Uhu-Paar soll Seebühnen-Projekt "versenkt" haben

29. Juni 2010, 14:02
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In stillgelegten Steinbruch war Arena geplant - Investoren waren bereit, aber offenbar will niemand Geld in ein Gutachten investieren

Ein brütendes Uhu-Paar soll ein geplantes Seebühnen-Projekt in Kopfing (Bezirk Schärding) im Innviertel zum Kentern gebracht haben. Die Gemeinde hat zwar Investoren an der Hand, in ein notwendiges Naturschutzgutachten will aber niemand Geld stecken. Daher habe man das Vorhaben nun zu Grabe getragen, ohne dass überhaupt ein Verfahren beim Land eröffnet wurde, wie das ORF-Radio Oberösterreich am Dienstag berichtete.

In dem stillgelegten Steinbruch war eine Arena mit Seebühne und 1.500 Sitzplätzen geplant. Privatinvestoren hätten bereits einige Millionen Euro zugesichert und sogar die Passauer Festwochen Interesse bekundet. Laut Bürgermeister Otto Straßl wäre mit einer Wertschöpfung von vier bis fünf Millionen Euro zu rechnen gewesen.

Nun sollen die ehrgeizigen Pläne von einem brütenden Uhu-Pärchen durchkreuzt worden sein. "Laut den Naturschutzrichtlinien darf man in der Umgebung von einem Uhu eigentlich überhaupt nichts tun, darum wurde das Projekt vorzeitig abgeblasen", erklärt Straßl. Die Sprengungen im Steinbruch hätten die Vögel früher zar nicht gestört, jetzt sei ihnen aber scheinbar die Musik zu viel, so der Bürgermeister über die Naturschutzbestimmungen im Radio-Interview.

Es sei eine faule Ausrede, sich auf den Naturschutz zu berufen, wird FP-Naturschutzlandesrat Manfred Haimbuchner zitiert. Seine Abteilung habe bisher lediglich festgestellt, dass das Uhu-Pärchen in dem Steinbruch seinen Nistplatz hat. "Es gibt eine Interessenabwägung von wirtschaftlichen und Naturschutz-Interessen." Den Betreibern fehle offensichtlich der Mut, Geld für ein Gutachten in die Hand zu nehmen, so Haimbuchner. (APA)

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