Ungarn-Streit: Slowakei hofft

27. Juni 2010, 18:06
118 Postings

Scheidender slowakischer Außenminister Miroslav Lajèak: "Der Ausgang der Wahlen zeigt, dass unsere Bürger nicht an Konfrontationen interessiert sind"

Göttweig - Der scheidende slowakische Außenminister Miroslav Lajèak will der Nachfolgeregierung in Bratislava keine Ratschläge erteilen, wie sie den eskalierten Nationalitätenstreit mit Ungarn schlichten soll. "Wir müssen aufeinander hören. Der Ausgang der Wahlen in der Slowakei zeigt, dass unsere Bürger nicht an Konfrontationen interessiert sind. Die Nationalisten wurden bestraft. Und die neue Regierung kann auch eine Chance auf einen Neustart sein", sagte Lajèak dem Standard am Rande des Europaforums Wachau in Göttweig.

Andererseits: "Es braucht zwei, um Tango zu tanzen." Es habe, so der Außenminister, immer positive Signale aus Bratislava gegeben. Und er hoffe, dass ebensolche aus Budapest zurückgeschickt würden.

Ein Engagement Brüssels in der Frage (Ungarn will hunderttausenden Slowaken die Doppelstaatsbürgerschaft geben) sei nicht unbedingt wünschenswert, denn das signalisiere, dass "die Lage sehr schlecht sei". Dann hätten beide Länder ihre Reifeprüfung nicht bestanden. Und überdies: "Die EU hat gar keine Instrumente, einzugreifen." (pra, DER STANDARD, Printausgabe 28.6.2010)

Share if you care.