Forscher empfehlen Reduktion des Fleisch- und Milchkonsums

29. Juni 2010, 23:41
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Eine bewusste Ernährung könnte die Emissionen von Lachgas und Methan erheblich reduzieren

Potsdam - Eine Reduktion des weltweiten Fleisch- und Milchkonsums auf knapp ein Drittel der bisherigen Menge könnte den Ausstoß gefährlicher Treibhausgase erheblich vermindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Demnach entstehen die Treibhausgase Methan und Lachgas vor allem bei der Herstellung von Viehfutter durch das Ausbringen von synthetischem Dünger, teilte das Institut mit. Zusätzliche Emissionen entstehen durch die Ausscheidung, die Behandlung und das Ausbringen von Dung sowie durch die mikrobielle Zersetzung von Pflanzen im Verdauungstrakt von Wiederkäuern. Lachgas sei etwa 300 Mal und Methan etwa 20 Mal wirksamer als das Treibhausgas Kohlendioxid.

Fleisch und Milch machen weltweit rund ein Drittel des globalen Proteinkonsums aus. Für ihre Produktion werden laut PIK deshalb sehr viele Futtermittel und damit auch viel synthetisch hergestellter Dünger eingesetzt. Würde nun der weltweite Konsum von Fleisch- und Milchprodukten zwischen 2015 und 2055 alle zehn Jahre jeweils um ein Viertel vermindert und würden die Produktionsmethoden umgestellt, könnten die landwirtschaftlich bedingten Emissionen von Lachgas und Methan bis 2055 um 84 Prozent vermindert werden.

Die Wissenschafter sind sich allerdings bewusst, dass viele Menschen in Entwicklungsländern an Proteinunterversorgung leiden und ihren Konsum nicht weiter einschränken können. Im Gegensatz dazu hätte "eine weniger fleischhaltige Ernährung in Industrienationen positive Gesundheitseffekte", merkten die Autoren an. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin "Global Environmental Change" veröffentlicht. (APA/red)

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