Oberösterreich sucht Toplehrer

29. Juni 2010, 14:49
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Großer Generationenwechsel steht bevor, Maßnahmenbündel ab Herbst

Oberösterreich sucht Toptalente für den Lehrerberuf. Der Bedarf ist dringend gegeben: Innerhalb der kommenden zehn Jahre wird aus Altersgründen rund die Hälfte der derzeit 21.000 Lehrer in Oberösterreich ersetzt werden müssen. Ab Herbst soll mit einem Maßnahmenbündel nach den fähigsten Einsteigern in den Lehrerberuf gesucht werden, kündigte die ÖVP mit Landeshauptmann Josef Pühringer an der Spitze zusammen mit Bildungsexperten in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz an.

Lehrer suchen Lehrer

Das Argument der ÖVP lautet: Wenn Oberösterreich Spitzenland bleiben wolle, seien die besten Schulen notwendig und dafür würden die am besten geeigneten Lehrerinnen und Lehrer benötigt - letztere haben in den Volksschulen nur einen Anteil von zehn Prozent. Entwicklungspsychologen würden jedoch dafür plädieren, dass wieder mehr Männer tätig sind.

Zu Beginn des kommenden Schuljahres sollen Direktoren und Schülerberater über das nunmehr geschnürte Maßnahmenpaket informiert und zur Mitarbeit eingeladen werden. Die Schülerberater sollen unter dem Motto "Lehrer suchen die zukünftigen Kollegen selbst aus" bei ihren Schülern das Interesse für den Beruf des Pädagogen wecken und sich als "Talentscouts" betätigen - weil sie am besten über die Fähigkeiten der Schüler Bescheid wüssten. Außerdem soll es Schnupper-Aktionen für die 7. Klassen der AHS und die 4. der BMHS geben, bei denen Interessierte einen Unterrichtsbesuch mit Sicht auf die Rolle des Lehrers absolvieren können, weiters Tage der offenen Tür in den Pädagogischen Hochschulen und Messen sowie Hinweise auf bereits vorhandene Online-Selbsttests für Interessierte.

Zur Attraktivierung der pädagogischen Berufe werden vor allem eine höhere Wertschätzung durch die Gesellschaft, aber auch ein neues Dienstrecht, mehr Durchlässigkeit im System - damit auch erfahrene Praktiker angeworben werden können - und ein höheres Einstiegsgehalt, aber dafür eine Abflachung der Gehaltskurve im Laufe des Erwerbslebens notwendig sein, betonten Pühringer und die Bildungslandesrätin Doris Hummer. Denkbar wäre auch eine Verringerung der Lehrverpflichtung mit zunehmendem Alter, ergänzte Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer. (APA)

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