Lei auf historischem Tief zum Euro

29. Juni 2010, 10:45
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Als Reaktion auf Scheitern der Pensionskürzungen - Euro-Nachfrage stark angezogen

Bukarest - Mit 4,378 Lei für einen Euro ist die rumänische Währung gestern, Montag, nach Angaben der Agentur Mediafax auf ihren niedrigsten Wert seit der Einführung der europäischen Einheitswährung am 1. Jänner 2002 gefallen. Eine Panikreaktion infolge des Scheiterns der Sparmaßnahmen der Regierung hatte ab Freitag zu einer progressiven Entwertung geführt, die am Montagabend gegenüber Freitagabend rund 2 Prozent betrug. Die Euro-Käufe von Firmen und Privatpersonen haben gestern, Montag, stark zugenommen.

Als "Ausdruck einer psychologischen Schockreaktion" beschrieb Adrian Vasilescu, Berater des Nationalbank-Gouverneurs, in einer Fernsehsendung die neuesten Entwicklungen. Nationalbank-Direktor Eugen Radulescu meint, dass der Wechselkurs auf 5 bis 6 Lei für einen Euro ansteigen könnte. Analysten erwarten eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage und ein zunehmendes Zögern ausländischer Investoren gegenüber dem explosionsartig erhöhten Risiko am rumänischen Markt.

Pensionskürzungen verfassungswidrig

Am Freitag hatte das rumänische Verfassungsgericht entschieden, dass die von der Regierung geplanten Pensionskürzungen verfassungswidrig seien. Der Beschluss verhinderte die Umsetzung des auf den öffentlichen Sektor abzielenden Sparpakets der Regierung, bei dem die Beamtengehälter um ein Viertel und die Pensionen um 15 Prozent gekürzt werden sollten. Die Regierung beschloss daraufhin am Samstag, auf eine 5-prozentige Mehrwertsteuer-Erhöhung von 19 auf 24 Prozent auszuweichen.

Zusammen mit den Gehaltskürzungen soll dadurch das mit den internationalen Finanzinstitutionen - dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank und der EU - vereinbarte Defizitziel von 6,8 Prozent eingehalten werden. Seit März 2009 bezieht Rumänien eine finanzielle Krisenhilfe in Gesamthöhe von 20 Mrd. Euro. Die Auszahlung einer 900-Mio.-Euro-Tranche setzt die erfolgreiche Umsetzung der Sparmaßnahmen voraus. Sie wurde vom IWF bis zur Klärung der neuen Sparstrategie der Regierung verschoben. Finanzminister Sebastian Vladescu erklärte, dass er die Überweisung am Donnerstag oder Freitag erwarte. (APA)

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