Der Küsserkönig und der Zauber seiner Spieler

26. Juni 2010, 15:15
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Die Albiceleste des zweifachen Welt­meisters ist am Sonntag im Duell mit El Tri klarer Favorit

Johannesburg - Argentiniens Teamchef Diego Maradona, unumstrittener WM-Küsserkönig, der dank seines genialen Stellungsspiels noch jeden erwischt hat, dem er einen Schmatz verpassen wollte, kündigt im Falle des WM-Triumphs Zurückhaltung an: "Ich werde der Letzte sein, der den WM-Pokal küssen wird, weil die Spieler ihn gewonnen haben. Ich habe ihn ja schon einmal geküsst." Der Weltmeister 1986 warnt freilich vor allzu großer Euphorie, der Weg sei noch weit. In Argentinien wird Maradona, den sie vor der WM heftig kritisiert hatten, nun gelobt. Schließlich gestaltete die Albiceleste die Vorrunde souverän mit drei Siegen, und Maradona hatte bei seinen Einwechslungen eine gute Hand. Das Lob gibt er weiter: "Es gibt keinen Magier. Die Spieler haben den Zauber, und sie werden ihn bis zum letzten Ball bei dieser WM haben." Bayern-Verteidiger Martin Demichelis: "Nachdem wir die anderen Mannschaften gesehen haben, dürfen wir vom Titel träumen. Aber ein einziger Fehler kann das Aus bedeuten."

Superstar Lionel Messi hatte am Donnerstag frei, er feierte seinen 23. Geburtstag, und wie es sich für eine argentinische Familie gehört, schmissen die Messis ein Grillfest. "Hoffentlich beschenkt er sich am Sonntag mit einem Tor", sagt Demichelis, der im Gegensatz zu Messi in Südafrika schon getroffen hat.

Die Mexikaner sind Stammgäste im Achtelfinale seit der Heim-WM 1986, wo sie bis ins Viertelfinale kamen. Nur 1990 durften sie nicht mitwirken, da die Fifa den mexikanischen Verband 1988 für zwei Jahre gesperrt hatte, weil er bei den Olympischen Spielen in Seoul bezüglich des Alters der Spieler geschummelt hatte,

Vor vier Jahren in Deutschland scheiterte Mexiko im Achtelfinale mit einem 1:2 nach Verlängerung an Argentinien. "Jetzt haben wir die Chance, uns für die Schmach zu rehabilitieren", sagt Guillermo Franco, der alltags für West Ham United stürmt. (DER STANDARD, Printausgabe, Samstag, 26. Juni 2010, bez, sid)

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    Die Symbolik der Bälle: Den ersten, also die Vorrunde, hat Diego Maradona hinter sich. Vor ihm liegt sicher das Achtelfinale, dem in der Theorie noch drei Runden folgen könnten.

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