Europas Leitbörsen schließen mit massiven Verlusten

29. Juni 2010, 18:36
posten

Schwache Konjunkturdaten - Unsicherheit über auslaufenden EZB-Tender - Finanz- und Rohstoffwerte stark belastet

Wien - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte sind am Dienstag mit massiven Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 sackte gar um 4,21 Prozent auf 2.556,34 Punkte ab. Der CAC-40 in Paris verlor 4,01 Prozent auf 3.432,99 Zähler.

Nach dem enttäuschenden US-Verbrauchervertrauen um 16.00 Uhr bauten die europäischen Börsen ihre bis dahin ohnehin schon deutlichen Verluste noch weiter aus. Der vom Conference Board ermittelte Index verringerte sich deutlich von revidiert 62,7 Punkten im Vormonat auf 52,9 Punkte. Volkswirte hatten im Vorfeld dagegen mit einem lediglich stagnierenden Verbrauchervertrauen in Höhe von 62,5 Punkten gerechnet.

Schon zur Eröffnung hatten einige Belastungsfaktoren auf die Märkte eingewirkt. So gebe es laut Marktteilnehmern Anzeichen für ein langsameres globales Wirtschaftswachstum, wofür nach unten korrigierte Wachstumsaussichten für China aber auch schlechte Konjunkturdaten aus Japan sprechen.

Das Auslaufen des Ein-Jahres-Tenders der EZB am Donnerstag sorgte ebenso für Unsicherheit. Zu diesem Tag müssen die Geschäftsbanken mehr als 440 Mrd. Euro an die Europäische Zentralbank zurückzahlen. Sorgen gebe es dabei insbesondere über die Liquiditätssituation einiger Banken in Südeuropa, wie es vom Markt hieß. Die EZB werde laut eigenen Angaben aber mit kurzfristigeren Tendern für ausreichend Liquidität sorgen.

Am deutlichsten erwischte es in Folge die Bankenwerte. Der Branchenindex stürzte um rund sechs Prozent ab. Schwächster Bankenwert im Euro-Stoxx-50 waren Credit Agricole mit minus 7,94 Prozent auf 8,35 Euro. Auch Intesa Sanpaolo und BBVA mussten Verluste von mehr als sieben Prozent einstecken.

Aufgrund deutlich gefallener Rohstoffpreise kamen auch die Titel aus dem als stark konjunkturabhängig geltenden Sektor unter die Räder. In London verbuchten die Aktien der Minenbetreiber herbe Verluste.

Auf Stahlproduzenten herrschte zudem Druck vonseiten der EU-Wettbewerbshüter. Aufgrund verbotener Preisabsprachen werde die EU-Kommission schon bald ihre Entscheidung sowie die Höhe der Bußgelder bekanntgeben. ArcelorMittal, die laut Eigenangaben Gegenstand der Untersuchungen waren, rasselten in Folge um 6,31 Prozent auf 22,78 Euro nach unten. (APA)

Share if you care.