"Fabio Capellos Vernebelungsmanöver"

28. Juni 2010, 12:08
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ENGLAND:

"Daily Telegraph": "Lassen Sie sich nicht von Fabio Capellos Vernebelungsmanöver über Frank Lampards ,Tor' in die Irre führen. Selbst wenn das außergewöhnliche Tor des Mittelfeldmannes gegolten hätte, was es hätte sollen, kann sich England nicht der brutalen Erkenntnis entziehen, dass Deutschland in allen Belangen überlegen war."

"The Times": "England draußen, Capello gibt Schiedsrichter die Schuld, Englands alte Garde zeigt alle alten Schwächen ... In der Vergangenheit gab es immer praktische Sündenböcke, auf die sich englische Frustrationen richten konnten - Peter Bonetti, Diego Maradona, David Beckham, Phil Neville, Cristiano Ronaldo oder Urs Meier, der Schweizer Schiedsrichter -, aber die Fehlschläge in Serie zwingen uns, genauer hinzusehen. Es liegt nicht an ihnen. Es liegt an uns."

"The Guardian": "Echos von 1966: Aber für Englands goldene Generation ist alles aus - Einer der kontroversesten Momente in Englands Fußballgeschichte kehrte zurück, um die Nationalspieler der heutigen Generation zu verfolgen. England führt das Drama des Scheiterns wieder auf. Diese 44 Jahre ohne einen WM-Sieg sind wohl nur der Auftakt der Wartezeit."

"The Sun": "Zeit zu gehen, Fabio - Verzieh Dich, und nimm Deine Spieler mit. Deutschland reißt England in Stücke, Fans sauer auf ,Müll'-Team. Manche Dinge ändern sich nie: Wieder eine WM, und wieder verabschiedet sich England früh, mit gesenktem Kopf und ruiniertem Ruf, nachdem es Fußball aus dem Mittelalter spielte."

"The Mirror": "Fabi-Go: Capello sollte in Schande seinen Rücktritt einreichen. Three Lions? Wir waren eher wie drei Kätzchen."

"Daily Mail": "Oh mein Gott - die Worte des Linienrichters, als er die Fernsehbilder sah. Es ist sinnlos, über Frank Lampards nicht gegebenes Tor zu weinen, die Anzeigentafel lügt nicht. Wäre es so sehr anders gelaufen, wenn es nach 38 Minuten 2:2 gestanden hätte? Hat jemand Rooney gesehen?"

"Express": "Deutschland zerstört Englands WM-Träume - Nach 44 Jahren der Schmerzen und des schwelenden Ärgers nahm Deutschland Revanche. Heute trägt England alle Wunden davon. ... Dieses Mal überschritt der Ball klar die Linie, aber England blieb deutlich hinter den Anforderungen zurück."

DEUTSCHLAND:

"Bild": "England weggemüllert. Jungs, we love you. Thank you, Fußballgott!"

"Stuttgarter Nachrichten": "Es gibt Triumphe, die das alles mühelos toppen: Sie sind Balsam auf die Seele der Fans, unvergessliche Sternstunden, Labsal für die Ewigkeit. Siege gegen England gehören grundsätzlich zur letzten Kategorie. Rule Britannia? Nein, nicht good old England regiert über die (Fußball-)Welt - Deutschland zeigt dem Mutterland des Fußballs (mal wieder) die Grenzen auf. Die Three Lions als zahme Kätzchen: Gehofft haben wir alle darauf, aber richtig daran geglaubt haben wohl die wenigsten."

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw hat beim 4:1 im Achtelfinale gegen England einen seiner schönsten Erfolge der vergangenen Jahre erzielt. (...) Unglaublich, wie sich die Dinge im Fußball doch wiederholen können, solange der Internationale Fußball-Verband den Videobeweis nicht zulässt."

"Welt": "Das Martialische fehlt diesmal, das Säbelrasseln, all die Panzerketten, Stahlhelme und Sturmgeschütze, die sonst bemüht werden. Und nicht, weil die deutschen Spieler diesmal so dramatisch hoch gewinnen. (...) Auch Großbritannien hat - Spätfolge der WM 2006 in Deutschland - seine Germanophobie ein bisschen überwunden."

"Süddeutsche Zeitung": "Viel wichtiger aber ist die Beendigung eines Mythos', der in den vergangenen 44 Jahren für lebhafteste Abende an deutschen Stammtischen gesorgt hat. Damit ist nun Schluss, den Engländern ist diesmal Ähnliches in verschärfter Form widerfahren. Eine Legende aber bleibt lebendig: Die Engländer werden erst dann wieder ein Spiel gegen Deutschland gewinnen, wenn sie sich entschließen, mit einem Torwart anzutreten."

SCHWEIZ:

"Neue Zürcher Zeitung": "Während der alte Rivale Deutschland mit dem nunmehr jüngsten Team reüssiert, präsentierte sich England an der WM wie das welke Imitat eines einstigen Klasseteams."

RUSSLAND:

"Sport Express": "Deutschland spielte besser, England spielte überhaupt nicht. Eine Freude zuzuschauen! Die goldene Generation der Engländer wurde von den Jungen (Deutschen) erniedrigt.... Der (Wembley-)Treffer von (Geoff) Hurst bleibt weiter diskussionswürdig - aber hier war alles klar. Es ist einer der größten Skandale in der Geschichte der FIFA."

FRANKREICH:

"Le Parisien": "Deutschland hatte die Hilfe des Schiedsrichters nicht nötig... Argentinien auch nicht."

"L'Equipe": "Was für eine Geschichte! Noch ein legendäres Deutschland-England! Die Engländer wurden von einem unglaublichen Schiedsrichter-Irrtum um den Ausgleich zum 2:2 gebracht. In der zweiten Hälfte hielten sie der Qualität des deutschen Kollektivspiels nicht stand."

"Liberation": "Deutschland hat England den Hintern versohlt und sich logisch für das Viertelfinale qualifiziert. Kein Zweifel: Lampards Tor war drin. Alle haben es gesehen, nur der uruguayische Schiedsrichter Jorge Larrionda nicht. Die Episode könnte als Feigenblatt für die fußballerische Misere der Engländer dienen."

"Le Figaro": "Deutschland triumphiert über England. Die "Mannschaft" war deutlich besser als Capellos Truppe in dem Spiel, das von einem groben Fehler des Schiedsrichters geprägt wurde." ~

 

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