"Hyperattraktive Mädchen mit Wespentaille"

29. Juni 2010, 09:57
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Fernsehen vermittelt Rolle des "untergeordneten Geschlechts" - Geena Davis Institut untersucht Geschlechterrollen im TV

New York - Die US-Schauspielerin Geena Davis, unter anderem bekannt aus dem Film "Thelma and Louise", will das Bild von Mädchen in Kinderfilmen und im Fernsehen zurechtrücken. Auch im 21. Jahrhundert würden Mädchen noch stereotyp als "das andere Geschlecht" dargestellt: Untergeordnet, begrenzt in ihren Fähigkeiten und Aktivitäten, oder sogar "langweilig". "Je mehr ein Mädchen fernsieht, desto stärker schraubt es seine Erwartungen an die Zukunft zurück", bedauerte die Oscar-Preisträgerin am Montag in New York. Burschen dagegen fühlten sich in dem Glauben bestärkt, das überlegene Geschlecht zu sein.

Geena Davis Institute for Gender in Media

Davis war durch ihre kleine Tochter auf die Rollendiskrepanz in Kinderprogrammen aufmerksam geworden, wie sie berichtete. Sie gründete ein gemeinnützige Organisation, das Geena Davis Institute for Gender in Media, das die Darstellung von Buben und Mädchen auf Leinwand und Bildschirm analysiert. Dabei kam unter anderem heraus, dass in amerikanischen Kinderfilmen im Durchschnitt nur eine weibliche Rolle auf drei Bubenrollen kommt. Mädchen würden in Trickfilmen "hyperattraktiv" mit Wespentaille und unnatürlicher Figur gezeichnet, kritisiert Davis. Diese stereotype Darstellung sei umso bedauerlicher, als 85 Prozent aller Kinderprogramme weltweit aus den USA kämen. (APA)

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    Die Oscarpreisträgerin Geena Davis gründete ein Institut, um die Geschlechterstereotypen im Fernsehen zu analysieren.

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