Hamas bietet Verhandlungen über Gilad Shalit an

28. Juni 2010 20:48

Mashaal: Israel versteht nur die "Sprache der Gewalt"

Damaskus - Die radikale Palästinenserorganisation Hamas hat sich zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Israel über eine Freilassung des verschleppten israelischen Soldaten Gilad Shalit bereiterklärt. Allerdings beharre sie auf ihren Forderungen, sagte Hamas-Chef Khaled Mashaal am Montag in Damaskus. Die Hamas fordert von Israel im Gegenzug die Freilassung Hunderter palästinensischer Gefangener. Zugleich drohte Mashaal mit der Entführung weiterer Israelis. Israel verstehe nur die "Sprache der Gewalt". Im Osten von Gaza erschossen israelische Soldaten am Montag nach Krankenhausangaben einen militanten Palästinenser.

Israelis demonstrieren

Die Hamas sei auf keinen Fall bereit, die von ihr gestellten Forderungen herunterzuschrauben, sagte Mashaal, den der israelische Geheimdienst 1997 in der jordanischen Hauptstadt umzubringen versucht hatte. Auch die Vermittlungsbemühungen des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) könnten erst erfolgreich sein, wenn die Regierung von Benjamin Netanyahu der Freilassung der palästinensischen Häftlinge aus israelischer Haft zustimme. Der mittlerweile Shalit war am 25. Juni 2006 in den Gazastreifen verschleppt worden, wo er seither festgehalten wird.

Tausende Israelis waren am Sonntag zu einem Protestmarsch aufgebrochen. Der von Shalits Familie angeführte Marsch begann in dessen Heimatort Mizpe Hila im Norden Israels und soll bis Jerusalem führen. Nach Angaben des israelischen Rundfunks haben sich etwa 7500 Menschen der Familie angeschlossen, um Druck auf die Regierung auszuüben. Der Marsch soll knapp zwei Wochen dauern. In Jerusalem wollen die Eltern in einem Zelt vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten so lange ausharren, bis Shalit freigelassen ist. Netanyahu hat unter dem Eindruck der Proteste gegen die Lockerung der Gaza-Blockade noch vor einer Freilassung Shalits versucht, die aufgebrachte Bevölkerung zu beschwichtigen. Während der Kabinettssitzung am Sonntag sagte der Premier, Israel bemühe sich mit offenen und verdeckten Mitteln um eine Freilassung Shalits. (APA/dpa)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 99
1 2 3
BK W. Shoyssel
30.06.2010 01:06
wertlos - wertvoll ?

Was haben die von der Hamas nur für ein Selbstwertgefühl, wenn sie einen Israeli für ebenso wertvoll wie hunderte Palästinenser halten?

gladio
30.06.2010 17:58

Shalit ist der einzige(!) Trumpf, den die Hamas hat.

Geraldines_Tante
29.06.2010 21:21
"Der mittlerweile Shalit war am 25. Juni 2006 in den Gazastreifen verschleppt worden"

APA-Deutsch.
Würg.

der Rabe
29.06.2010 16:18
Ob die israelische Friedensbewegung die Kriegstreiberpartie um Netanyahu-Liebermann aus dem Amt jagen kann?


Halte ich für wenig erfolgversprechend.
Die Zivilgesellschaft hat in dieser nationalistischen (zionistischen) Erregung wenig Chancen.
Das ist eher die Stunde der Scharfmacher und Kriegstreiber.

Der Weise von Zion
30.06.2010 11:33

unwahrscheinlich, dass in israel geputscht wird

das macht man lieber im iran, irak, syrien, libanon, libyen, gaza-streifen, ....

Sahin A.
02.07.2010 18:15
"das macht man lieber im iran, irak, syrien, libanon, libyen, gaza-streifen"

mit großer Unterstützung der westlichen Geheimdienste.

U.a. war die Taliban und selbst Saddam persönlich die besten Freunde der Westler...

Aber das haben Sie bestimmt vergessen....

Tower Hill
30.06.2010 13:25
Putschen???

Lieberman, Yaalon, Ben Eliezer, Yishai, Aharonovitch, ... ! Da braucht es keinen Putsch mehr, größere Hardliner finden sich nur schwer.

insertnamehere
 
29.06.2010 16:31
Und selbst WENN die Friedenswilligen in nächster Zeit wieder ans Ruder kämen.

Die Scharfmacher können sich drauf verlassen, dass denen dann sicher eine neue Intifada oder Ähnliches zwischen die Füße geworfen wird, bevor irgendwas wirklich Konkretes Richtung Frieden passiert.

elsalvador
29.06.2010 14:37

Shalit wurde übriegens auf Palästinensischen Boden (gemäß UN Teilungsplan) festgenommen, auf ungeachtet dessen, bis heute fröhlich "vor sich hin gesiedelt" wird! Das sich Shalit heute in Gefangenschaft befindet ist einzig und allein dem landraubenden Agressor Israel zuzuschreiben!

razcoon
30.06.2010 19:54

du hast jetzt nicht ernsthaft das wort "festgenommen" verwendet oder?? verschleppt und entfuehrt ist zutreffender! wie geil, dass bei hamas aktionen immer alles beschwichtigt geschildert wird, waherend gegen israel gehetzt wird sobald ein selbstmordattentaeter ueberfuehrt und umgebracht wird...

Der elegante Herr von nebenan
 
30.06.2010 10:30

Das bedeutet wenn ich einen türkischen Nordzyprioten gefangen nehme, ist einzig und allein die Türkei dafür verantwortlich da diese Nordzypern völkerrechtwidrig besetzt hält. Und ich bin frei von jeder Schuld

vogel von der walterweide
29.06.2010 14:44
die un-resolution sagt aber auch..

..das die gewalt gegen israel eingestellt werden muss, da anonsten die besatzung aufrecht erhalten werden kann.

also lernen sie geschichte!

Der Kobold
29.06.2010 21:12
Nun ja, allerdings HAT

die Gewalt in der West Bank längst aufgehört, Israel denkt aber nicht mal daran, den illegalen Siedlungsbau zu bremsen, geschweige denn zu stoppen! Ob diese Siedlungen jemals geräumt werden, wie es der Teilungsplan vorsieht, steht in den Sternen...

Also lernen Sie Zeitgeschichte!

Djuli Murti
 
29.06.2010 15:10
Gewalt hin, Gewalt her

Die Besatzung IST Gewalt und eine Voraussetzung für Frieden ist das Ende der Besatzung ohne Wenn und Aber. Die Einstellung der Gewalt muss von beiden Seiten gleichermaßen erfolgen.

August Hoffmann
29.06.2010 15:39

Da haben Sie recht.

Wenn die Israelis endlich die Besatzung des Gazstreifens beenden, dann hört die Gewalt von dort aus auf!

Und die Erde ist eine Scheibe!

Reddogg
 
30.06.2010 08:46

Wenn das Ende der Besatzung nicht in einen "Umzug nach WJL" endet und eine Waffenruhe ausgesprochen an den sich BEIDE halten, dann ist das durchaus möglich.
aber andererseits sieht man ja in WJL selbst wie es ist wenn Ruhe herrscht, es wird einfach weitergesiedelt. Sie haben sich damit indirekt selbst widerlegt. Danke.

insertnamehere
 
30.06.2010 12:46
"aber andererseits sieht man ja in WJL selbst wie es ist wenn Ruhe herrscht, es wird einfach weitergesiedelt."

Wenn also in Gaza Ruhe herrschen würde, kämen die isr. Siedler sofort dorthin zurück, ja?

Reddogg
 
30.06.2010 14:05

Hmm mag ich nicht zu beurteilen...man sieht nur dass die andere Seite eben auch nicht frei von Lügen ist. Wurde doch gesagt dass man wenn man die Backen hält keine weitere Besiedlung vornimmt und siehe da es wurde gar noch schlimmer....

insertnamehere
 
30.06.2010 16:37
Man sorgt also auf Verdacht vorsichtshalber dafür, dass keine Ruhe herrscht?

Weil, wenn man "die Backen halten" würde, bestünde die Gefahr, dass es einem so geht wie den Palästinensern im WJL.

Okay.

Geht es den Palästinensern in Gaza also besser als denen im WJL?

Reddogg
 
02.07.2010 08:09

Laut "Saving the Children"-Organisation. Ja.
http://www.maannews.net/eng/ViewD... ?ID=295988

Reddogg
 
30.06.2010 18:06

Und zu der Behauptung das es den Leuten besser gehen soll/muss nach einer solchen Aktion. Geht es den schwarzen Südafrikanern in Südafrika besser? Wollen Sie das die Apartheid aufgrund dessen wieder errichtet wird?
Mit solchen aussagen können Sie jede Revolution etc. mundtot machen. Geht es den Irakern besser? Den Afghanen? Wo ist Ihre Forderungen dass dort die US-Streitkräfte im anderem Falle die NATO-Streitkräfte und US-Streitkräfte diese Gebiete verlassen? Würde Opportunismus nur im Ansatz weh tun, Sie wären wohl an den Schmerzen gestorben...

insertnamehere
 
01.07.2010 12:00
"Würde Opportunismus nur im Ansatz weh tun, Sie wären wohl an den Schmerzen gestorben..."

Ich hinterfrage nur, ob die Strategie der Raketenschiesserei bislang IRGEND einen Erfolg gebracht hat.

Zur Überwindung der Apartheid waren Symbolfiguren wie Mandela etc. entscheidend, sind wir uns da einig?
HABEN die Palästinenser solche Symbolfiguren?
Sie haben Leute wie zB den Mashaal, der als Sympathieträger doch eher ein Rohrkrepierer ist.

USA und NATO täten sich auch erheblich schwerer, wenn ihre Gegner nicht (mMn versient) in einer Sympathieliga mit Kim Jong Il und Jack the Ripper spielerten (wie übrigens ein paar ihrer Verbündeten auch, zugegeben). Ich wage mal zu behaupten, dass es im Irak und Afghanistan dann inzwischen erheblich rosiger aussähe.

Reddogg
 
01.07.2010 17:10

Eine Militärstrategie ist nie erfolgreich da es immer Opfer gibt und das nicht nur in den militärischen/militanten Kreisen. Was Sie aber hier wieder probieren ist die Abwürgung des Rechts auf Widerstand gegen den Besatzer der den Palästinenern laut GK aber zu steht/anerkannt wird.
Es gab mehrere solcher Personen, Fayad, Barghouti (letzterer ist auch im Gefängnis wegen angeblichen Terrors) und man könnte weitere aufzählen, aber bei vielen sagt die isr. Regierung: da ist niemand mit dem man verhandeln kann...
Und die pol. Hamas hat sich pragmatischer Verhalten als es die fatah je konnte, siehe Waffenruhe, einseitige Waffenruhe, Vorgehen gegen Militante vor und während der Waffenruhe etc. etc.

insertnamehere
 
02.07.2010 01:19
Fayed mag ich zB.

Wobei ihn in ALLERerster Linie für mich sympathisch macht, dass er einen richtigen Beruf gelernt hat und NICHT hauptberuflicher "Militär" ist.

Wahrscheinlich ein Zufall, dass er dadurch innerhalb der pal. Gruppen auf den Goodwill der Parteien angewiesen ist, die im Unterschied zu ihm über Parteimilizen verfügen, deren Einsatz bekanntlich von Skrupeln verhindert wird.

Barghouti ist schwieriger. Wofür GENAU wurde er denn verknackt?
(Vielleicht IST er ja ein pal. Gandhi oder Mandela und ich weiß es nur nicht? In dem Fall bite ich um Klarstellung: IST er das und wurde nur wegen frei erfundener Anklagepunkte verknackt?)

insertnamehere
 
02.07.2010 11:16
Gut, ich bin jetzt schlauer.

Der Mann sitzt wegen 5fachen Mordes.

Also, Mandela isser mal definitiv keiner.

Wobei man ihn natürlich TROTZDEM um des lieben Friedens willen freilassen könnte - Frieden kann man sowieso nur mit Feinden schließen. Dass die Isis von der Idee so einer Freilassung allerdings nicht rasend begeistert sind, find ich auch irgendwie nachvollziehabr.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 99
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.