Mädchen meiden den Wettbewerb

28. Juni 2010, 17:58
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Ein Versuch mit 1.000 Kindern zeigte, dass sich mehr Jungen als Mädchen auf einen Wettbewerb einlassen

Bonn/Innsbruck - Bereits im Alter von drei Jahren sind Mädchen weniger bereit als Jungen, einen Wettbewerb gegen Gleichaltrige anzutreten. Zu diesem Schluss kommen Matthias Sutter und Daniela Rützler vom Institut für Finanzwissenschaft der Universität Innsbruck in einer Studie des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit IZA.

In einem groß angelegten Versuch stellten die ForscherInnen über 1.000 Kindern zwischen drei und 18 Jahren Aufgaben. Sie sollten altersgemäße Rechenaufgaben lösen oder eine Strecke laufen und erhielten dafür Geld. Dabei gab man ihnen die Option, ihre Verdienstmöglichkeiten noch zu steigern, wenn sie gegen Gleichaltrige im Wettkampf antreten wollten. 40 Prozent der Jungen entschieden sich dafür, während es bei den Mädchen nur 19 Prozent waren. Es war dabei egal, ob die altersgleichen GegnerInnen vom selben Geschlecht waren oder nicht.

Ab Pubertät langsamer

SportwissenschaftlerInnen bestätigen zudem, dass die unterschiedliche Laufgeschwindigkeit erst mit der Pubertät einsetzt - zuvor sind Mädchen und Buben gleich schnell. "In den Köpfen ist aber nur, dass männliche Sprinter wie Usain Bolt den weiblichen weit überlegen sind. So empörten sich etwa Mädchen im Kindergarten, dass ein Wettlauf gegen Burschen unfair sei", so der Innsbrucker Wirtschaftsforscher Sutter.

Rückstand trotz Qualifikation

Für die Suche nach Chancengleichheit hat das Konsequenzen. "Wir wollen nicht, dass alle ständig gegeneinander konkurrieren", macht Sutter klar. Es gehe vielmehr darum zu verhindern, dass höchstqualifizierte Frauen auf der Strecke bleiben, da sie nicht gerne in Wettbewerb treten. Weitere Studien sollen zeigen, was sie dazu motivieren kann. "Quoten erleichtern diesen Schritt sicher um einiges. Es gilt aber weiterzudenken, welche Interventionen noch dazu beitragen, damit sich die Schere der Geschlechter schließt." (red)

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    Es geht darum zu verhindern, dass höchstqualifizierte Frauen auf der Strecke bleiben, so der Studienautor Matthias Sutter.

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