Wenn die Schulbank drückt

25. Juni 2010, 18:20
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Das 2007 errichtete Fran-Galović-Gymnasium in Kroatien wäre an sich ein toller Schulbau - Die baulichen Mängel jedoch veranschaulichen die Schattenseiten von Public Private Partnerships

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foto: robert les / zagreb

Die Straßen von Koprivnica haben Schlaglöcher, groß wie Melonen, die Häuser sind grau und heruntergekommen, in der Luft liegt ein Schleier von Melancholie. Von der einstigen Pracht der 30.000-Einwohner-Stadt im Norden Kroatiens, keine zehn Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt, ist bis auf den herausgeputzten Hauptplatz mit seinen hübschen Blumenbeeten und Straßencafés wenig geblieben. Die Staatskasse macht um diesen Teil des Landes einen großen Bogen. Lieber investiert man in Gegenden, aus denen man sich große Gewinne aus der Tourismusbranche zurückerhofft: in die Küstenregion und in die Inseln.

"Oprostite! Wo finde ich die Gimnazija Fran Galović?" Den futuristischen Schulbau kennt hier jeder. "Gradaus und vorne links" , sagt ein Mann am Straßenrand, "ist nicht zu verfehlen, schaut aus wie ein Ufo." Das zeitgenössische Gymnasium des Zagreber Jungbüros Studio Up, fertiggestellt 2007, geisterte durch sämtliche internationale Gazetten und bescherte seinen Planern auf diese Weise Lob und Anerkennung. Für Studio Up war das die Abschussrampe in den architektonischen Olymp.

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