PRI-Kandidat Rodolfo Torre im Bundesstaat Tamaulipas bei Überfall erschossen - Drogenkartelle unter Verdacht
Mexiko-Stadt - Knapp eine Woche vor Regional- und
Kommunalwahlen in Mexiko ist am Montag der landesweit bekannte
Politiker Rodolfo Torre Cantú ermordet worden. Der Kandidat der
PRI-Partei für das Amt des Gouverneurs im Bundesstaat Tamaulipas
wurde bei einem Überfall auf einer Landstraße von Unbekannten
erschossen. Auf Bildern des mexikanischen waren vier abgedeckte
Leichen zu sehen, die auf der Straße neben zwei Autos lagen.
Auch vier seiner Begleiter starben bei dem Attentat in der Nähe
des Flughafens der Provinzhauptstadt Victoria etwa 750 Kilometer
nördlich von der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Über die Motive der Täter
wurde zunächst nichts bekannt, aber der Anschlag trug die Handschrift
des organisierten Verbrechens und der Drogenkartelle.
Im Fernsehen waren die beiden Fahrzeuge von Cantu und seiner
Begleiter mit zerschossenen Scheiben zu sehen. Daneben lagen mit
Tüchern bedeckte Leichen auf dem Asphalt. Das Militär riegelte den
Tatort weiträumig ab. Der 46-jährige Politiker, der die Umfragen
anführte, hatte im Wahlkampf die Bekämpfung der Kriminalität als
eines seiner wichtigsten Ziele genannt. Präsident Felipe Calderón
berief sein Sicherheitskabinett zu einer Krisensitzung zusammen.
"Dies ist ein Augenblick der Trauer für uns alle, aber auch ein
Alarmsignal", wurde die PRI-Senatorin María de los Angelos Moreno
zitiert.
In den vergangenen Tagen waren bereits zwei Bürgermeister
erschossen worden. Am Sonntag stehen in 12 der 32 mexikanischen
Bundesstaaten Gouverneurswahlen an. Ein Gouverneur entspricht in etwa
einem deutschen Ministerpräsidenten. In insgesamt 14 Bundesstaaten
werden zudem Kommunalwahlen abgehalten. In Mexiko tobt seit Jahren
ein erbitterter Kampf gegen mächtige Drogenkartelle, in dem seit Ende
2006 nach offiziellen Angaben etwa 23 000 Menschen starben.
Tamaulipas ist einer der am stärksten von der Drogenkriminalität
heimgesuchten Regionen Mexikos. (APA/dpa)