Fleisch in Österreich im EU-Vergleich teuer

Verena Kainrath, 28. Juni 2010 18:28

Österreich ist bei Lebensmitteln das fünftteuerste Land der EU. Die einen sehen zu wenig Wettbewerb. Andere führen hohe Qualität ins Treffen

Brüssel - Österreichs Fleischpreise sind die zweitteuersten in der EU. Nach einer am Montag von Eurostat veröffentlichten Studie sind nur die Dänen mit 131 Prozent vor Österreich (128 Prozent). An dritter Stelle folgt Deutschland. Am billigsten sind die Fleischpreise in Rumänien. Der Durchschnitt der 27 EU-Staaten wird mit 100 angesetzt.

Anders sieht es bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren aus. Hier liegt Österreich mit 95 bzw. 97 Prozent jeweils unter dem EU-Schnitt. Führend bei den Alkoholpreisen ist Finnland mit 170 Prozent.

***

Wien - Die Preise für Lebensmittel von Fleisch über Fisch bis zu Gemüse und Obst sind in Österreich stärker gestiegen als in den meisten anderen Ländern der EU. Rangierte Österreich in der Liste der teuersten Länder zuletzt noch auf Platz sieben, so rückte man mittlerweile auf den fünften vor, zeigt eine aktuelle Studie der Eurostat.

Schwer ins Gewicht fällt dabei vor allem Fleisch. Nur Dänemark ist hier noch teurer. Ein Jahr zuvor reihte sich Österreich bei den Produkten rund um das Schnitzel zwei Plätze weiter hinten ein.

Bei Fisch rückte man ganze drei Positionen nach vorn. Bei Gemüse und Obst immerhin eine. Allein bei Zigaretten und Alkohol kommt man in Österreich vergleichsweise günstig weg.

Die wahren Auslöser der Preisdifferenzen auszumachen, das sei die Einserfrage, sagt Josef Baumgartner, Experte des Wirtschaftsforschungsinstituts. Für vieles ge-be es nur Spekulationen, harte Daten kaum. Zumal sich keine Handelskette in ihre Preiskalkulation blicken lässt. Baumgartner vermutet dennoch, dass dahinter einerseits ein schwächerer Wettbewerb unter den Handelsketten stecken könnte - die Marktkonzentration geht in Österreich weit über jene anderer Länder hinaus. Zum anderen seien auch die Konsumgewohnheiten in Österreich andere, mehr Bio macht Lebensmittel insgesamt in der Statistik teurer.

Für die Arbeiterkammer ist die Bilanz der Eurostat freilich Wasser auf ihren Mühlen. Sie übt sich seit Jahren in Preisvergleichen, einer der jüngsten habe Aufschläge von bis zu einem Fünftel bei identen Produkten ergeben. Überprüft wurden Warenkörbe mit 39 Nahrungsmitteln aus Österreich und Deutschland, sagt Manuela Delapina, Referentin der Arbeiterkammer. Höhere Qualität spiele da nur mehr bedingt eine Rolle. Die Teuerung ist aus ihrer Sicht klar hausgemacht, der Handel schröpfe den österreichischen Markt.

Man könne Handelsketten einiges vorwerfen, aber sicher nicht zu wenig harten Wettbewerb und ein zu hohes Preisniveau, entgegnet Michael Blass, Vorsteher des Verbands der Lebensmittelindustrie. Die Zahl an Dauertiefpreisen und Aktionen nehme laufend zu - stets zulasten der Produzenten.

Bei den Preisvergleichen dürften nicht Äpfel mit Birnen in einen Topf geworfen werden, meint er. Österreichs Industrie sei regionaler aufgestellt und arbeite mit kleineren Losgrößen als europäische Mitbewerber. Der Erhalt der Gentechnikfreiheit habe ebenso seinen Preis wie der höhere Anteil an Bioware. Der Standard der Rezepturen sei höher als in anderen europäischen Ländern. Dass der Weg der österreichischen Lebensmittelbranche der richtige sei, beweise der stetig steigende Export: Seit 1995 habe sich der Anteil an Ausfuhren von 16 auf 60 Prozent erhöht. International tragen Lebensmittel derzeit nur noch wenig zur Inflation bei. Bedingt durch kleinere Ernten könnten die Preise laut Wifo künftig aber wieder leicht steigen. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.6.2010)

 

Kommentar posten
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aculus populus
 
10.08.2010 15:15
Ich sag nur dazu

A+A sagt der Hausverstand (verpackt in Ö is es)

Dionysos Dinkel
04.08.2010 18:43
Frechheit die Überschrift

Fleisch müsste um ein Vielfaches teurer sein!

aculus populus
 
10.08.2010 15:17
Sicha!

Dann kauft es ka Sau mehr :D

KurtEcker
30.06.2010 10:03
1kg Schwein zum Preis von 1kg Äpfel ?

Letztens hab ich sogar 1 kg von totem Schwein um den selben Preis wie ein 1 kg normale, sog. Bio-Äpfel gesehn. Sprich 2,99.-.
Jetzt wiss ma zumindest, wo die ganzen Agrar-Öpulförderungen hinlaufen. Immerhin verdient an diesem sog. Fleisch der Bauer, der Schlachtbetrieb, der Futtermittelkonzern, die Transportlobby, der Tierarzt, die Pharmaindustrie, das Lagerhaus, der Landmaschinenhersteller, der Baumeister, der die Tierbunker baut, Rewe, ev. der Billa, etc....

Kann es sein, das dieses Geld letztlich dem letzen im Volk per Steuer aus dem Börserl gezogen wird?

Oder soll ma jetz viel, viel Fleisch kaufen, damit all die armen oben genannten ihre Villen ausbauen können?

KurtEcker
30.06.2010 09:51
Fleisch teuer....?

ja, im Vergleich zu andern Ländern schon.
In Bezug auf die Kostenwahrheit überhaupt nicht.
Zudem kommen grosse Anteile an "Kraft"futter aus sog. 3ter Welt, sogar Regenwaldrodung wird durch uns KonsumentInnen, durch Multinationale und Banken (zB Raiffeisen) mitfinanziert.
In der fröhlich, bunten AMA-Webung kommen diese Infos nicht durch, da geht's vorwiegend ums Hirnwaschen oder hat jemand schon mal Infos über Regenwaldrodung, Gensoja, Massenbetriebe mit 20.000 Schweinen, 50% Antibiotikaumsatz in der Tierindustrie, Psychopharmaka, Impfstoffe, Blut u. Eiter..
in Käse, Milch, Fleisch und Ei gehört?
Nee? Dann hat Werbung Erfolg: Immerhin liegt Ö mit dem Fleischkonsum an weltweit 3. Stelle,
Milchprodukte und Ei nicht(!) miteingerechnet.

aculus populus
 
10.08.2010 15:18
na dann...

Mahlzeit!

frenemy
29.06.2010 11:09
der gerechte nichtraucher

startete zornig seinen besten freund und stieß giftwolken aus.
knapp vor dem sieg über die klimasündigen raucher muss er feststellen, dass die für seine gesundheit unverzichtbaren toten tiere teuer sind.
ebenso wie das futter für seinen verbrennungsmaschinenfreund.
die welt ist ein kampf, jeden tag aufs neue.

powerpack
29.06.2010 10:55

ich finde die ergebnisse dieser studie sehr gut für österreich. sie zeigt, dass bei uns eben doch noch lieber heimische qualität statt billige massenware gefragt ist!

Ivan Bukov
29.06.2010 13:11

Es ist schon bemerkenswert wie sich die Oesterreicher mit dem Qualitaetsschmaeh seit Jahren hopp nehmen lassen.
Siehe Post weiter unten RE VW Golf, trifft den Nagel auf den Kopf!

(°)(°)
29.06.2010 11:29

Simma a bissl anfällig für Propaganda?

asozialist.blogspot.com
29.06.2010 11:19
stimmt

bei uns ist ein vw golf auch von der qualität her besser als in der slowakei wo er 2000 euro billiger ist.

Österreich ist frei
29.06.2010 10:49
naja, solang die tschick billig sind

passt ja eh alles

Nee-Chee
29.06.2010 10:45
Vielleicht hab ichs überlesen,

aber es wäre interessant, ob die Preise mit oder ohne Umsatzsteuer verglichen wurden. in UK zB gibt es auf Lebensmittel überhaupt keine USt.

leitfaden
29.06.2010 10:40
4,90 für ein kilo supermarkt-schweinernes ist teuer?

da möcht ich nicht wissen, wie das in anderen ländern aussieht und schmeckt.

asozialist.blogspot.com
29.06.2010 11:19
tesco slowakei

ca. 3 euro - allerdings gibt's definitiv besseres ;-)

.MS.
29.06.2010 10:36
Gegen teures Fleisch ist nichts zu sagen. Dafür soll auch die Qualität flächendeckend kontrolliert werden

Wichtig ist, dass eine tatsächlich ausgewogene Ernährung unterm Strich für jeden leistbar bleibt. Hier hat der Staat eine Steuerungsaufgabe, der er auch nachkommen soll (dazu ob und wie gut er das jetzt schon tut habe ich keine Meinung).

In Zeiten des Sparens soll auf jeden Fall unerwünschtes Verhalten und Luxusgüter höher besteuert werden.
Wobei ich anmerken möchte, dass Zigaretten eine auch von armen Menschen gekauften Massenware sind, die schon hoch besteuert ist - wenn nicht zuerst offensiver auf Entwöhnung gesetzt wird fördern höhere Steuern vor allem den Schwarzmarkt.

Fritz Meyer
29.06.2010 10:29
Solange die Qualität noch stimmt...


darf's Fleisch ruhig ein bisserl mehr kosten.

Man muss ja nicht jeden Tag Fleisch essen.

Fritz Meyer.

rouge noir
29.06.2010 10:18
Irish food prices among highest in EU

Ireland has the second highest food and drink prices in the European Union, a new survey has found.

http://www.rte.ie/news/2010... rices.html

Lord Schaumloeffel
29.06.2010 10:16
man soll bitte mal mit offenen augen durch den supermarkt gehen

da kostet im vergleich ein kilo fleisch sehr oft weniger als ein kilo gemüse oder obst.

da läuft was grundsätzlich falsch.

aculus populus
 
10.08.2010 15:20
Ja!

Das Gemüse ist zu TEUER! Trotz Subventionen!

Poldi Fesch
29.06.2010 14:41
ja

korrekt

asozialist.blogspot.com
29.06.2010 11:20
das ist so weil fleisch schwerer ist als

erdbeeren ;-)

DerHinterfragende
29.06.2010 09:13
Kosmetikprodukte sind in Österreich interessanterweise

VIEL teurer als in Deutschland. Und das sogar in der selben Drogeriekette.

AXE Deo Spray:
DM in Wien - 4,27 €
DM in München - 2,85€
DM in Köln - 2,15 €

Ähnlich ist es bei anderen Kosmetikprodukten (Rasierer, Gesichtspflegeprodukte, Duschgels, Taschentücher, usw.)

Das kann doch niemand rational erklären! An dem einen Prozentpunkt mehr MwSt kann es nicht liegen. Wenn der Preisunterschied bei ca. 0,20 € liegen würde, wäre es noch verständlich (etwas weiterer Transport, Unterschied MWSt.)

Leider liegt es in diesem Fall an der zu geringen Konkurrenz in Österreich (in diesem Fall praktisch nur BIPA und DM) und dass in Österreich Preisabsprachen quasi ein Kavaliersdelikt sind.

Und das alles auf Kosten der österreichischen Bürger!

sterngucker
 
29.06.2010 08:43
"Österreichs Fleischpreise sind die zweitteuersten"

Wieviel legt man denn für so einen Fleischpreis ab?

Poldi Fesch
29.06.2010 10:02
:)) psst

da hatten wir schon schlimmeres.

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