Börse Frankfurt schließt tiefer

29. Juni 2010, 18:35
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DAX im Minus bei 5.952,03 Punkten

Frankfurt - Weltweite Konjunktursorgen haben dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag einen herben Rücksetzer beschert. Nach anfänglichen Abgaben rutschte der DAX im Sog der schwachen Wall Street noch weiter ab und unterschritt am Nachmittag die 6.000-Punkte- Marke. Der deutsche Leitindex fiel schließlich um 3,33 Prozent auf 5.952,03 Punkte. Der MDAX büßte 3,75 Prozent auf 8.009,02 Punkte ein. Für den TecDAX ging es um 3,15 Prozent nach unten auf 733,25 Punkte.

"Die Angst vor einer europäischen Staatspleite, klare Anzeichen für langsameres Wachstum in der Volksrepublik China und ein erschreckend schwaches US-Verbrauchervertrauen lassen die allgemeine Verunsicherung um sich greifen", bewertete Marktanalyst Patrick Pflüger von IG Markets den Kursrutsch. Im Juni war die Stimmung unter den US-Konsumenten überraschend stark gefallen, während Sorgen über ein langsameres Wachstum in China sowie eine schwache japanische Industrieproduktion schon in der Früh für Verstimmung unter den Anlegern gesorgt hatten.

Die Aktien der Deutschen Bank verloren 3,55 Prozent auf 46,30 Euro, für die Commerzbank-Papiere ging es um 2,89 Prozent nach unten auf 5,81 Euro. Ein Restrukturierungsgesetz für den deutschen Sektor nimmt inzwischen Formen an. Nach einem Gesetzentwurf, der der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montagabend in Berlin vorlag, soll der Staat in Schieflage geratene Banken künftig im Notfall zerschlagen können. Derweil kamen Bankenwerte europaweit unter Druck, was Händler auf ein auslaufendes Liquiditätsprogramm der Europäischen Zentralbank zurückführten. Aareal Bank gehörten indes im MDAX mit 5,65 Prozent zu den größten Verlierern, nachdem sie am Vortag noch von der Ankündigung einer Rückzahlung staatlicher Hilfsmittel profitiert hatten.

Die Anteilsscheine von Infineon waren nach jüngsten Quartalszahlen des US-Mitbewerbers Micron Technology unter den größten Verlierern im DAX. Die Papiere des Chipherstellers gaben um 4,67 Prozent auf 4,85 Euro nach. Micron hatte am Vorabend nach Börsenschluss zwar mit seinen Zahlen im Rahmen der Erwartungen gelegen, enttäuschte allerdings beim Ausblick.

Die Papiere von Bilfinger Berger verbilligten sich um 4,24 Prozent auf 46,03 Euro. Im Zusammenhang mit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs Anfang März 2009 hat sich nach Angaben der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) der Verdacht auf Fehler beim Ausbau der Kölner U-Bahn erhärtet.

Die Aktien von ProSiebenSat.1 hielten sich lange Zeit im Plus, verloren letztendlich aber ebenfalls 1,26 Prozent auf 23,05 Euro. Konzernchef Thomas Ebeling ließ am Montag auf der Hauptversammlung positive Erwartungen zu den Werbebuchungen durchklingen. (APA)

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