BP will Absaug-Volumen verdoppeln

26. Juni 2010, 09:21
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Weiteres Auffangschiff soll in der kommenden Woche Arbeit aufnehmen - Regierung legt Widerspruch gegen Aufhebung des Bohrstopps ein

Washington/Toronto/Houston - Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko will der britische Ölmulti BP der US-Küstenwache zufolge in der kommenden Woche dank eines weiteren Auffangschiffes beinahe doppelt so viel Öl absaugen wie bisher. "Ende Juni werden wir drei Schiffe und eine Kapazität von 53.000 Barrel pro Tag haben", sagte der Chef der Küstenwache, Thad Allen, am Freitag.

Im Moment nehmen zwei Schiffe rund 28.000 Barrel Rohöl pro Tag auf. Das Öl wird über eine am Bohrloch in einer Tiefe von 1,6 Kilometern installierten Kappe in ihren Bauch gepumpt. Experten der US-Regierung schätzen, dass täglich zwischen 35.000 und 60.000 Barrel ausströmen.

Derweil wächst die Angst vor einem in der West-Karibik aufziehenden Sturm. Dort gewinnt Meteorologen zufolge ein Tiefdrucksystem an Stärke. Die Wahrscheinlichkeit, dass er über das Katastrophengebiet hinweg zieht, liegt demnach momentan bei 50 Prozent. Dem Chef der Küstenwache zufolge könnte er die Arbeiten bis zu zwei Wochen lahmlegen. In diesem Zeitraum könnte das Öl wieder ungehindert ins Meer fließen. Das Absaugen müsste nach Allens Angaben bereits fünf Tage vor der erwarteten Ankunft des Sturms zurückgefahren werden.

Einstellung der Bohrungen in tiefen Gewässern entscheidend um Gesundheit der Menschen und die Natur zu schützen

Das US-Justizministerium hat am Freitag (Ortszeit) vor einem Berufungsgericht gefordert, die Aufhebung des sechsmonatigen Verbots von Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko zu verzögern. Zuvor hatte ein Richter eine entsprechende Anordnung der US-Regierung für unrechtmäßig erklärt. Die Einstellung der Bohrungen in tiefen Gewässern sei entscheidend, um die Gesundheit der Menschen und die Natur zu schützen, argumentierten die Juristen des Ministeriums.

Seit der Explosion auf der Bohrplattform "Deepwater Horizon" sind viele Millionen Liter Rohöl ins Meer gelaufen. Da das offene Bohrloch sich in etwa 1.600 Metern Tiefe unter der Wasseroberfläche befindet, fällt es den Experten sehr schwer, das Leck zu schließen. Nach der Katastrophe verhängte die US-Regierung deshalb ein sechsmonatiges Verbot von Tiefseebohrungen, damit die Gefahren der Förderung besser untersucht werden können. (APA/Reuters/apn)

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