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Die neue Xbox 360: Vom hässlichen Entlein zum schöneren Schwan

Zsolt Wilhelm, 27. Juni 2010 14:04
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    Das Design erinnert an eine Mischung aus Alienware-PC und alter PS3.

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    Foto: anandtech

    Die neue Xbox 360 ist 17 Prozent kleiner, als ihre Vorgängerin.

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    Die neue Xbox 360 kommt mit 250 GB Festplatte und WiFi.

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    Die Konsole arbeitet nun deutlich leiser und sparsamer.

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    Das Netzteil wurde abermals ausgelagert.

Mit der Revision der Konsole macht Microsoft das längst Nötige, ohne zu überraschen

Seit dem Marktstart der Xbox 360 im Jahr 2005 haben der Hersteller Microsoft und dessen Kunden mit einer Vielzahl an technischen Problemen der Spielkonsole zu kämpfen. Studien von Branchenseiten und Marktforschungsunternehmen haben über die vergangenen fünf Jahre wiederholt gezeigt, dass ein Großteil der Xbox 360-Systeme der ersten Generationen eher früher als später den Geist aufgibt. Die Indikator-Leuchte für ein allgemeines Hardwareversagen erlangte bei Spielern unter der Bezeichnung "Red Ring of Death" ungewollte Popularität. Den Untersuchungen nach sollen 30 bis 50 Prozent aller Xbox 360-Konsolen ein frühzeitiger Tod ereilt haben. Microsoft ließ zur Schadenseingrenzung offiziell eine Milliarde US-Dollar für Reparaturmaßnahmen zurückstellen und erweiterte die Garantie um ein Jahr. Welcher Fehler im Hardware-Design genau für das Gros der Ausfälle sorgte und sorgt, ist nicht bekannt. Oberflächlich betrachtet, scheinen die Platinen schlicht und ergreifend zu überhitzen und die Konsole in die Knie zu zwingen. Wie schwer das Kühlsystem der Geräte unter der Abwärme zu leiden hat, bekommen Spieler an ihrem Trommelfell zu spüren: Der erreichte Lärmpegel der Lüfter und des DVD-Laufwerks erinnern unter Volllast mehr an einen Handstaubsauger als an ein Homeentertainment-Produkt.

Revision

Mit der im Rahmen der Videospielmesse E3 vorgestellten Revision der Xbox 360 adressiert Microsoft also gleich zwei Probleme. Zum einen soll damit die Ausfallsrate gesenkt und andererseits das Image der Konsole verbessert werden. Der Weg dazu führte über die Schrumpfung der Komponenten, womit sowohl die Leistungsaufnahme als auch die Abwärmeentwicklung gesenkt wurde. Die wichtigsten Bestandteile, also Prozessor und Grafikbeschleuniger samt eDRAM-Speicher wurden zu einem Chip auf der Hauptplatine verschmolzen, die Fertigungsgröße von 90 Nanometer bei den ersten Xbox 360-Modellen auf mittlerweile 45 Nanometer verkleinert. Der Stromverbrauch ließ sich damit von knapp 180 Watt auf 90 Watt reduzieren. Ein einziger großer Lüfter über der Prozessoreinheit schaufelt die warme Luft aus dem Gehäuse.

Für Konsumenten bedeutet dies, dass nicht nur die Stromkosten geringer sind, sondern auch, dass der zuvor störende Lärmpegel auf erträgliche Werte gesenkt wurde. Im Normalbetrieb schnurrt die neue Konsole fast unhörbar dahin, bei Spielen wird es etwas, aber nicht unangenehm lauter. Die Spezialisten von Anandtech präzisieren das Betriebsgeräusch mit 45 Dezibel. Der Grund, weshalb die neue Xbox 360 nicht ganz so leise summt wie eine Wii oder PS3 (Slim), ist das DVD-Laufwerk. Springt die Disc an, säuselt die Konsole mit deutlich hörbaren, aber immer noch verkraftbaren 51 Dezibel dahin. Bei Action-Sequenzen fällt dies nicht ins Gewicht, bei leisen Passagen wird man an die Technik hinter dem audiovisuellen Erlebnis erinnert.

Kein RRoD mehr

Es gilt abzuwarten, ob Microsoft mit dem neuen Design die Ausfallsrate wird senken können. Der Ausblick ist jedenfalls sehr vielversprechend. Den roten "Todesring" wird es übrigens nicht mehr geben, weil Microsoft die Fehleranzeige geändert hat. Außerdem soll nun ein Sicherheitssystem dafür sorgen, dass sich die Konsole bei zu hohen Temperaturen automatisch abschaltet.

Neues Design

Die Miniaturisierung des Innenlebens gab den Designern auch Spielraum für äußerliche Anpassungen. Das Gehäuse wurde dezent um 17 Prozent verkleinert und dank Glanzlackierung und oben und unten abschließenden Chromleisten veredelt. Die Festplatte wurde nach innen verlegt, ein stilistischer Knick im unteren Drittel des Gehäuses sowie Lüftungsschlitze an der linken und der oberen Seite setzen Akzente. Die Einschalttaste und der DVD-Auswurf-Button sind berührungssensitiv. Einzig negativ fällt auf, dass die Xbox nach wie vor kein Slot-Laufwerk, wie man es von Wii und PS3 kennt, besitzt. Auch ist das Netzteil wie gehabt ausgelagert, wenngleich es um rund ein Drittel kleiner ist, als zuvor.

In Summe kann das Erscheinungsbild als unauffällige Mischung aus Alienware-PC und alter PS3 bezeichnet werden, die sich gut ins übliche HiFi-Gedränge rund um den Fernseher bettet.

Mehr Anschlüsse, "Kinect-kompatibel", WiFi

Die Anzahl der USB 2.0-Anschlüsse wurde auf 5 erhöht, drei davon befinden sich an der Rückseite. Die zwei vorderen Ports wurden wie beim Vorgängermodell unter einer Klappe in das Gehäuse hereinversetzt. Zu wünschen lässt Microsoft hier nichts übrig, die meisten Spieler werden nicht einmal alle hinteren USB-Anschlüsse brauchen. Eine Besonderheit der neuen Xbox 360 ist die gesonderte Schnittstelle für die im November erscheinende Kamerasteuerung "Kinect". Dieser Anschluss versorgt das Peripheriegerät direkt mit Strom. Bei alten Xbox-Modellen wird Kinect per USB und über die Steckdose gefüttert.

Mit der Integrierung von Wireless Lan hat Microsoft die langjährigen Rufe der Spielerschaft erhört und auch noch ein schnelles und für Streaming geeignetes WiFi-Modul nach dem n-Standard verbaut. Hier sind nun Nintendo und Sony aufgerufen, bei ihren WiFi-Komponenten für Wii und PS3 aufzurüsten.

Größere und neue, proprietäre Festplatte

Mit der auf 250 Gigabyte angewachsenen Festplatte bietet die neue Xbox 360 genügend Platz für Spiele- und Film-Downloads. Alternativ können Musik- und Filmdateien per externem Datenträger über USB oder via Netzwerk-Streaming abgespielt werden.

Ärgerlich ist, dass der neue Festplattenanschluss abermals proprietär und noch dazu inkompatibel zu Festplatten des Vorgängermodells ist. Damit können neue Festplatten wie gehabt nur über Microsoft erworben werden. Zur Übertragung der Dateien von einer alten auf eine neue Xbox 360 wird ein separates Transfer-Kit für knapp 15 Euro benötigt. Der Übertragungsprozess ist unkompliziert und gelang im Test problemlos. Aufpassen muss man nur bei ausgeliehenen Filmen, diese können nicht übertragen werden. Näheres unter: support.microsoft.com

Lieferumfang ohne HD-Kabel

Im Lieferumfang der neuen Xbox 360 enthalten ist neben der Konsole ein optisch angepassten Controller sowie das Standard-Headset in schwarz. Wie es sich bei der "HD-Konsolengeneration" leider eingebürgert hat, wurde auch hier nur ein Cinch-Kabel für SD-Auflösung beigelegt. Ein in jedem Fall zu empfehlendes HDMI-Kabel für HD-Fernseher gibt es ab etwa 10 Euro im Fachhandel.

Kein Blu-ray, keine Überraschungen

Die Ausstattung hält unter dem Strich keine Überraschungen bereit. Als ultimative Unterhaltungszentrale hätte die Xbox 360 ein Blu-ray-Laufwerk vertragen. Cineasten können zwar mit dem Zune-Video-Store auf Film-Downloads zurückgreifen, der in Sachen Vielfalt und Qualität mit dem mittlerweile sehr breit gefächerten Blu-ray-Portfolio aber nicht mithalten kann. Preislich kann der Besuch in der Videothek auch billiger kommen.

Ebenfalls vermisst werden standardmäßig beigelegte Akkus für die Controller. Auch hier hätte sich Microsoft im Zuge der Revision ruhig ein Beispiel an der PS3 nehmen und dem Batterieverschleiß ein Ende bereiten können.

Preis im Vergleich

Preislich hat sich mit der Schrumpfung der Konsole nicht viel getan. Die neue Xbox 360 kostet mit 250 GB großer Festplatte rund 250 Euro (UVP) und ist damit genau zwischen der Wii (für 200 Euro UVP) und der PS3 (für 300 Euro UVP) angesiedelt. Gegenüber der Wii bietet die Xbox 360 deutlich bessere Spielegrafik und Multimedia-Funktionen. Gegenüber der PS3 fehlt der Xbox 360 die Möglichkeit Blu-ray-Filme abzuspielen und Online-Gaming über Xbox Live ist kostenpflichtig.

Im Herbst will Microsoft eine 200 Dollar teuere Variante der neuen Xbox 360 anbieten, die in die Fußstapfen des Arcade-Modell tritt. Nähere Details zu den Änderungen bei der Ausstattung wurden jedoch noch nicht genannt.

Fazit

Microsoft hat mit der neuen Xbox 360 das Nötigste gemacht, um die fünf Jahre alte Konsole nun uneingeschränkt Wohnzimmer-, ja sogar Schlafzimmer-tauglich zu machen. Es ist ein bisschen wie die Wandlung vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan. Der Geräuschpegel und der Verbrauch wurden deutlich gesenkt und die geringere Hitzeentwicklung lässt hoffen, dass die Konsole nicht mehr so schnell durchbrennt wie zuvor. Preislich hat sich allerdings wenig getan. Zwar bekommen Xbox-Spieler mit WLAN und größerer Festplatte nun etwas mehr für ihre 250 Euro, der Unterschied zur Blu-rays spielenden PS3 ist allerdings gering. Wer eine alte Xbox 360 hat, kann bei Bedarf und gegebenem Transfer-Kit bedenkenlos auf das neue Modell umsteigen.
(Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 27.6.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 98
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Aiaidudu
30.08.2011 15:32

Kein schwein interessiert sich für das Design einer Konsole :) ... sie muss Power haben, sollte leise sein - und optimaler weise ohne Ring-of-death laufen :)

Lord Tourettes
30.08.2011 17:47

Kein schwein interessiert sich für das Design einer Konsole :) - bullshit gtfo

Max. Power
08.12.2010 09:46
Echt?

"...weil Microsoft die Fehleranzeige geändert hat"

echt? ^^

blutteddy
23.08.2010 14:26

ja die erste generation war toll meine xbox ist genau 4 tage nach ablauf der erweiterten garantie eingegangen *böse schau

Roman01
03.07.2010 23:57

Das sie es noch immer nicht geschafft haben das Netzteil intern zu verbauen ist doch einfach lächerlich.

Wieso hat das Sony schon bei der ersten Version ihrer PS3 geschafft aber MS nicht?!

Weiters lässt sich drüber streiten ob das neue Design jetzt wirklich schöner ist als das alte - imho nicht wirklich. Da sieht meine weiße arcade ja noch besser aus :-/
Das meine "alte" PS3 noch Klavierlack hat ist verständlich, das Design wurde 2006-2007 finalisiert, als Klavierlack grad der neue Trend schelchthin war.
Warum MS im Jahre 2010 aufeinmal noch glaubt auf den Zug aufspringen zu müssen (der eh schon längst abgefahren ist) ist mir ein Rätsel...

Zitronenbaum
02.01.2011 01:27

Mein PC hat auch so einen tollen Klavierlack-Tower und ... da sieht man den Staub besser! :)!

(Wobei mich das bei meinem PC sowas von nicht juckt - das Gerät soll ja funktionieren und nicht gut aussehen.)

Jesse James666
28.06.2010 19:59

schaut aus wie ein aufgemotzter prolo golf, das teil... hat niemand deren design hanseln gesagt, dass klavierlack schon wieder out ist?!

Spartaner13
29.06.2010 07:56

achtung, ps3-fanboy in freier wildbahn ;-)

habitus
29.06.2010 09:57

so kannst wenigstens wieder deine striche verteilen, da dich der user wohl zutiefst beleidigt hat ;)
box-fanboy..

Spartaner13
30.06.2010 07:48

da irrst du gewaltig - ich verteile ganz selten stricherl.

F T L
28.06.2010 19:46

alienware und schöner schwan? da bleibt einem das lachen im halse stecken!

Tornos
28.06.2010 17:32

So lange man das Laufwerk flashen kann, ist ja alles in Ordnung!

roflcopter
28.06.2010 17:01

"vom hässlichen Entlein"...?
also besser als die schiache PS3 hat die Xbox 360 immer schon ausgesehen.

Hellroc
31.08.2010 14:43

Die Frage ob das Design besser geworden ist, oder nicht ist immer noch eine Geschmacks-frage.
Ich finde, dass das Design sowiso ziemlich irrelevant ist, da es aufs Spielerlebnis ankommt und nicht auf das Design der Konsole! (wems nicht gefällt der kann sie ja verstecken ;) )

Jesse James666
28.06.2010 20:01

alte xbox war vom design ok, aber die ps3 slim ist schon schöner...

Bodypainter
28.06.2010 13:39
unter schön verstehe ich leider noch immer was anderes.

Möchtegern der goldenen Zeit
28.06.2010 13:19

also, dass das Netzteil ausgelagert ist, empfinde ich als Vorteil. Die Lüftung hätte sonst noch mehr zu tun und wäre sicher auch lauter. Schliesslich wird das Ding ja ordentlich heiss.

habitus
28.06.2010 15:10

ein weiterer positiver nebeneffekt: die heizkosten übern winter laufen auch nicht davon..

Der Österreicher
28.06.2010 13:38

Ja genau! Deshalb haben natürlich alle Geräte mit Hitzeentwicklung PC, Hifi, TV, PS3 das Netzteil auch draussen. Hm, nein ist ja nicht der Fall. Das hat nur die Xbox... ;-)

SagServus
28.06.2010 13:33

Da gibts so ein Ding das schaut aus wie ein Brotkasten und produziert um nicht weniger Wärme als die XBox360. Komischerweise hat die ihr Netzteil integriert und keine großen Probleme mit der Wärme.

Jesse James666
28.06.2010 20:02

wenn dann schaut die alte ps3 aus wie ein george foreman grill!

Wolfgang.1000
28.06.2010 12:01

schaut doch noch immer aus wie die alte (haessliche)

Markus D. Hartbauer
 
28.06.2010 10:31
Schwarze Klötze

Ich find' zum Kotzen, dass fast 100% der Hifi-Komponenten in hässlichschwarz (Euphemismus: "Klavierlack") daher kommen.

HALLLOOOO Industrie? Wer von euch hat zuhause schwarz gestrichene Wände? Ich möcht' Komponenten, die sich an die Wand tarnen --> WEISS ist das Thema. Die alte XB360 gabs wenigstens noch in weiss zu kaufen, bei Fernsehern wirds schon extrem dünn, da gibts von Samsung, Sony & Co jeweils grad mal 1 oder 2 Modelle je Serie, Boxen? Schaut schlecht aus, sogar Bose liefert die 08/15-Serien nicht mehr in weiß.

etc. pp

also BITTEEEEEEE mehr weiße Geräte! schaut einfach viel besser aus, wenn man "nichts" sieht!

danke.

falls andere Poster sich das auch wünschen, wär ein grünes Stricherl angebracht :-) TED sozusagen.

Kugelmugel
23.07.2010 18:27
genau darum hab ich mir den letzten computer bewusst in weiss gekauft....

immer diese blöden schwarzen geräte....

salenoz
 
28.06.2010 18:36
Vielleicht streichen Sie die Wände einfach in der falschen Farbe?

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