Architektur

Wenn die Schulbank drückt

25. Juni 2010, 18:20
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foto: robert les / zagreb

Die Straßen von Koprivnica haben Schlaglöcher, groß wie Melonen, die Häuser sind grau und heruntergekommen, in der Luft liegt ein Schleier von Melancholie. Von der einstigen Pracht der 30.000-Einwohner-Stadt im Norden Kroatiens, keine zehn Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt, ist bis auf den herausgeputzten Hauptplatz mit seinen hübschen Blumenbeeten und Straßencafés wenig geblieben. Die Staatskasse macht um diesen Teil des Landes einen großen Bogen. Lieber investiert man in Gegenden, aus denen man sich große Gewinne aus der Tourismusbranche zurückerhofft: in die Küstenregion und in die Inseln.

"Oprostite! Wo finde ich die Gimnazija Fran Galović?" Den futuristischen Schulbau kennt hier jeder. "Gradaus und vorne links" , sagt ein Mann am Straßenrand, "ist nicht zu verfehlen, schaut aus wie ein Ufo." Das zeitgenössische Gymnasium des Zagreber Jungbüros Studio Up, fertiggestellt 2007, geisterte durch sämtliche internationale Gazetten und bescherte seinen Planern auf diese Weise Lob und Anerkennung. Für Studio Up war das die Abschussrampe in den architektonischen Olymp.

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Sebastian W
00
23.7.2010, 14:18
PPP = Stehlen aus Verantwortung

Das Schlimme ist eigentlich, dass jetzt wahnsinnig viele Studierende aus Baumanagementvorlesungen kommen, die tatsächlich glauben, dass PPP ein Dienst an der Öffentlichkeit wäre.

Eines der Hauptargumente ist ja immer, dass Privatinvestoren viel effizienter verwalten würden als Behörden und z.B. Geld bei billigeren aber gleichwertigen Materialien ausgeben würden.

In meinen Augen bestes Bsp., wie die Einsparungen der Privaten zustande kommen, ist das gegenwärtige Fiasko der A5 in Deutschland. Dort hat sich die Anzahl der Unfälle verdoppelt, insbesondere die Zahl der Todesopfer hat zugenommen. Der Grund: Effizienzsparung auf Kosten der Sicherheit und Verteilung der öffentlichen Verantwortung für Leben auf unbekannte Dritte.

Grotesk!

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00
26.6.2010, 14:55
deja vu

genau das gleiche hat sich 1972 beim brg wörgl abgespielt, wann lernt man endlich wer die interessen des bauhernn und der nutzer vertritt und wer nicht?

skyrock
00
27.6.2010, 09:35
detto SOWI Innsbruck

erst wenn der Hype um die Architektur abklingt und durch eine Ausgewogenheit zwischen Funktion und Gestaltunf ersetzt wird

captain__ingwer
03
26.6.2010, 13:53

Es ist mir ein Rätsel, wie qualitätsstandards einfach so einseitig gedrückt werden können, das wird doch vorher vertraglich fixiert, und zwar sehr weitgehend, so kenne ich das zumindest. Wie kann man als Nutzer ein Projekt abnehmen, das in wesentlichen Teilen einfach nicht funktioniert oder den Spezifikationen nich entspricht? Da haben sich entweder der Bauherr oder die von ihm beauftragten Planer einfach vorführen lassen.

Gigerius
00
23.7.2010, 13:54
ist mir auch Schleierhaft.

Wenn ein öffenbares Fenster geplant, kalkuliert und ausgeschrieben ist, wer lässt sich dann statt dessen fixverglasung andrehen? Und wer nimmt ein Gebäude ab, was nicht vollständig ist?
Die Schuld kann man hier nicht einfach der raffgierigen Baufirma umhängen. Offensichtlich ist da an etlichen Stellen etwas schief gelaufen.

ohne mich
01
26.6.2010, 01:05

nice return of investment, allerdings etwas lange laufzeit, dafür "inflationsbereinigt"..
ja, so geht sie langsam unter, die welt.. und mit dem profit kaufen sich ein paar ihre version des paradieses auf erden.. bis auch sie wiederum zu asche zerfallen..

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