Externer Zugriff

Google könnte Android-Apps theoretisch ungefragt installieren

Andreas Proschofsky, 27. Juni 2010, 12:13
  • Artikelbild
    foto: archiv

Sicherheitsexperte weist auf wenig bekannte Funktion in dem mobilen Betriebssystem hin

Für einige Aufregung sorgte in den letzten Tagen die Erkenntnis, dass Google ohne Interaktion der NutzerInnen gezielt Anwendungen von Android-Smartphones entfernen kann. Ein Umstand, der zwar eigentlich nicht groß geheim war, durch die erstmalige Nutzung dieser Funktion wurde sie nun  aber einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Von der Entfernung war eine Anwendung des Sicherheitsexperten Jon Oberheide betroffen, in einem Blog-Eintrag offenbart dieser nun weitere Details zu diesem Vorfall - und legt dabei den Umstand offen, dass Google noch weitgehenderen Zugriff auf Android-Smartphones hat.

Sicherheitstest

Oberheide hatte eine als Preview für den Vampir-Film "Twilight: Eclipse" getarnte Anwendung in den Android-Market eingeschmuggelt, hinter der sich in Wirklichkeit ein von ihm verfasstes Tool namens "RootStrap" versteckte. Dieses sollte einen theoretischen Angriffsweg gegen Android-Smartphones aufzeigen, über den eine zunächst vollkommen harmlose Anwendung nach einer gewissen Zeit Schadcode nachladen und - bei Vorhandensein einer Sicherheitslücke - einen lokalen Exploit ausführen und so die betroffenen Smartphones übernehmen könnte. So zumindest der Plan, der auch darauf setzt, dass die Handset-Hersteller recht langsam im Ausliefern von Android-Updates sind, und entsprechend immer bei einigen Geräten bekannte Sicherheitslücken offen sein werden.

Remove

Genau für solche Fälle ist dann die umstrittene REMOVE_ASSETS-Funktion in Android tatsächlich äußerst nützlich, kann Google entsprechende Anwendungen doch zentral entfernen. Dies übrigens zwar ohne Zustimmung aber zumindest nicht hinter dem Rücken der NutzerInnen, entsprechende Vorgänge werden über den Benachrichtigungsbereich des Systems signalisiert.

Install

Wie Oberheide herausstreicht, kennt Android allerdings noch eine weitere Funktion, die wohl mindestens ebenso kontroversiell diskutiert werden dürfte. Über INSTALL_ASSET ist es Google nämlich theoretisch auch möglich ungefragt Anwendungen auf Android-Smartphones zu installieren. Für beide Funktionen wird die GTalkService-Verbindung genutzt, die eine stete - verschlüsselte - Verbindung mit den Google-Servern hält. Dies ist notwendig um diverse Push-Features von Android überhaupt erst zu ermöglichen, auch das in Android 2.2 enthaltene Cloud-to-Device-Messaging nutzt diese Verbindung. Bislang wird INSTALL_ASSET vor allem für den Android Market genutzt, anstelle  eines direkten Downloads wird hier eine Anfrage an die Google-Server gestellt von denen die betreffende Anwendung dann auf das Smartphone gepusht wird.

Sicherheit

Der Sicherheitsexperte macht sich insofern selbst weniger Sorgen darum, dass Google diese Funktion für seine Zwecke missbrauchen könnte - immerhin würde ein solcher Schritt kaum unbemerkt bleiben und eine entsprechend verheerende Spur in der öffentlichen Meinung hinterlassen - sondern um die theoretischen Sicherheitsimplikationen. Würde es etwa einem Angreifer gelingen die entsprechenden Google-Server zu knacken, könnte dieser Schadsoftware zentral auf alle Android-Smartphones weltweit schicken.

Man-in-the-Middle

Auf einem individuelleren Level wäre zudem theoretisch  eine Man-in-the-Middle-Attacke denkbar, bei der Dritte in die SSL-verschlüsselte Verbindung zwischen Android-Gerät und den Google-Servern einbrechen, und dann gezielt ein Schadprogramm per INSTALL_ASSET an das betroffene Smartphone schicken. Dafür bedürfe es zunächst aber einer Sicherheitslücke in den relevante Teilen der Android-Software, insofern könne man sich auch darauf verlassen, dass er - und andere Experten - die entsprechenden Code-Pfade einer besonders intensiven Prüfung unterziehen würden, verspricht Oberheide zum Schluss. (apo, derStandard.at, 27.06.10)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 108
1 2 3
Hectic
00
29.6.2010, 16:47
Google besitzt eine Remotefunktion um Skynet daran zu hindern die Weltherrschaft an sich zu reißen!

Ich hab a Fernbedienung für meinen Fernsehen. Na? Wer is jetzt cooler?

*.*
00
28.6.2010, 16:18

remotezugriff das rennt also über gtalk?
-bei android kann man alle apps deinstallieren ;)

O. Pryde
00
28.6.2010, 12:57
christian2009
50
28.6.2010, 12:38
was

was soll das hier, lieber Standard???

endlich gibts mal ein guten Android System, welches updatefähig ist, (subjektiv) und das iphone in den schatten stellt (ende subjektiv). Dann hat dieses online Medium nichts anderes zu tun, als meinungsbildend diese Innovationen in den Dreck zu ziehen. Was wird Google tun? Zuerst jahrelang Geld in die Entwicklung stecken und dann einmal etwas ungefragt installieren, um mit dem Medienecho den ganzen Aufwand zunichte zu machen?? Denkt doch mal!!

suka
00
28.6.2010, 13:52

Mich beschleicht wieder mal das Gefühl, dass da wer den Artikel einfach nicht (oder nur halb) gelesen hat....

Lichtfreak
00
28.6.2010, 13:30
Lesen sie doch bitte den zweitletzten Absatz

... ...

Patrick_Bateman_1
10
28.6.2010, 11:17
Google spioniert

so what?
genauso kann es einem bei Apple und MS passieren oder glaubt wirklich jemand das es bei denen anders ist - zumal apple ja schon gezeigt hat daß sie apps vom iphone löschen können ;-)

wer angst davor hat das seine Daten ausspioniert werden muß generell auf Smartphones bzw. Internet verzichten.

nukularteilchen
20
28.6.2010, 11:00

Alles was aus Amerika kommt hat ne ne Backdoor oder glaubt Ihr Naivlinge wirklich das die US Geheimdienste da kein Wort mitreden? Amerika lauscht wo es nur geht und bald kommen noch die Chinesen mit Netzwerktechnik zu Dumpingpreisen wo man nicht weis was das alles für Wirtschtsspionge verbaut ist. Machen wir uns nichts vor das die einen oder anderen Produkte sicherer sind, Sie sind es einfach nicht.

eclecticon
00
28.6.2010, 11:07

paranoia in gewissem rahmen - ja....
eine gewisse skepsis ist auf dieser welt sicher angebracht

das was sie da - beweislos und wahrscheinlich ohne kompetenz - verzapfen, stufe ich persönlich mal unter humbug ein

wie soll in einem global verwendeten open-source projekt geheimer nsa-code eingebaut sein?
haben die ALLE google-mitarbeiter und sämtliche rom-modder (wissens eh - das sind GENAU die leut, die jeden darmwind twittern und buzzen und posten und überhaupt) weltweit bestochen, damit die nix ausplaudern? und die halten sich auch alle brav dran?
oder wie genau darf man sich das jetzt im konkreten fall von android vorstellen?

um antwort wird gebeten

NoComment
00
28.6.2010, 13:19

man in the middle attacken vielleicht? ich mein, die nsa wird, wenn sie's nicht eh schon längst kann, mit ssl nicht mehr lange probleme haben, und huschhusch glauben sie sie haben eine sichere verbindung....und dass die google's server kontrollieren können wenn sie wollen und damit alles mögliche unterjubeln können dürfte auch nicht wirklich schwer sein.

eclecticon
00
29.6.2010, 12:00

'man in the middle' it aber etwas anderes als 'backdoor'

wenn sies technisch zusammenbringen, können sie mit man in the middle JEDES system unterwandern

je nachdem geben sie sich halt als itunes- market- windows-update-, oder linux-repository- server aus

wenns der NSA gelingt, den klienten von ihrer falschen identität zu überzeugen haben sie gewonnen

aber nukular hat von backdoors geredet, also von im-original-code eingebauten APIs, über die die NSA direkt zugreifen kann
und DAS halte ich bei android (clientseitig) für ein ding der unmöglichkeit

NoComment
00
29.6.2010, 13:52

sie haben schon recht, die backdoor ist natürlich nicht im opensource-code drinnen - was ich meinte war dass eine mögliche backdoor dann halt im router, firewall, os am server drinnen ist und damit dann eine man-in-the-middle-attacke gemacht werden kann.

jamesbrems
00
28.6.2010, 12:14
Dont feed the troll

Schade um die Zeit, um auf dieses Posting zu antworten!

Sonstwer
02
28.6.2010, 10:21
Microsoft Könnte als Updates getarnte Dateien installieren

und Apple auch

und Linux erst !!!

ThePeanut
00
29.6.2010, 20:00
ja, der weltkonzern LINUX

LINUX gehört aber keinem unternehmen, ist keines und wird auch so oder so von niemanden kontrolliert.

LINUX ist ein offener kernel, so schauts aus.

sie könnten behaupten, die ubuntu-community würde das machen, aber dann wüsste es ja jede_r und jede_r wäre selbst betroffen, da jede ubuntu version offen und für jede_n zugänglich entwickelt wird.

Blick Winkel
11
28.6.2010, 08:29
"Google KÖNNTE Android-Apps THEORETISCH ungefragt installieren"

Reine Panikmache!

So gut wie alle Hersteller von Smartphones (und dergleichen) haben irgendwo ein Hintertürchen um Updates einzuspielen. Nur beim Android OS ist diese Funktion dokumentiert.

beamen ohne heisenberg kompensator
00
28.6.2010, 11:54

Nein, ungefragte updates sind noch bei keinem hersteller bekannt geworden. Programminstallationen schon gar nicht.

Robert Dunkelwand
 
00
28.6.2010, 16:39

Microsoft? Firefox? Anyone?

The Dark
00
28.6.2010, 12:58
das Wort

THEORETISCH ist ihnen bekannt? Hier gehts einzig und allein darum ob es technisch möglich ist sowas zu machen. Nicht ob es auch tatsächlich gemacht wird.

suka
00
28.6.2010, 09:49

Stimmt. Panikmache unterscheidet sich von sachlicher Information ja gemeinhin dadurch, dass "könnte" und "theoretisch" in der Überschrift stehen.

;-)

O. Pryde
14
28.6.2010, 09:47
natürlich.

bei android isses "eh ok" weil das "eh alle machen", bei allen anderen ist es seelenraub. die übliche doppelmoral der fandroids.

bin ja gespannt, wie die relativierungen klingen werden, wenn google nachziehen muss und im market ein ähnliches system wie apple fahren muss.

eclecticon
00
28.6.2010, 11:16

der große unterschied den ich zwischen google (genau gesagt: android von google) und 'den anderen' sehe ist, daß google solche sachen offen macht

da wird nix gemunkelt, da wird kein code versteckt, da wird nichts im hintergrund gemacht (zieht google diese option, werden sie über die systemnachrichten verständigt - und das ist am phon fix gecodet und damit nicht aushebelbar)

O. Pryde
01
28.6.2010, 11:50

dann verstehe ich die "ich nehme android, weil das frei und offen und so gar nicht böse ist" endgültig nicht mehr.

Blick Winkel
00
28.6.2010, 10:09
@Relativierungen

Was kann Google machen?

Szenario A "Google baut keine Patchschnittstelle ein":

Dann ist es nur eine Frage der Zeit bis sich eine Schadsoftware mit rasenden Tempo über die Android Welt verbreitet. Die negativen Schlagzeilen würden Google als unfähige Deppen hinstellen. So gesehen ist nur Szenario B eine sinnvolle Lösung.

Szenario B "Google hat eine Patchschittstelle"

Der aktuelle Fall von "RootStrap" zeigt wie wichtig ein Systempatchupdate ist. Aber auch hier gibt es negative Schlagzeilen.

Fazit:

Egal so oder so. Die Raunzerei wird nie enden. Wer sich mit dem Thema Patches nicht auseinandersetzen will, der sollte um moderne Technik einen großen Bogen machen.

O. Pryde
10
28.6.2010, 11:52

das problem wäre gelöst, wenn android global updates bekommen würde. dadurch, dass von 5 android-distributoren 4 ein eigenes süppchen kochen, ist das so nicht möglich und wer kann, hacked sich sowieso immer das aktuelle system drauf. und (potentielle) schadsoftware gibt es offensichtlich ohnehin schon genug.

ganz ehrlich: wenn ich smartphones aushebeln wollen würde, ich empfände android als spielplatz.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 108
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.