SPÖ-Flecker nicht mehr auf der Liste

28. Juni 2010, 19:43
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Landtagspräsident enttäuscht über Zustand der Partei und Voves: "Erschütternd"

Graz - In der steirischen SPÖ rumort es weiter: Beim Landesparteivorstand wurde Montagnachmittag das Ende der Laufbahn von Landtagspräsident Kurt Flecker (62) besiegelt, indem er nicht auf die Kandidatenliste für den Wahlkreis Graz und Graz-Umgebung für die Landtagswahl am 26. September genommen wurde. Flecker zeigte sich offen enttäuscht über den Zustand der Partei und über den Landesvorsitzenden LH Franz Voves.

Flecker hätte gemäß den Gepflogenheiten der SPÖ einen - wenn auch hinteren - Listenplatz in Graz und Umgebung gebraucht, um über die Landesliste doch wieder in den Landtag einziehen zu können. Der Wahlkreis entschied aber - in Abstimmung mit dem Parteivorstand - anders. "Von Voves gesteuert", erklärte Flecker nach der Sitzung, die er nach einer Wortmeldung vorzeitig verlassen hatte.

"Bin gram wegen des Sittenbildes"

Wie Flecker sagte, sei mit dem Parteichef ein glatter Wechsel mit Landesrat Siegfried Schrittwieser in Funktion und Wahlkreis per Handschlag vereinbart gewesen. Nun habe er erfahren, dass sich dieser nicht darum kümmern könne, dass er als "zentrale Notwendigkeit" unterkomme. Auf die Frage, ob er Voves und der Partei, die er zwei Jahrzehnte lang an der Spitze mitgestaltete, nun gram sei, sagte Flecker: "Ich bin gram wegen des Sittenbildes, das die Partei abgibt. Dieses Sittenbild ist ein Sittenbild des Vorsitzenden - und das ist erschütternd". Er, Flecker, sei nicht der Partei "böse", wohl aber mit den Zuständen und dem Vorsitzenden.

Persönlich habe er mit der Nicht-Nominierung keine Probleme, er habe keine Angst um seine Zukunft, die politisch vorerst noch die Mitgliedschaft in Landesvorstand und -präsidium beinhaltet: "Unter Umständen gibt es ja nach der Wahl einen neuen Vorsitzenden oder eine Vorsitzende, dann werden wir ja sehen". (APA)

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    Flecker: "Ich bin gram wegen des Sittenbildes, das die Partei abgibt. Dieses Sittenbild ist ein Sittenbild des Vorsitzenden - und das ist erschütternd".

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