Kopf des Tages

Claudia Kahr

25. Juni 2010 19:05
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    Foto: vfgh/bieniek

    Das starke Geschlecht ist weiblich: Claudia Kahr.

Manche Männer fürchten sich vor der Verfassungs­juristin und neuen Aufsichtsrats-Chefin der Asfinag

Exzellent, engagiert, exzentrisch, so wird die 54-jährige Verfassungsjuristin Claudia Kahr beschrieben, die von SP-Verkehrsministerin Doris Bures an die Spitze des Aufsichtsrates beim staatlichen Straßenbetreiber Asfinag gesetzt wurde.

Ahnungslosigkeit über die auf sie zukommenden Themen kann man der unverheirateten und kinderlosen Frau nicht vorwerfen: Denn ehe sie 1999 von der Bundesregierung unter Viktor Klima als Verfassungsrichterin nominiert wurde, leitete sie zwei Jahre die Sektion II im SPÖ-geführten Verkehrsministerium. Bereits dort war sie mit den Aufgaben Verkehrspolitik und Verkehrsplanung für Straße, Schiene, Kombiverkehr, Schifffahrt und internationale Verkehrspolitik zuständig. Diese Abteilung hat der damalige Verkehrsminister Caspar Einem geschaffen. Und er hat Kahr zur ersten Sektionsleiterin im Verkehrsressort gemacht.

Empfohlen wurde Kahr damals von Brigitte Ederer, deren Büro sie leitete, als diese Europastaatssekretärin war. Sie ist analytisch, sie versteht es, die Dinge auf den Punkt zu bringen, sie hat Werte, die sie kompromisslos vertritt, und sie ist total solidarisch, schwärmte Ederer.

Kahr begann ihre berufliche Laufbahn unter Kreisky und Sinowatz im Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts und war in den Kabinetten mehrerer SP-Regierungsmitglieder wie Herbert Salcher, Franz Kreuzer und Rudolf Streicher tätig.

Auch die Werte der steirischen Arzttochter sind durchaus sozialdemokratisch, und sie ist eine engagierte Feministin. Die verstorbene Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal habe sie sehr beeinflusst, ließ Kahr vor Jahren wissen.

Für ihren Charme ist die Vollblutjuristin allerdings nicht berühmt. Sie wirke eher rau, sei aber sehr herzlich, sagte eine Freundin: Manche Männer fürchten sich gar vor ihr. Das mag auch daran liegen, dass sie keinen Konflikt scheut. Sie könne unheimlich stur sein, jähzornig und mitunter ziemlich bissig. Auch mit ihrem modischen, mitunter exzentrischen Outfit sei sie in Beamtenkreisen schon öfter angeeckt. Kahr in einem früheren Interview: "Ich habe kein einziges klassisches Kostümchen." Eher schon getigerte italienische Designer-Pumps, Jil-Sander-Anzüge und Lackmantel. Auch privat hat die lebhafte, unkonventionelle Juristin Power: Ihre Lieblingsbeschäftigungen sind Turnen und Reisen. Und sie liest meistens Fachliteratur.  (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26./27.6.2010)

alois enzenhofer
28.06.2010 11:28
Ob Mann oder Frau ist egal, der Sumpf lieget ganz woanders:

http://www.andreas-unterberger.at/2010/06/d... nd-helfer/

bob langer
27.06.2010 17:25
boah

das am geschlecht aufzuhängen ist typisch

wenn die claudia ein claudius wär, wärs ebenso ein NO GO

unvereinbarkeit, da es sehr wohl höchstgerichtliche entscheidungen bei baugroßprojekten gibt.

umso schlimmer dass selbst die richterin kein problem sieht. offensichtlich hat sie keine ahnung, welches bild sie abgibt, und dass sowas das ansehen in das amt untergräbt.
richter ohne gspür.... traurig

umso schlimmer, dass es überhaupt möglich ist, dass sich das problem von vornherein stellt und dass es nicht automatisch unmöglich ist.

welcome to austria...no roos but operetta state

Systemanalytiker
27.06.2010 12:51
Diese Höchstrichterin soll sofort zurücktreten

Diese Höchstrichterin Frau Kahr soll sofort zurücktreten.

Dann ist der Gesetzgeber berufen auch im Obersten Gerichtshof Ordnung zu machen.



colloquium
27.06.2010 02:16
Die Wahl der Verfassungsrichterin Claudia Kahr zur neuen Vorsitzenden des Asfinag-Aufsichtsrats sorgt weiter für Diskussionen

Die Wahl einer VfGH-Richterin zur Vorsitzenden des Asfinag-Aufsichtsrats sorgt bei ÖVP und Opposition für Empörung. Die ÖVP arbeitet an einem Gesetzesentwurf, um solche Fälle künftig zu verhindern.

Die Wahl der Verfassungsrichterin Claudia Kahr zur neuen Vorsitzenden des Asfinag-Aufsichtsrats sorgt weiter für Diskussionen. Die ÖVP fordert nun Unvereinbarkeitsregeln für Verfassungsrichter.

http://diepresse.com/home/rech... n/index.do

Ein Troll
26.06.2010 19:18
Dieser Beschreibung nach,

ist sie eine komplette Null.

Wenn in den Mainstreammedien jemand ohne Fakten gutgeschrieben wird, ist er/sie meistens ein präpotenter Protegierter.

Man sollte sie mit ihren Förderern an die Wand nageln.

politisch verfolgt
26.06.2010 12:54
Sie könne unheimlich stur sein, jähzornig und mitunter ziemlich bissig

wie war das nochmal mit der behauptung, mit mehr frauen in gehobenen positionen ziehe auch ein menschlicherer, freundlicherer stil in die chefetagen ein?

johannes mayer1
26.06.2010 08:25
Naja, wenn sie bei der Asfinag aufs Gas steigt,

und es wagt so manchem Landeshauptmann offen ins Gesicht zu spucken, wegen deren obszönen Wünschen, wie z.B. in NÖ Ausbau der A2 bis Wiener Neustadt auf 4 Spuren ... der Pröll hat sie doch nicht alle, dann passt sie optimal für den Job! Ob sie Feministin ist oder nicht, das ist mir in diesem Zusammenhang egal. Die Asfinag ist genauso pleite wie die ÖBB, und trotzdem wild drauflos asphaltiert, ganze Landschaften werden mit hässlichsten Lärmschutzwänden verschandelt!!!!

Nee-Chee
25.06.2010 23:18
Die Kritik an der Bestellung

als Sexismus zu diffamieren erweist dem Feminismus einen Bärendienst. Kahr mag exzellent und qualifiziert und alles sein, aber auch ein männlicher Höchstrichter wäre in dieser Position wegen eklatanter Unvereinbarkeit eine Fehlbesetzung.

redundancy department of redundancy
 
25.06.2010 22:36

Ich stell mir grad vor, ein Mann hätte den Quotenjob von der Quotenfrau Bures bekommen (völlig absurd, ich weiß, aber nur mal hypothetisch..) und da würde stehen:

Manche Frauen fürchten sich vor dem Verfassungs­juristen und neuen Aufsichtsrats-Chef der Asfinag

sowie...

Das starke Geschlecht ist männlich: ...

Na Bumm! Wann bitte begreift ihr, wie pathologisch das alles ist? Ganz im Ernst!

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