Hochspannung vor Antiglobalisierer-Gipfel

27. Juni 2010, 17:50
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Europäisches Sozialforum in Istanbul vor dem Hintergrund von Gaza-Blockade und wieder aufflammenden Kurdenkonflikt

Istanbul - In gleich mehrere Wespennester stechen die tausenden Globalisierungskritiker, die in Istanbul Anfang Juli beim 6. Europäischen Sozialforum für "eine andere Welt" diskutieren und demonstrieren werden. So sollen an einer Großdemo auf dem zentralen Taksim-Platz der türkischen Metropole auch kurdische Aktivisten teilnehmen, obwohl der Kurdenkonflikt nach einer Entspannungsphase soeben wieder gewaltsam aufgeflammt ist.

Als Sieg feiern wollen die Forumsteilnehmer die Lockerung der Gaza-Blockade durch Israel, weil die Initiatoren der "Friedensflotte" für die Palästinenser aus Gruppierungen kamen, die beim Sozialforum mitmachen. Einer türkischen Organisation, unter deren Aktivisten es neun Tote gab, als sie sich israelischen Soldaten entgegenstellten, werden islamistische Tendenzen nachgesagt.

Sollte es in Istanbul zu antisemitischen Äußerungen kommen, werde man diesen "ganz scharf entgegentreten", versichert Hermann Dworczak, der mit mehreren Dutzend Österreichern am Sozialforum teilnimmt. Sein Hauptthema ist der Sozialabbau als Folge der "Krisen des Kapitalismus". Dagegen soll es im Herbst europaweit koordinierte Proteste geben, wie auch vor dem nächsten Klimagipfel zu Jahresende im mexikanischen Cancún. In Istanbul haben Feministinnen schon für kommenden Mittwoch zu einer Großdemo gegen die Unterdrückung der Frauen in der Türkei und den Nachbarländern aufgerufen. (est, DER STANDARD, Printausgabe 28.6.2010)

der Standard Webtipp: www.esf2010.org

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