich auszuüben", betonte der Kardinal laut Kathpress. Er forderte vom EGMR, auch weiterhin den Kern und die positive Sicht der Religionsfreiheit zu garantieren.

Das Kreuz als das christliche Grundsymbol bringe die religiöse Grundüberzeugung von Christen aller Konfessionen zum Ausdruck, so Schönborn: "Es ist ein vielschichtiges Symbol, das als solches auf Menschen keinen Zwang ausübt und keinen Menschen ausgrenzt." Das Kreuz als Symbol sei auch unabhängig vom Religionsbekenntnis eines Europäers wichtig, weil "das Kreuz und die damit zum Ausdruck gebrachten christlichen Werte und Überzeugungen ein wesentlicher Teil der europäischen Kultur und Identität" seien. Das Kreuz im Klassenzimmer öffentlicher Schulen sei auch "ein Anknüpfungspunkt für den interreligiösen und interkulturellen Dialog, der in Europa auf der umfassend garantierten Religionsfreiheit gegründet ist", gab Schönborn zu bedenken.

Ab morgigem Mittwoch wird die Große Kammer des EGMR in Straßburg über den Fall "Lautsi gegen die Republik Italien" beraten. Erstmals in der Geschichte des Tribunals beteiligen sich zehn Mitgliedstaaten des Europarates als Drittkläger am Verfahren und haben sich dem Rekurs Italiens angeschlossen. Die Republik Österreich und andere Staaten haben das Kreuz-Urteil der ersten Instanz des EGMR offiziell kritisiert und dazu ablehnende Stellungnahmen abgegeben. (APA)

 

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Posting 1 bis 25 von 68
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legal eagle
01.07.2010 11:01
herr kardinal - reigionsfreiheit heißt auch freiheit von religion.

das ist ein grundwert der europäischen aufklärung.

insofern wäre der leere platz an der wand, wo einmal ein kreuz hing, das angemessene symbol für die gemeinsame europäische wertebasis.

cheap thrills
30.06.2010 19:01
erste instanz - das war die entscheidung, dass die beschwerde zulässig ist.

interessant, dass da gleich panik ausbricht. keine sorge, werte kreuzträger: auch der deutsche zentralrat der katholiken wird gehört.

G e o r g
30.06.2010 13:21

Wie man dermaßen gequirlen Unsinn schreiben kann, ohne rot zu werden, ist mir ein Rätsel. Das muss man wohl im Theologiestudium lernen.
Also: Das Kreuz steht für die Grundüberzeugung aller Christen, für christliche Werte und für wesentliche Teile europäischer Identität. Und es schließt niemanden aus. Wie bitte? Was ist mit den Nicht-Christen? Was ist mit denen, die sich nicht als Teil dieser von Schönborn imaginierten christlichen europäischen Identität sehen?
Das Symbol als solches übt natürlich keinen Zwang aus - das tut der Staat, der es in öffentlichen Gebäuden aufhängen lasst.
Wer will, soll gerne im öffentlichen Raum einen Kreuzanhänger oder sonstwas tragen. Aber Staaten dürfen nicht verordnen, dass die Kirche ihre Duftmarken setzt.

geheuerliches getümchen
30.06.2010 13:06
"Das Kreuz als das christliches Grundsymbol" schon ein schlichtes Kreuz ist ein wenig inklusiver als ein Kruzifix mit "angenagelter" Figur -

letzteres wird von vielen nichtkatholischen Christen als rein römisch-katholisches (Macht)Symbol gesehen.

Aber in Wirklichkeit ist ein Verzicht öffentlicher Einrichtungen darauf, einem einzigen, spezifischen religiösen Symbol einen privilegierten Platz einzuräumen, keine Kriegserklärung an die Religion. Nur kerikal gesinnte Leute empfinden das so. Und die Bekenntnisgemeinschaft muss man mir noch zeigen (inklusiv der römisch.katholischen), wo eine klerikale Gesinnung noch von einer Mehrheit der Mitglieder getragen wird.

Schönborn verteidigt einfach den Bestand ohne jeglichen Rückhalt in Theologie oder im Willen seines Kirchenvolks. "Das hamma immer so gemacht" solltens unter jedem Kreuz schreiben.

Teiwaz
30.06.2010 12:54
Religiöse Symbole haben im öffentlichen Raum nichts zu suchen - Punkt!

Cerberus303
30.06.2010 12:53
ich mag ja den schönborn...

... aber wie er auf die Idee kommt, dass das Kreuz ja allen Konfessionen Anknüpfungspunkte bietet und wie es reingeht, dass ausgerechnet das christliche Symbol "Religionsfreiheit" darstellt, kann ich nicht nachvollziehen.
Das Thema is jetzt ned unbedingt großartig wichtig, aber im Grunde gehört das Kreuzerl weg aus staatlichen Bereichen. Erste Interpretation kann eigentlich nur sein, dass hier ausschließlich christlich verehrt wird und nix anderes? Wie kommt er da nur drauf... ts...

capoeira17
 
30.06.2010 11:56
testhalber

könnten mal ein paar lehrer die Kruzifixe runter nehmen; mal sehen ob es innerhalb einer woche überhaupt jemandem auffällt.

Pareidolic
30.06.2010 11:01
Und weiterhin

stellt er die Frage um die es geht vollständig falsch dar (wollen wir ihm mal kein unchristliches Verhalten unterstellen sondern annehmen aus Unwissenheit):
Kein Mensch will Kreuze aus dem öffentlichen Raum verbannen oder individuelle Religionsausübung einschränken. Das einzige worum es geht ist ob der Staat in staatlichen Institutionen ein religiöses Symbol präsentieren darf. Und da sollte es eigentlich klar sein dass der Staat neutral zu sein hat, keine Religion bevorzugen darf und nichts tun darf was den Eindruck vermittelt er würde eine Religion unterstützen oder diese repräsentieren.

ravenna
30.06.2010 09:14
Welch Überraschung

Ist ungefähr so wie ein Fisch, der für Wasser im Meer eintritt.

geheuerliches getümchen
30.06.2010 13:25
mit dem nicht unbedeutenden unterschied,

dass die "lebensumstände" seiner kirchlichen gemeinschaft sich radikaler geändert haben als jene der fische.

auch die mächtige römisch-katholische kirche ist längst "nur mehr" eine freiwillige gemeinschaft, die am markt gegen/neben vielen alternativen bestehen muss. da versprechen hard-sell-methoden längst nicht mehr den erfolg. (das ist, um klar zu sein, eine ganz andere frage als beliebigkeit des angebots.)

Light Feeling Sun Lotion
30.06.2010 10:55
Nur dass der Fisch das Wasser zum Leben braucht :)

Das Kreuz im öffntlichen Raum hingegen kann man entfernen und es wird vermutlich niemanden umbringen.

ravenna
30.06.2010 11:46

Menschen wird es keine umbringen, aber mittel- bis langfristig wird durch diese (und ähnliche Maßnahmen) "der Kirche" die Existenzgrundlage entzogen.

Light Feeling Sun Lotion
30.06.2010 18:15
Dann ist sie ideell aber wirklich auf Sand gebaut…

…wenn ihr dass schon die Existenzgrundlage raubt.

Eigentlich ein Grund mehr die Kreuze zu entfernen.

4simo
 
30.06.2010 14:17
na dann

hat der verein halt soviele mitglieder, wie er eigentlich aktivieren kann

edgw
30.06.2010 08:32
Ein Kruzefix in der Schule


hat absolut nichts verloren!

estragon001
30.06.2010 08:17
Kreuz raus, Schönborn raus, Religion(EN) raus - Problem gelöst !

leser129
30.06.2010 07:52
?

Warum überall ein Kreuz? Sollte als Symbol, angesichts der jüngsten Vorkommnisse, nicht viel mehr ein kleiner nackter Junge sein??

http://www.youtube.com/watch?v=J5YA3mauYqI

So viel dazu ;-)

Wieviel Demokratie ist es bitte?
29.06.2010 22:02
Wesentlicher Teil der europäischen Kultur und Identität

ist das Logo der Rolling Stones, der Schriftzug von Radiohead, darüber hinaus ein kleines i, ein angebissener Apfel, als US-Importe und IKEA.

Das Branding der Church und deren seichte Übungssysteme sind *megaout*. Makes everyone pissed. Stands for crime and rape and endless lies.

grandw
29.06.2010 21:20

Welchen Sinn soll es haben ein Mordinstrument anzubeten?

Wär Jesus 2000 Jahre später in den USA gestorben, würden sich dann alle einen elektrischen Stuhl umhängen?

Markus M.
30.06.2010 05:52
Nein,

man kann ja auch die Giftspritze waehlen.

GoodieGoodie
29.06.2010 21:36

Das Kreuz wird nicht angebetet.

the Shelby
30.06.2010 12:17

Wirklich nicht?
"Heilges Kreuz sei hoch verehret.
Baum an dem der Heiland hing..."
(Soweit in einem Kirchenlied; Anm. für die, die das nicht mitgemacht haben.)

Einerseits finde ich die Debatte, ob ein christliches Symbol
in Schulen hängen soll, sehr gut. (Meiner Meinung nach soll
jede Schulgemeinschaft für sich darüber anstimmen.)
Darüber hinaus frage ich mich schon lange, wieso das
Symbol unbedingt das Kreuz sein muß. Gibt es keine positiven Zeichen in dieser Religion?

LL MM
29.06.2010 19:50

Ob da oder dort ein unscheinbares Holzkreuz hängt, ist natürlich ein ganz, ganz großes Problem.

4simo
 
30.06.2010 14:20
das problem wird mit jeder kirche

die ihr symbol prominent aufhängen kann
entweder kleiner oder größer
wie mans nimmt
und auch die atheisten müssen sich verewigen dürfen!

m3a
30.06.2010 11:37

fragens doch den strache ob das so ein problem ist ob da oder dort ein minarett steht...

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