Gouverneurskandidat ermordet

28. Juni 2010, 23:21
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PRI-Kandidat Rodolfo Torre im Bundesstaat Tamaulipas bei Überfall erschossen - Drogenkartelle unter Verdacht

Mexiko-Stadt - Knapp eine Woche vor Regional- und Kommunalwahlen in Mexiko ist am Montag der landesweit bekannte Politiker Rodolfo Torre Cantú ermordet worden. Der Kandidat der PRI-Partei für das Amt des Gouverneurs im Bundesstaat Tamaulipas wurde bei einem Überfall auf einer Landstraße von Unbekannten erschossen. Auf Bildern des mexikanischen waren vier abgedeckte Leichen zu sehen, die auf der Straße neben zwei Autos lagen.

Auch vier seiner Begleiter starben bei dem Attentat in der Nähe des Flughafens der Provinzhauptstadt Victoria etwa 750 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Über die Motive der Täter wurde zunächst nichts bekannt, aber der Anschlag trug die Handschrift des organisierten Verbrechens und der Drogenkartelle.

Im Fernsehen waren die beiden Fahrzeuge von Cantu und seiner Begleiter mit zerschossenen Scheiben zu sehen. Daneben lagen mit Tüchern bedeckte Leichen auf dem Asphalt. Das Militär riegelte den Tatort weiträumig ab. Der 46-jährige Politiker, der die Umfragen anführte, hatte im Wahlkampf die Bekämpfung der Kriminalität als eines seiner wichtigsten Ziele genannt. Präsident Felipe Calderón berief sein Sicherheitskabinett zu einer Krisensitzung zusammen. "Dies ist ein Augenblick der Trauer für uns alle, aber auch ein Alarmsignal", wurde die PRI-Senatorin María de los Angelos Moreno zitiert.

In den vergangenen Tagen waren bereits zwei Bürgermeister erschossen worden. Am Sonntag stehen in 12 der 32 mexikanischen Bundesstaaten Gouverneurswahlen an. Ein Gouverneur entspricht in etwa einem deutschen Ministerpräsidenten. In insgesamt 14 Bundesstaaten werden zudem Kommunalwahlen abgehalten. In Mexiko tobt seit Jahren ein erbitterter Kampf gegen mächtige Drogenkartelle, in dem seit Ende 2006 nach offiziellen Angaben etwa 23 000 Menschen starben. Tamaulipas ist einer der am stärksten von der Drogenkriminalität heimgesuchten Regionen Mexikos. (APA/dpa)

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