Red Bull aus der ersten Reihe

26. Juni 2010, 15:08
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Vettel gewinnt Qualifying in Valencia vor Webber - Hamilton im McLaren un die Ferrari-Piloten Alonso und Massa auf den Plätzen

Valencia - Red Bull hat nach der "Dummheit des Jahres" wieder positive Signale gesetzt. Obwohl der Hafenkurs in Valencia den RB6-Autos vermeintlich nicht liegt, fuhren Sebastian Vettel und Mark Webber am Samstag im Qualifikationstraining für den GP von Europa am Sonntag in Valencia (14.00 MESZ) in einer eigenen Liga und ließen den Rest um eine halbe Sekunde und mehr hinter sich. Verlierer des Tages war Mercedes, Nico Rosberg (12.) und Michael Schumacher (15.) waren so schlecht wie noch nie in dieser Saison.

Vettel durfte hingegen endlich wieder jubeln. Erstmals fuhr Red Bull mit dem F-Schacht-System und erstmals seit vier Rennen geht der deutsche Vizeweltmeister am Sonntag wieder von Startplatz eins in einen GP. "Nach den letzten holprigen Rennen hat es endlich wieder geklappt", freute sich der 22-Jährige, der in den vier zurückliegenden Qualifikationen stets hinter seinem Teamrivalen Webber geblieben war.

Diesmal musste der Australier als Zweiter seinem elf Jahre jüngeren Kollegen hauchdünn den Vortritt lassen. Vettel setzte sich in 1:37,587 Minuten und mit nur 75 Tausendstel vor Webber durch. Der drittplatzierte Lewis Hamilton, der nach seinen Erfolgen in Istanbul und Montreal die WM-Führung übernommen hat, lag schon fast eine halbe Sekunde zurück. Lokalheld Fernando Alonso im Ferrari schon mehr als eine halbe Sekunde.

Wichtige Pole

Die Pole Position hat in Valencia eine größere Bedeutung als auf manchen anderen Strecken. Denn auf dem 5,419 Kilometer langen Hafenkurs gibt es kaum Möglichkeiten zu überholen. Red Bull hat damit in acht von neun Saisonrennen Pole geholt, zum bereits vierten Mal nach Australien, China und Barcelona gehört ihnen die komplette erste Reihe. "Nach Kanada haben viele gesagt, dieser Kurs hier liegt uns nicht. Wir haben gezeigt, dass sie Unrecht hatten", sagte Vettel.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die beiden Red-Bull-Piloten nicht wieder selbst in die Quere kommen wie in Istanbul. Dazu kommt, dass Vettel nach keiner seiner zuvor drei Saison-Poles ein Sieg gelungen ist. Gewonnen hatte er lediglich - von Startplatz drei aus - in Malaysia. "Es wird ein harter Kampf, aber ich denke, wir können hier gewinnen und eine Menge Punkte für das Team machen", gab sich Pole-Mann Vettel zuversichtlich. Beim Schwesternteam Toro Rosso gefiel der Schweizer Sebastien Buemi mit seinem besten Saison-Training und Startplatz elf.

Als die zehn besten Fahrer inklusive der beiden erstaunlich starken Williams noch um die Pole Position bei dem Mittelmeer-Grand-Prix kämpften, standen auch Schumacher und Rosberg bereits in der Box. "Wir haben uns einen großen Schritt nach vorne erhofft, und es geht voll nach hinten los", klagte Rosberg, der Sonntag 25 wird.

Bremsen und Reifen machte sein 16 Jahre älterer Teamkollege wieder einmal als Schwachpunkte aus. "Wir haben den Stein des Weisen noch nicht gefunden", sagte Schumacher. Zweifel an der eigenen Leistung hatte er nach seinem schlechtesten Resultat im Comeback-Jahr aber nicht. "Man sieht es ja auch an Nico, dass unsere Performance im Moment nicht ausreicht".

Mercedes droht nun endgültig den Anschluss an die Top-Teams zu verlieren. Red Bull und McLaren rasen in beiden WM-Wertungen davon. Vor dem neunten von 19 Saisonläufen liegt Hamilton (109 Punkte) im Fahrer-Klassement vorn. Sein Teamkollege und Weltmeister Jenson Button liegt drei Zähler dahinter. Dritter ist Webber (103) vor Alonso (94) und Vettel (90). Bei den Konstrukteuren gibt derzeit McLaren (215) den Ton an, Red Bull (193) und Ferrari (161) lauern, während Mercedes (108) nur vierte Kraft ist. (red/APA)

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    Vettel auf einer flotteren Spazierfahrt durch Valencia.

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