Börse Frankfurt schließt im Plus

28. Juni 2010, 18:31
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Reaktion auf schwache Vorwoche

Frankfurt - Der deutsche Aktienmarkt hat sich zu Wochenbeginn von seinem jüngsten Kursrutsch etwas erholt. Nach vier Verlusttagen in Folge gewann der Dax 1,43 Prozent auf 6.157,22 Punkte, nachdem er sich im Tagesverlauf ein wenig schwankungsanfällig gezeigt hatte. Der M-Dax legte um 1,92 Prozent auf 8.320,93 Punkte zu, der TecDax stieg um 0,71 Prozent auf 757,07 Punkte.

"Die Märkte haben lediglich eine Reaktion auf die schwache letzte Handelswoche gezeigt", erklärte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. In der Vorwoche war der deutsche Leitindex knapp an einem neuen Jahreshoch gescheitert und anschließend um bis zu 4,6 Prozent abgerutscht. Börsianer verwiesen zudem darauf, dass befürchtete Störfeuer vom G20-Gipfel ausgeblieben seien und so die Bankenwerte auf europäischer Bühne gestützt hätten. Auch das Bekenntnis zum Schuldenabbau statt zu Konjunkturprogrammen auf Pump sei vor dem Hintergrund der Schuldenkrisen ermutigend, ergänzte der Händler.

Passend zum Thema Schuldenabbau gehörten die Aktien der Aareal Bank mit plus 5,80 Prozent auf 14,70 Euro zu den M-Dax-Favoriten. Der Immobilienfinanzierer teilte mit, eine erste Tranche seiner erhaltenen Staatshilfen zurückzuzahlen. Im Februar war noch von ersten Rückzahlungen zu Beginn des kommenden Jahres die Rede.

MAN legen deutlich zu

Die Aktien von MAN stiegen nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" um 2,87 Prozent auf 69,50 Euro. Der Nutzfahrzeugkonzern zieht nach dem Krisenjahr 2009 wieder mehr Aufträge in seiner Motoren- und Turbinensparte an Land. Der Auftragseingang werde in diesem Jahr auf jeden Fall über drei Milliarden Euro liegen, sagte Klaus Stahlmann, Chef des Bereichs MAN Diesel & Turbo. Die Aktien von Daimler gehörten ebenfalls mit 2,92 Prozent zu den Gewinnern. Der Autobauer rechnet trotz der anhaltend schwierigen Lage für Nutzfahrzeuge mit einer positiven Entwicklung in seinem Geschäft mit Bussen.

Im Dax waren auch die Papiere von Infineon Technologies mit plus 2,83 Prozent auf 5,07 Euro unter den Favoriten, nachdem sie zeitweise bis auf 5,16 Euro gestiegen waren. Russland bat nach Informationen der "Financial Times Deutschland" die Bundesregierung um Unterstützung, damit der Mischkonzern Sistema mit 29 Prozent bei Infineon einsteigen kann. In Regierungskreisen hieß es allerdings am Nachmittag, dass Kanzlerin Angela Merkel nicht vermittele, sondern lediglich aufgeschlossen für eine Beteiligung sei, worauf die Aktien Teile ihrer Kursgewinne wieder abgaben.

Im TecDax standen Solarwerte nach einer Branchenstudie von Goldman Sachs unter Druck. Die Experten setzten die Papiere von Q-Cells auf ihre "Conviction Sell List" und senkten auch ihr Anlageurteil für Solarworld auf "Sell". Die Profitabilität von Q-Cells sei durch sinkende Verkaufspreise bedroht, hieß es. Die Q-Cells-Aktien rutschten um 5,17 Prozent auf 5,55 Euro an das Indexende, gefolgt von Solarworld mit minus 2,25 Prozent auf 9,80 Euro. (APA)

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