Österreich im Rennen um deutschlandweites Radio

28. Juni 2010 18:37
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    Foto: lounge fm

    Bewerber um deutsches Digitalradio: Florian Novak.

     

     

Deutschland nimmt einen neuen Anlauf zu digitalem Radio: Sieben Sender sind in der Endauswahl, neben Radio Disney und NRJ auch Lounge FM aus Wien - Ein finanzielles Wagnis

DAB+, der nächste Standard für digitales Radio, kam gerade einen entscheidenden Schritt voran: Die zuständige Gebührenkommission genehmigte dem öffentlichen Deutschlandradio gerade 30 Millionen Euro für die Beteiligung an DAB+. Die Beteiligung des Gebührensenders stellt das gesamte Projekt auf eine deutlich stabilere finanzielle Basis.

Sieben Bewerber sind neben drei Deutschlandradio-Kanälen in der Endauswahl für die (dafür ausreichenden) Plätze im digitalen Äther: der Medienriese Disney mit einem gleichnamigen Kinderradio etwa, Radio NRJ, ein Fußballradio (90elf), und "Radio Rauschgold" mit Beteiligung der Oschmann-Gruppe, die in Österreich etwa Radio Arabella betreibt. Und die Entspannungsradio GmbH aus Österreich. Hier betreiben die Entspannungsfunker um Manager und Gesellschafter Florian Novak Lounge FM über Internet, etwa auf derStandard.at, über Mobilfunk und Handyfernsehen und regional in Oberösterreich, wo gerade eine Frequenz für Gmunden dazukam.

Nächste Etappe

Nächste Etappe auf dem Weg zu deutschlandweitem Digitalradio: Bis 22. Juli sollen die Bewerber der zuständigen Kommission der Landesmedienanstalten Verträge mit dem technischen Betreiber dieser Radioplattform vorlegen, der Media Broadcast. Der deutsche Anbieter in französischem Besitz ist auch in Österreich aktiv. Media Broadcast betreut hier bisher Handyfernsehen über DVB-H.
Sechsstellige Eurobeträge sind als Sendermieten für DAB+ in Deutschland in Diskussion, die sich in der größten Ausbaustufe auch einer Million pro Jahr nähern könnten. Die Gretchenfrage, nicht zuletzt für das kleine Lounge FM: Können Radiosender auf einem neuen technischen Standard, der neue Empfangsgeräte erfordert, so viel Geld insbesondere über Werbung zurückverdienen?
Florian Novak sagt: "Wir rechnen noch mit Bewegung bei den Gesprächen mit der Media Broadcast." Er verhandle zudem mit Partnern, auch internationalen, für das Projekt.

In Österreich sehen die Sender wie die Medienbehörde Komm-Austria und die Rundfunkregulierung RTR digitales Radio bisher eher abwartend. Anläufe etwa mit dem Vorgängerstandard DAB in Deutschland waren eher teuer als erfolgreich. In Großbritannien indes ist der Umstieg auf digitales Radio schon weit gediehen. Auch in der Schweiz läuft es gut an.

Digitales Radio bringt (wie digitales Fernsehen) deutlich mehr Platz für Programme. Das bedeutete technisch mehr Kapazitäten für österreichweite Sender - und damit neue Konkurrenz für bestehende Programme. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 29.6.2010)

Kommentar posten
15 Postings
The Dark
29.06.2010 10:54
Internetradio

ist die Zukunft. Nur noch eine Frage der Bandbreite.

Franz BRAZDA
29.06.2010 14:26
Genau so ist es..

Die ganzen Systeme DAB, DAB+, DRM, DRM+, HD-Radio etc. sind längst Auslaufmodelle ohne jemals angelaufen zu sein. Sie werden in Kürze mittels mobilen (digitale Dividende) bzw. fixen (Glasfaser)Breitband (LTE etc.) Internet überholt sein. Dann müssen auch keine Frequenzen weder Politisch bzw. Behördlich mehr koordiniert werden. Das medienpolitische Frequenzgerangel hat dann endlich auch ein Ende. Jeder Radio und TV-Sender hat nämlich dann die gleichen techn. Voraussetzungen.
LG
Franz aus Wien

Wolfgang Leitner3
01.07.2010 10:40
Und im Auto?

Wenn mobiles Breitband so funktioniert wie heute, ist es im Auto unbrauchbar. Ständiges Abbrechen der Verbindung beim Handover (auch wenn man z.B. nur in Wien unterwegs ist, wo UMTS/HSDPA lückenlos zur Verfügung steht) bzw. am Land zu wenig Bandbreite über GSM/GPRS. Abgesehen davon funktioniert der Handover zwischen UMTS/HSDPA und GSM/GPRS überhaupt nicht.

Daheim bzw. an einem fixen Standort gebe ich Ihnen vollkommen recht! Hier hat Internet Radio bereits einen nicht zu verachtenden Stellenwert!

Franz BRAZDA
01.07.2010 16:15
Mobiles Breitband Internet Netz.....

wird erst aufgebaut, siehe Digitale Dividende UHF Kanäle 61-69. Mittels entsprechender Frequenz-Infrastruktur und LTE wird dieses Manko sicherlich früher oder später behoben sein. Viele neuen Autoradios werden bereits mit Internet-Anbindung - Siehe IFA2010 - ausgebaut. Es ist alles nur eine Frage der Zeit.
LG
Franz aus Wien

lady red
29.06.2010 09:04

deutschland bekommt lounge fm und wir nicht? bin ja eher für eine österreichweite verbreitung! ;-)

Mike Myers
30.06.2010 08:44
die gibts eh,

und zwar digital via DVB-H - mag halt nur keiner kaufen...

Meuterei auf der Boeing
28.06.2010 20:26
BTW

Was wurde eigentlich aus der vor zirka einem Jahr hinausposaunten Idee, einen eigenen GoTV Ableger für Deutschland zu gründen?

Fritz Meyer
28.06.2010 19:52
Ich freue mich bei jeder Tour durch Deutschland...


wenn ich ENDLICH wieder in den Empfangsbereich von Ö3 komme! Nur leider wird's das dank Ede Stoiber wohl nie mehr frei empfangbar in ganz Deutschland geben (ebenso wie den ORF als Fernsehprogramm über Satellit).

Nur deutschen Dummfunk a la Antenne Bayern usw., den kriegst überall in Europa unverschlüsselt auf's Ohr gedrückt. :(

Fritz Meyer.

DigiAndi
29.06.2010 10:05
Ö3?

Ö3 gibt es unverschlüsselt europaweit über Satellit - wo liegt das Problem?

Fritz Meyer
29.06.2010 10:26
Ja, Andi, aber nicht im Autoradio.


Und darum ging es.

Fritz Meyer.

Mike Myers
30.06.2010 08:45
und

Antenne Bayern bekommst europaweit im Autoradio?

jMor
 
29.06.2010 07:02

Ö3 ist kein Dummfunk?

Fritz Meyer
29.06.2010 10:28
Der Ö3 ist ein Kultursender und Vollprogramm erster Klasse...


mit Sprechern voller Witz, Elan und göttlicher Rhetorik

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... im Vergleich zu Antenne Bayern.

Fritz Meyer.

Sgt. Pinback
29.06.2010 15:21
Ö3 = Gehirnwäsche

giovantetto
29.06.2010 11:35

Ich empfehle da ganz gern Bayern3. Ist zwar auch Dummfunk, aber mit Sprechern voller Witz, Elan und göttlicher Rhetorik

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... im Vergleich zu Ö3. Was allerdings auch nicht allzu schwer ist.

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