STANDARD-Interview

"Die Familie ist blitzartig abzuschieben"

27. Juni 2010 17:03
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    Foto: standard/kucek

    Der steirische Spitzenkandidat für die Landtagswahlen im Herbst, Gerhard Kurzmann, hofft, den Stimmenanteil von 4,5 Prozent zu verdoppeln und wieder in die Landesregierung einzuziehen.

Der steirische FPÖ-Chef Gerhard Kurzmann erklärt warum er gerne eine Koalition mit der SPÖ eingehen würde und noch immer bei der SS-Kameradschaft IV ist

STANDARD: Sie haben in letzter Zeit freundliche Signale Richtung SPÖ geschickt. Können Sie sich auch eine Koalition mit Landeshauptmann Franz Voves nach den Landtagswahlen vorstellen?

Kurzmann: Wir haben den Eindruck, dass sich die steirische SPÖ bei Themen, die uns wichtig sind, wie das Bettelverbot oder die ganze Ausländerthematik, bewegt. Wenn ich gefragt werde: "Würden Sie mit der SPÖ koalieren, wenn Sie in der Regierung sind?" , sage ich: Selbstverständlich.

STANDARD: Sie glauben tatsächlich, die steirische SPÖ würde diesen Tabubruch begehen, gegen den Willen der Bundes-SPÖ ?

Kurzmann: So wie ich den Landeshauptmann einschätze, kann ich mir nicht recht vorstellen, dass sie sich da irgendetwas aus Wien vorgeben lassen.

STANDARD: Und die ÖVP mit Vize-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer?

Kurzmann: In der ÖVP gibt es starke Strömungen, die lieber eine Koalition mit den Grünen suchen, dort werden Signale in Richtung Schwarz-Grün ausgesendet. Nach dem Beispiel Oberösterreich.

STANDARD: Sie plakatieren einen Wahlkampf-Cartoon, auf dem ein Grieche in der Hängematte liegt und mit EU-Geldern spielt. Dazu der Titel: "Unser Geld für unsere Leut." Ist das nicht ziemlich vermessen, wenn man bedenkt, dass Ihre Partei, die FPÖ, in Kärnten eine Pro-Kopf-Verschuldung mit griechischen Ausmaßen zu verantworten hat?

Kurzmann: Die Sachlage in Kärnten ist doch eine andere. Ob man jetzt im Inland Schulden macht oder Geld in ein fremdes Land schickt, ist doch ein wesentlicher Unterschied.

STANDARD: Sie engagierten für den Wahlkampf jenen Werbemann, der in der Schweiz die Anti-Islam-Kampagne konzipiert hat. Haben Sie auch auf regionaler Ebene eigentlich keine anderen Themen als diese ständige Hetzerei gegen Minderheiten und die Bedienung von Vorurteilen?

Kurzmann: Das stimmt in der Form nicht. Wir haben im Zwischenwahlkampf mit Sachthemen wie Umweltzonen begonnen. Natürlich werden Moscheen auch eine Rolle spielen. Ich bin froh, Grazer zu sein, und ich möchte nicht irgendwann in einem islamischen Land leben müssen. Wir müssen daher unser Zuwanderungsgesetz weiter verschärfen. Der Fall Zogaj ist ja Anlassfall genug, der zeigt, welcher Missbrauch damit betrieben wird. Die Familie ist blitzartig abzuschieben.

STANDARD: Haben Sie nicht einmal Mitleid mit den Kindern, die hier aufgewachsen sind, für die Österreich Heimat ist?

Kurzmann: Nein. Da geht mein Rechtsempfinden vor.

STANDARD: In Ihrer Landespartei gibt es immer wieder rechtsextreme Ausfälle, mal grüßt ein Lokalpolitiker in einer Parteisitzung mit dem Hitlergruß, dann gibt es wieder Verbindungen junger Blauen zur Neonaziszene. Haben Sie Ihre Landespartei nicht im Griff?

Kurzmann: Das ist sehr ungenau. Die Geschichte, auf die Sie anspielen: Mir liegen sieben eidesstattliche Erklärungen vor, dass dieser Funktionär, dem nachgesagt wird, er hätte mit einem verbotenen Gruß gegrüßt, das nicht getan hat. Sieben Teilnehmer der besagten Sitzung sagen, sie hätten das nicht gehört. Was bei den Prüfungen der Staatsanwaltschaft rauskommt, weiß ich nicht. All diese Dinge gehen ja auf grüne Initiativen zurück.

STANDARD: Sind Sie eigentlich noch immer Mitglied bei der SS-Kameradschaft IV?

Kurzmann: Ja, bin ich noch. Das ist ein zugelassener Verein.

STANDARD: Was drängt einen Menschen mit Jahrgang 1953, zu so einem Verein zu gehen?

Kurzmann: Weil die Leute, die ich dort kennengelernt habe, anständige Leute sind. Sie haben als Soldaten in einer sehr schwierigen Zeit ihre Pflicht erfüllt und es nicht verdient, ständig angeschüttet oder vernadert zu werden.

STANDARD: Zurück zur steirischen Landtagswahl: Was ist von Ihnen zu erwarten, wenn Sie in die Landesregierung kommen?

Kurzmann: Unsere Prioritäten sind: absolutes Bettelverbot in der ganzen Steiermark, damit die Belästigung für die Bevölkerung einmal aufhört. Auch die Volkskultur ist uns wichtig. Die wäre in unseren Händen sicher besser aufgehoben.

(Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 28.6.2010)

Gerhard Kurzmann (57) ist Grazer Magistratsbeamter, seit 2006 Nationalratsabgeordneter der FPÖ und steirischer Landesparteichef. Er gehört zum rechtsnationalen Flügel der FPÖ.

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Posting 1 bis 25 von 902
seppl absmui
03.07.2010 00:38
"Kameradschaft IV der Waffen-SS" (Wikipedia)

"Der Bundesverband der Kameradschaft IV löste sich 1995 auf, um damit einem angestrebten Verbot durch das österreichische Innenministerium zu entgehen. Landesverbände bestehen jedoch weiterhin,..."
(das ist der völlige Irrsinn - was für ein Staat sind wir eigentlich?)
"...wenn auch die Mitgliederzahl wegen des Alters der Mitglieder mit jedem Jahr schwindet."
(die Hoffnung stirbt zuletzt)

logophon
03.07.2010 00:52
Das mit dem Aussterben funktioniert leider nicht!

G. Kurzmann ist Jahrgang 1953.
Das DÖW (Dokumentationsarchiv des österr. Widerstandes) rät dazu, mit der Bezeichnung "rechtsextrem" besonders umsichtig und sparsam umzugehen, damit diese nicht verwässert wird.
Die "SS-Kameradschaft IV" wird vom DÖW als rechtsextrem eingestuft!!
Und mit einem bekennenden Mitglied (Kurzmann) dieser rechtsextremen Gruppierung will Voves einen Koalitionspakt schließen!
Es ist unfassbar!

Alfred Neumann23
30.06.2010 09:06
wohin mit ihm???

hab jetzt lange nachgedacht wohin wir ihn abschieben können aber bin zu dem entschluss gekommen das wir das keinem anderen land antun können und wahrscheinlich wird er dann wieder zu uns zurückgeschickt... deshalb würd ich sagen wir sperren ihn und seine anständigen leut bei uns ein oder stecken alle in ein aufgelassenens bergwerk und mauern die ausgänge zu. österreich soll kein platz mehr für nazis sein !!!

siliconvalley
30.06.2010 23:16

wir könnten ein Apartement in Guantanamo anmieten?

paddy´s lament
 
30.06.2010 15:52

na geeeeeh, wo er doch so a nettes und adrettes Kerlchen ist. *würg*

minski
29.06.2010 21:58
Grausig!!!!!

ulli52
 
29.06.2010 19:54
sehr informativ ist seine homepage,

er nennt das sehr modern "Internetauftritt".
ein bißchen herumstöbern und man findet höchst interessante gedanken zur deutschen sprache.
unter vielen andern wörtern mag er das wort "Slipeinlage" nicht.
mögliche übersetzungen (um ihm zu helfen) bitte posten, mir fällt nur hoserleinlage ein...

Sepp Mösenlechner
30.06.2010 08:55
noch immer bei der SS-Kameradschaft IV

und noch kein verfahren wegen wiederbetätigung?

dieses land ist eine missgeburt!

egon edi ohne strachwitz
29.06.2010 19:08
kurz-furts

mann-schlamm

MichaelKS
29.06.2010 16:56
Anständig?

Nachstehend als Nachhilfe ein Link, der aufzeigt, für was sich der "anständige", vom Steuerzahler finanzierte Magristratsbeamte Kurzmann so sehr begeistert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzstaffel

http://www.graz.coolix.com

Blau sind nur die Bsoffenen
29.06.2010 13:54
Kein NAZI bei Gott ist in diesem Land!

Kurzmann steirische FPÖ

http://steiermark.orf.at/stories/121342/

http://www.doew.at/
unter:
Neues von ganz rechts - Juni 2010
Ungarische Neonazis bei K IV

Neues von ganz rechts - Mai 2010
Freiheitlicher und neonazistischer Antisemitismus
usw...

Wer gehört jetzt raus aus Österreich?

solodiver
29.06.2010 10:20
ad bildunterschrift

"Der steirische Spitzenkandidat für die Landtagswahlen im Herbst, Gerhard Kurzmann, hofft, den Stimmenanteil von 4,5 Prozent zu verdoppeln und wieder in die Landesregierung einzuziehen."

im sinne einer grossen mehrheit der Österreicher hoffe ich, dass interviews wie dieses sein ergebnis HALBIEREN werden!

Post-vom-Poster
 
29.06.2010 08:01
blitzartig

blitzkrieg
blitzdumm

IchundIch1
29.06.2010 07:30
Sind Sie eigentlich noch immer Mitglied bei der SS-Kameradschaft IV?

SOFORT die ZULASSUNG ABSCHAFFEN !

Rudolf Mentär
29.06.2010 01:59

Ja, Kärnten ist "Inland", aber das habe ich mir nicht ausgesucht. Ich habe schon mehr Zeit in Griechenland als in Kärnten verbracht. Ob Kärnten oder Griechenland: In beiden Fällen wird "Geld in ein fremdes Land geschickt". Erklären sie mir den Unterschied, Herr Kurzmann.

rorschach
02.07.2010 12:43
in kärnten hängt am urlichsberg im Ehrenhain

neben unzähliger anderer SS-Einheiten auch eine Ehrentafel der Kameradschaft IV ...

solodiver
29.06.2010 10:12
der unterschied ist doch schnell erklärt:

in kärnten herrschen gesinnungsgenossen "vom selben blute"...

(obwohl ich auf einen erklärungsversuch kurzmanns selber äusserst gespannt wäre!)

also dann ...
29.06.2010 00:38
TOP NEWS - zur mitternöchtkl stunde ! in der veldener bucht ...

übersetzt : guantanomo bay a la kärnten...
werden die hotels in auffanglager... für der
"wieder-betätigung verdächtige" (NAZIS, SS-ler ets.)
eingerichet werden.

da dieses areal als "freitstaat"...deklariert ist,
gelten keine gesetze von Ö - und das "watrerboarding" + sonstige demokratiefördernden massnahmen... können
- am lebendem objekt, so to say -
erprobt werden.

aufgrund der starken nachfrage nach unterkünften...
ist damit - wie zur beschäftigungspoltik...
des 1000 jährigen reiches - die arblosigkeit im
lei-lei-landerl...wie von geisterhand verschwunden !

die namen ...
sind der eadaktion bekannt, wurden aber, aus juristischen gründen, geheimgehalten.

Mythos Rechtssprechung
28.06.2010 20:54
Kameradschaft IV ist rechtsradikal

und kann daher nicht legal sein.
Alleine der Umstand dass diese Gruppe für sich in Anspruch nimmt legaler Teil der Wehrmacht gewesen zu sein wiederspricht nicht nur der Darstellung Himmlers, sondern auch den Urteilen der nürnberger Prozesse.
Wie kann aber ein Mensch der vom Magistrat beschäftigt wird einem Verein angehören der sich gegen den Rechtsstaat stark macht und wie kann eine solche Existenz überhaupt für ein politisches Amt kanditieren wenn er sich doch klar gegen die Verfassung stellt ?
Klar sind das naive Fragen nach Haider und dem Rest der coolen Nazigang aber das sind eben die Fragen die man sich in Staaten mit funktionierenden Rechssystemen und Resten von demokratischen Strukturen stellt.

Hubert Ungeist
30.06.2010 05:28
Doch rechtsradikal sein

ist in Ö nicht verboten - linksradikal sein auch nicht.

Wiederbetätigung - also z.b. die Verherrlichung des NS Regimes ist verboten.

Peter Hammer 06
02.07.2010 18:09
Na was glauben Sie tun ....

...die Kameraden von der Tarnorganisation IV?
Die Weimarer Republik verherrlichen?

Hubert Ungeist
02.07.2010 18:21
Es gibt tatsächlich Menschen

die aufgrund der Erlebenisse viel Kameradschaft hatten (in den Kriegssituationen) und dennoch das Regime abgelehnt haben.

Peter Hammer 06
03.07.2010 10:40
Und die haben sich alle nach 1945...

...in der Kameradschaft IV = SS zusammengeschlossen?

Hubert Ungeist
03.07.2010 16:16
Vermutlich gibts da welche

DIE tatsächlich noch der verbrecherischen Ideologie anhängen.

Wollens jetzt Sippenhaftung einführen? Wer bei einem Verein ist, bei denen vielleicht (bewiesen ist ja nix) ein Verbrecher ist, ist selbst ein Verbrecher?

Peter Hammer 06
03.07.2010 18:07
Tun'S nicht plauschen , Herr Kalmierer....

....Urteil in Nürnberg --> SS ist Gesamtorganisation der NSDAP ,--> gilt für Waffen-SS,SS-Totenkopfverbände und SD,daher VERBRECHERISCHE ORGANISATION -->Ausnahme Reiter SS und Lebensborn.

Was glauben's warum sich die Kameradschaft IV genannt haben?

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