Das Jobwunder an der Wall Street

28. Juni 2010, 10:52
28 Postings

Jobs im Finanzbereich sind derzeit in New York alles andere als Mangelware, inklusive fetter Boni

Die Krise ist vorbei, alles ist wieder gut. Naja, nicht wirklich überall. Aber an der Wall Street, da geht's jedenfalls wieder nach oben, zumindest, was die Situation am Arbeitsmarkt der Finanzdrehscheibe in New York angeht. Zum ersten Mal seit zwei Jahren stocken Finanz-Unternehmen in New York wieder die Zahl der Arbeitnehmer auf. 6.800 neue Jobs gab es zwischen Ende Februar und Mai dieses Jahres, heißt es aus dem New Yorker Arbeitsamt.

Und nicht nur das: die Finanz-Giganten, wie z.B. die fünf größten, Morgan Stanley, Citigroup, Bank of America, JPMorgan Chase oder Goldman Sachs, zahlen auch mehr. "Die Kandidaten kriegen im Moment mehrere Angebote. Unternehmen riskieren, die gewünschten Kandidaten zu verlieren, wenn sie nicht schnell genug reagieren", zitiert die Finanznachrichtenagentur Bloomberg die Sprecherin einer Online-Jobbörse für den Finanzbereich.

Die Banken hätten deswegen Gehaltspakete geschnürt - vor allem für jene, die von anderen Firmen abgeworben würden -, in denen auch garantierte Boni ohne eine Erfolgsbindung enthalten seien. Eine Praxis, die im Zuge der Finanzkrise stark ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist und auch von der US-Regierung ins Visier genommen wird. Die Branche argumentiert, die hohen Gehälter und Boni garantierten, dass die besten Leute einerseits so zu halten, andererseits so zu kriegen seien.

Ende Mai 2010 arbeiteten 429.000 Menschen im New Yorker Finanzbezirk, im Februar waren es noch 422.200. Den Höhepunkt erreichte die Beschäftigung in diesem Bereich im August 2007 mit 472.800 Personen. Auch in London können sich Jobsuchende im Finanzbereich derzeit nicht beschweren: Mehr als 5.700 freie Stellen gab es allein im Mai 2010.(rom, derStandard.at, 28.6.2010)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.