Peter Wawerzinek erhält 34. Ingeborg Bachmann-Preis

27. Juni 2010, 12:38
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Gewann im Stechen gegen Schweizerin Dorothee Elmiger

Klagenfurt - Der deutsche Autor Peter Wawerzinek erhält den Ingeborg Bachmann-Preis 2010. Darauf einigte sich die Jury des Lese-Wettbewerbs unter dem Vorsitz von Burkhard Spinnen am Sonntag in Klagenfurt. Wawerzinek setzte sich im Stechen gegen die Schweizerin Dorothee Elmiger durch. Der Hauptpreis der 34. "Tage der deutschsprachigen Literatur" ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Kärntner Landeshauptstadt gestiftet.

Wawerzinek hat die Jury mit seiner autobiografischen Geschichte sehr berührt, wie Laudatorin Meike Feßmann sagte. Der Text "Ich finde Dich/Rabenliebe", in dem sich der Ich-Erzähler an seine Kindheit in einem Waisenhaus erinnert, sei "nicht perfekt und nicht makellos, sondern dem eigenen Lebensstoff im schmerzlichen Prozess abgerungen", so Feßmann. Wawerzinek durfte sich am Sonntag auch über den Hypo-Group-Publikumspreis im Wert von 7.000 Euro freuen.

Zweiter Preis an Dorothee Elmiger

Der zweite Preis der renommierten Literaturtage, der mit 10.000 Euro dotierte Kelag Preis, ging an die Schweizerin Dorothee Elmiger. Sie war bei der Jury-Abstimmung im ORF-Theater in Klagenfurt zuvor Wawerzinek im Stechen unterlegen. Den mit 7.500 Euro dotierten 3sat-Preis durfte mit Judith Zander eine junge deutsche Autorin entgegen nehmen, den mit 7.000 Euro dotierten Ernst-Willner-Preis erhält mit Aleks Scholz ein weiterer deutscher Autor.

Die drei österreichischen Vertreter, Verena Roßbacher, Josef Kleindienst und Thomas Ballhausen, gingen ohne Preis nach Hause. Unter dem Vorsitz des Jurysprechers und Schriftstellers Burkhard Spinnen debattierten wie im vergangenen Jahr Feßmann, Karin Fleischanderl, Hildegard Elisabeth Keller, Paul Jandl und Alain Claude Sulzer über die Texte. Neu hinzu gekommen ist heuer der Kritiker Hubert Winkels, Literatur-Redakteur beim Deutschlandfunk-Köln.

Der Preis wird seit 1977 in Erinnerung an die 1926 in Klagenfurt geborene Schriftstellerin verliehen. Seit Donnerstag hatten insgesamt 14 Autoren und Autorinnen - darunter mit Verena Roßbacher, Josef Kleindienst und Thomas Ballhausen auch drei österreichische Teilnehmer - ihre noch unveröffentlichten Texte vorgestellt. Der Bachmann-Preis ist eine der bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. (APA)

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    Peter Wawerzinek während er seinen Text liest.

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