Die Müllers

28. Juni 2010, 18:38
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Darf ich noch jemanden grüßen?", frug Thomas Müller den ARD-Reporter höflich, nachdem er den Sieg gegen England und seine beiden Tore besprochen hatte. Müller erhielt die Erlaubnis. "Ich wollte nur meine beiden Omas und meinen Opa grüßen, das ist schon lange überfällig", sagte der Bayern-Kicker aus der oberbayerischen Kreisstadt Weilheim, der im September 21 Jahre alt wird, und winkte in die Kamera.

Die Omas und der Opa werden sich irrsinnig gefreut haben, vielleicht noch mehr als über die beiden Tore des tüchtigen Enkerls, des jüngsten deutschen Nationalspielers in Südafrika, der zum "Man of the Match" gewählt wurde, dafür eine Trommel erhielt, für die noch viel Platz ist in seiner Vitrine, was er via ARD ebenfalls ausgerichtet hat.

"Er ist mein Stürmer Nummer eins. Er kann alles. Er ist mit dem Kopf stark, kann aber auch links und rechts schießen", lobt Gerd Müller, der sich mit 68 Toren in 62 Länderspielen den Titel "Bomber der Nation" verdient hat, den jungen Müller, der sich aus der Bayern-Jugend hochgearbeitet hat bis in die Erste, von Teamchef Joachim Löw im November 2009 erstmals in die Nationalmannschaft einberufen wurde.

Abgesehen davon ist Gerd Müller aus der schwäbischen Großen Kreisstadt Nördlingen, der im November 65 Jahre alt wird und viele Jahre erfolgreich für Bayern wirkte, nicht der Opa von Thomas Müller. Und Hans-Peter "Hansi" Müller aus Stuttgart, der im Juli 53 Jahre alt wird, der zwar nicht für die Münchner Bayern arbeitete, aber dafür fürs deutsche Nationalteam und unter anderem für den FC Tirol, ist keine seiner beiden Omas.

Das trifft auch auf Luis Antonio Correa da Costa zu, der vor 44 Jahren im brasilianischen Campo Grande zur Welt kam, in 56 Einsätzen für die Seleção 20 Mal netzte und sich den Künstlernamen Müller zulegte. Aufgrund gesicherten Wissens nach Gerd, nicht antizipatorisch nach Thomas. (Benno Zelsacher, DER STANDARD, Printausgabe, Dienstag, 29. Juni 2010)

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