Pro Wildlife macht auf Problem des "Beifangs" aufmerksam

26. Juni 2010, 19:16
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IWC-Tagung geht ohne Streitschlichtung zu Ende - Für die Konferenz im kommenden Jahr steht auch kein Ort fest

Agadir - Ohne den Streit zwischen den Gegnern und Befürwortern des Walfangs schlichten zu können, ist am Freitag die Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) zu Ende gegangen. Zum Abschluss des Treffens im marokkanischen Agadir stand auch kein Ort für die Konferenz im kommenden Jahr fest, weil keiner der 88 Mitgliedsstaaten sich bereit erklärte, die Konferenz auszutragen.

Bei den fünftägigen Verhandlung waren Vorschläge zur Änderung der derzeit geltenden umstrittenen Walfang-Regeln gescheitert. Seit 1986 gilt ein Walfang-Moratorium; Japan, Island und Norwegen jagen dennoch Wale und begründen dies teilweise mit "wissenschaftlichen" Zwecken. Die Länder entscheiden derzeit selbst über ihre Fangquoten. In der Jagdsaison 2008/2009 wurden mehr als 1.500 Meeressäuger getötet.

"Beifang"

Zudem sterben viele Wale als "Beifang" im Rahmen der japanischen Fischerei. Dieser Trend nimmt der Umweltschutzorganisation Pro Wildlife auch in Südkorea zu. Den Angaben zufolge werden in Südkorea immer mehr Wale gefangen. Da das Fleisch der Tiere verkauft werden dürfe, vermutet Pro Wildlife in einer Aussendung eine gezielte Jagd auf Wale. Ein einziger Wal erziele auf den lokalen Fischmärkten umgerechnet bis zu 15.000 Euro. "Die Entwicklung in Südkorea ist alarmierend angestiegen, inzwischen bieten gar Sushi-Shops und Bier-Pubs Walsnacks an. Selbst in der Hauptstadt Seoul ist Walfleisch inzwischen erhältlich", berichtete Sandra Altherr. "Besonders bedenklich ist, dass dieser 'Beifang' eine stark bedrohte Population der Zwergwale, den sogenannten 'J-Stock', betrifft und das Überleben dieses Bestandes gefährdet." Offiziell enden Pro Wildlife zufolge in Südkorea 50-100 Zwergwale jährlich als "Beifang", tatsächlich ließen DNA-Analysen auf eine deutlich höhere Zahl schließen.

Buckelwaljagd

Eine Einigung gab es bei der IWC-Tagung: In Grönland lebenden Eskimos wurde die Jagd von 27 Buckelwalen in den kommenden drei Jahren erlaubt. Im Gegenzug wurde die Fangquote für Finnwale reduziert. Die IWC legt für in Alaska und Sibirien lebende Ureinwohner, die den Walfang für ihr Überleben brauchen, Quoten fest. Bereits in den beiden Vorjahren hatte Grönland erfolglos die Erlaubnis beantragt, die Buckelwale zu jagen. Den IWC-Experten zufolge sind die Buckelwal-Bestände für eine Jagd ausreichend stabil. (APA/red)

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