Ö1-Chef poltert über "wenig entschlossenen General" des ORF

28. Juni 2010, 18:38
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"Kampf gegen Dummheit inner- und außerhalb"

Alfred Treiber, bis Mittwoch Chef von Ö1, kämpft erbittert für seinen Wunschnachfolger Clemens Kopetzky, bisher für Kommunikation und Marketing des Senders zuständig. Neben seinem deftigen STANDARD-Interview poltert er auch in einem Brief an die Mitarbeiter - auch gegen ORF-General Alexander Wrabetz.

Treiber führt die Lage auf einen "wenig entschlossenen General" zurück und auf die Politik. Er sei "nicht mehr sicher" ist, ob die "tatsächlich zum Kuhhandel zwingt".

Beim Hearing unter den Bewerbern für Ö1 ging es nach Treibers Befund "weniger darum, wer der bessere Ö1-Chef ist, sondern mehr darum, wer ihn am besten spielen könnte". Die Assessoren empfahlen Bettina Roither, Ulrike Wüstenhagen und Kurt Reisnegger.
Treiber zu Kopetzky: Headhunter und er hätten ihn ausgesucht. Er habe ihn ausgebildet, er sehe in ihm den Besten, "ich hätte mich sonst jahrelang und speziell jetzt zum Narren gemacht".

Treiber erklärt seinen Brief so: "Sonst entsteht nämlich der Eindruck, ich wüsste es nicht besser als die anderen, was für Ö1 das beste und wer daher der geeignetste Nachfolger ist. meine professionelle Urteilsfähigkeit wäre infrage gestellt und man müsste daran zweifeln, dass ich der Richtige war in all den Jahren." Treiber ruft die Mitarbeiter zum "Kampf gegen Schmutz und Schund, Oberflächlichkeit und Dummheit innerhalb und außerhalb des Hauses auf.

Ob er Ö1 weiter in der Rundfunkorganisation EBU vertritt, wird der wenig entschlossene General entscheiden. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 29.6.2010)

  • Alfred Treiber.
    foto: standard/newald

    Alfred Treiber.

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