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Algirdas Brazauskas
Vilnius - Der frühere litauische Präsident und Regierungschef Algirdas Brazauskas ist am Samstag gestorben. Der 77-Jährige erlag einem Krebsleiden, wie seine Frau Kristina Brazauskiene mitteilte. Brazauskas war einer der Politiker, die Litauen 1990 in die Unabhängigkeit von der Sowjetunion führten. Während seiner Amtszeit als Premier trat Litauen 2004 der EU und der NATO bei.
Der 1932 geborene Algirdas Brazauskas übte in verschiedenen politischen Funktionen über Jahrzehnte einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschichte seinen Landes aus. Schon nach seiner Wahl zum Ersten Sekretär der Kommunistischen Partei Litauens im Oktober 1988 schlug Brazauskas einen Reformkurs ein: Er ließ die Annexion seines Landes durch die Sowjetunion im Jahr 1940 als unrechtmäßige Besatzung verurteilen, erklärte Litauisch wieder zur ersten Amtssprache und setzte Ende 1989 mit einer Verfassungsänderung der führenden Rolle der Kommunistischen Partei ein Ende. Als letzter Vorsitzende der Kommunistischen Partei führte er Litauen 1990 in die Unabhängigkeit von der Sowjetunion.
1992 wurde er zum Parlamentspräsidenten gewählt, der damals zugleich Staatsoberhaupt war. Im Februar 1993 gewann er dann auch die erste Präsidentenwahl nach der Unabhängigkeit und übte dieses Amt bis 1998 aus. 2001 gelang dem damals bereits 68-Jährigen ein politisches Comeback, als er mit dem Amt des Regierungschefs betraut wurde. Der Sozialdemokrat regierte bis 2006 und führte in dieser Zeit sein Land in die Europäische Union und die NATO. (APA/apn)
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